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DIELE Kontributorenverzeichnis

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Editorial

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Impressum

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KÜCHE

Toni & Theas Blumenfavoriten

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Ein süßer Start Frühstücksideen von Virginia Horstmann

FITNESSRAUM Startup Spotlight: Heimplanet

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Brauchen wir noch Fitnesstudios? 192

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KLEIDERSCHRANK Style-Interview

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Modestrecke mit Schürzen und Kleidern

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Pastell ist das neue Neon

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Outfits von Modebloggerin Amy Parker Anderson Advanced Style

236 Interview mit New Yorker Blogger Ari Seth Cohen 239

Julia Keith über das Schönheitsideal um 1465 Vintage in Istanbul Städtetrip mit Smilla Dankert

Fabienne Dauplay

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Japanisch-westliche Gerichte von Charlotte Franklin Startup Spotlight: Barcoo

108

Das Küchenwaagendilemma

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von Meliha Yangöz

113 Rachel Ball stellt ihre Favoriten vor

BIBLIOTHEK

Startup Spotlight: Upcload

Die It-Girls der Renaissance

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Bake & Shop

mit Merin Guthrie En Vogue Dans La Cuisine

Ein Leben mit der Patisserie Frühlingsspeisen

Diana Dua über OnlineFitness-Angebote Die Fitnessglosse

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Make Sense of the World

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Interview mit Fair Observer Startup Spotlight Skoobe

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Blogwatch Bibliothek

174

Zeitstrahl Neuanfang

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Drei Verlage dokumentieren ihren Neustart eShelf

179

Junges Kunstprojekt in London Frei von Klischees

242

180 Interview mit dem binooki-Verlag

Diele Fitness raum

Kueche

Bib

lio

the

k

Kleiderschrank

Wein

Werk statt

Wohn & Arb eit s zi m me r

G

n e t r a

WERKSTATT Die Strickkolumne von Victoria Kau

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Stricken und Kunst

WEIN Aufbruch in Deidesheim Winzerinnenkolumne von Monika Abraham

120 124

Die Jugend von heute Startup Spotlight: Wine in Black

128

WOHN- & ARBEITSZIMMER 132

Frischer Start zuhaus

136

Igor Josif zeigt Produkte für das neue Zuhause

Das DIY-Experten-Vorwort

279

Tutorials: Die Schürze

280

Die Papierrose

282

Die Blousonjacke

287

Die Plastikblumen

290

Die Fanta Spielplatz-Initiative

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GARTEN 138

Neuanfang Gartenglück

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Barbara von Stackelberg erzählt vom Glück durch Gärtnern

Interview mit den Gründerinnen von Our Paper Shop Der SoLoMo-Shopper

146 Nadine Brendel über die neue Ära für den E-Commerce

Bild & Ton

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SPIELPLATZ

Digital Native? Die Kolumne

Bre & Emma

Startup Spotlight: mystolt.de

149

Band-Review: Kaizers Orchestra 151

Startup Spotlight: ALLOTINABOX

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Das Kräuterbeet

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Kräuter in Szene gesetzt The Sydney Story

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Ein urbane Gartengeschichte

Auf Schatzsuche mit Leslie Feist 152

Der DIY Garten

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Startup Spotlight: Stereomood

Blogwatch Garten

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Tropical That‘s Amore

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Die ständige Wiederkehr des „Ersten Males“ Franziska Näther über Neuanfänge im Alten Ägypten

155 159

Hochzeit am Strand von Mui Né / Vietnam

Beitragende & Kontributor Text & Foto

Text

foto

Rachel Ball

Monika Abraham

Eric Ryan Anderson

Smilla Dankert

Corinna Blaich

Christian Burmester

Fabienne Dauplay

Nadine Brendel

Jessica Preuhs

Charlotte Franklin

Diana Dua

Janan Shakur Kilcher

Virginia Horstmann

Victoria Kau

Jasmin Wong

Barbara von Stackelberg

Julia Keith Franziska Naether

illustration

Styling

Matthew Petrucci

Claudia Herrmann

Amy Parker Anderson

Marlene Rathgeber

Theresa Neubauer

Clara Kirchner

Julian Rothkamp

Sarah Kopietz

Meliha Yangรถz

Eva-Maria Neubauer

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Symbole Cover Katharina Rose Anna Schmalfuß Denise Fickert

E. & A. & T. Neubauer

ÜUebersetzung Sarah Müller Antonia Neubauer

Korrektur Jessica Gambacurta

Dieses Symbol kennzeichnet einen Link innerhalb des Heftes auf eine andere Seite. Dieses Symbol deutet einen externen Link im Text an.

Auf der ersten Seite jeder Sektion/Zimmers findet ihr diesen Button zum Überspringen eines gesamten Zimmers. Dieses Symbol deutet einen Download (z.B. Rezeptekarten als PDF an) Dieses Symbol kennzeichnet ein Startup-Spotlight. Hier haben die Gründer eines jungen Unternehmens unsere Fragen beantwortet.

Rachna Sahni Jacqueline Schmidt Janan Shakur Kilcher Brett Torres Haynes 02 /1 2 7

Liebe Leser Die Wochen nach dem Launch waren für uns wie ein Traum. Mit so viel Resonanz hätten wir nie gerechnet! Bisher 70.000 Leser, mehr als 1,4 Mio. Page Impressions, über 50 Blog-Posts zu sisterMAG, Zuschriften aus der ganzen Welt und eine Menge an spannenden und außergewöhnlichen Kooperationsideen. sisterMAG ist definitiv bei Euch angekommen und das im doppelten Sinne – Ihr habt uns gelesen und wir haben Euch gefallen. Dafür möchten wir Euch aus ganzem Herzen danken. Ein großes Thema für jeden, der sich mit seinen Ideen und Werken in die Öffentlichkeit wagt, ist Kritik. Natürlich hat man Angst davor, dass man nicht gefallen könnte, dass Dinge grob falsch sind und sich Menschen darüber ärgern und aufregen. Sind die kritischen Zuschriften dann endlich da, bringen sie uns meist dazu, über bisher unbedachte Dinge nachzudenken, Standpunkte zu beziehen und bessere Lösungen zu entwickeln.

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Die Länge des Magazins, 270 Seiten im Deutschen bzw. 260 im Englischen,

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erregte einige Diskussionen. Für die einen deutlich zu lang, um am Bildschirm zu lesen, fürchteten die anderen, dass wir mit dieser ersten Ausgabe unser Repertoire bereits erschöpft haben. Die Entscheidung für die Länge war dabei eine sehr Bewusste. Gerade die Ambivalenz unseres Mediums, digital in Technik und Layout - klassisch in Inhalt und Erscheinungsweise verlangt nach inhaltlicher Tiefe. Wir wollen dem Digitalen das Schnelllebige nehmen. Ihr Leser seid dazu aufgefordert, immer wieder zurückzukehren und das Magazin wie ein klassisches Printmagazin über den Zeitraum von zwei Monaten zu lesen. Inhaltlich zeigt bereits diese Ausgabe, dass mit 290 Seiten wieder eine Menge an Themen zusammengekommen sind. Die vielleicht interessanteste Kritik nahm unser Frauenbild und Journalismus-Ansatz ins Visier. Bevor uns diese Frage in einem Interview gestellt wurde, haben wir über den ersten Teil der Frage nie bewusst nachgedacht, da es für uns klar war, dass wir eine Welt

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der Gleichberechtigung und Chancengleichheit abbilden wollen. Jedoch heißt für uns Gleichberechtigung, dass Frau wählen kann, wie sie Ihr Leben gestaltet. Wenn sie im Berufsleben Karriere machen möchte, soll sie wie jeder Mann die Möglichkeit erhalten, es bis nach oben zu schaffen. Genauso gut denkbar sind aber auch alternative Wege wie Familienmanagerin, Unternehmerin, Freiberuflerin, Sozialarbeiterin etc. Wichtig ist dabei, dass Frau die Wahl hat in ihrem Leben. Uns ist natürlich auch bewusst, dass wir mit der Themenbreite von Karriere bis Küche eine Utopie erschaffen, die schwierig ist, im realen Leben abzudecken. Auch hier ist wieder die (Aus-)Wahl das Zauberwort.

sitive Einstellung soll auch das sisterMAG prägen. Dieses Heft beginnt daher mit einem ausgiebigen Spaziergang durch unseren Garten voller Blumen (Hochzeit von Maria und Pietro, S. 50 .), Kräutern (Kräuterbeet von Clara und Christian, S. 27 .), Gemüse und Obst (beerige Frühstücksideen von Jeanny, S. 64 .). In einem Flügel unseres Blütenapartments befindet sich die Bibliothek. Wir freuen uns

Von Negativbeispielen und Hiobsbotschaften lesen wir täglich genug. Wir sehen uns dem positiven Journalismus eines Deutschlandfunks oder der BBC Radio 4 verpflichtet, welcher Chancen aufzeigt und Mut macht. Wir sind in einer Umgebung aufgewachsen, in der man zuvorderst immer die unendlichen Möglichkeiten sieht. Diese po-

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Impressum sisterMAG

besonders, neue spannende Unternehmen wie Fair Observer (S. 162) . oder Binooki (S. 176) . kennengelernt zu haben und sie hier vorzustellen. Vielleicht inspirieren wir euch auch zu einem neuen Projekt: in unserer Werkstatt findet ihr zum Beispiel eine Anleitung zur Schürze aus der „En Vogue Dans La Cuisine“ (S. 200) . Modestrecke. Zu guter Letzt nimmt uns Smilla mit in die türkische Metropole Istanbul (S. 238) . und zeigt uns versteckte Vintage-Läden. Euch wünschen wir einen blühenden Start in den Frühling und viele vergnügliche Stunden bei der Lektüre unserer zweiten Ausgabe.

Thea & Toni

Postanschrift 

Korsörer Straße 7



10437 Berlin

eMail 

mail@sister-mag.com

Redaktion & gestalterische Leitung 

Theresa Neubauer

Strategie & Vermarktung 

Antonia Neubauer

Konzeption & Zeichnung Appartment 

Claudia Herrmann

Cover-Model 

Anna Schmalfuß

Logogestaltung 

Jim Leszczynski

Schlussredaktion  

Anna Schmalfuß,

Antonia & Theresa Neubauer

Mitarbeiter dieser Ausgabe Monika Abra-

ham; Eric Ryan Anderson; Amy Parker Anderson; Rachel Ball; Christoph Blaas; Corinna Blaich; Nadine Brendel; Christian Burmester; Inci Byrhaniye; Smilla Dankert; Fabienne Dauplay; Aidan Dockery; Diana Dua; Robert Eberhardt; Denise Fickert; Charlotte Franklin; Jessica Gambacurta; Claudia Herrmann; Virginia Horstmann; Igor Josif; Victoria Kau; Julia Keith; Clara Kirchner; Sarah Kopietz; Sarah Müller; Franziska Näther; Eva-Maria Neubauer; Matthew Petrucci; Jessica Preuhs; Marlene Rathgeber; Katharina Rose; Julian Rothkamp; Rachna Sahni; Jacqueline Schmidt; Janan Shakur Kilcher; Kim Sutton; Brett Torres Haynes; Barbara Von Stackelberg; Selma Wels; Jasmin Wong; Meliha Yangöz;

Ansprechpartner Anzeigen si



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eMail 

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Theresa Neubauer ads@sister-mag.com

t b e i l i n o T

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1 Leder lotusgelb via stoffe.de – 92,80€/m l 2 Ray-Ban (RB 5257 5110) in Hellgelb – 150€ l 3 Plattform-Sandalen von ZARA – 79,95€ l 4 Gelbe Schreibmaschine von Present & Correct – 140£ l 5 Vero Moda PALM JOSEPHINE - Kleid - limelight – 24.95€ l 6 Robert Abbey Delta Butter 22 1/2“ High Table Lamp via Lamps Plus – 166.91$ l 7 Paco Rabane – Lady Million via flaconi.de – 43.90€ l

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Garten

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Sektion Garten

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Spielplatz Anzeige

WAS IST DIE FANTA SPIELPLATZ-INITIATIVE? Fanta ruft zusammen mit dem Deutschen Kinderhilfswerk und dem TÜV Rheinland die Fanta Spielplatz-­ Initiative ins Leben. Das Hauptziel der neuen Initiative ist es, sich lang­ fristig für deutsche Spielplätze einzusetzen und damit Raum für kreatives und sicheres Spielen zu schaffen. Denn viele Spielplätze in Deutschland sind in puncto Sicherheit und kreativer Spielwert verbesserungswürdig. Neben der Unterstützung von bis zu 20 Spielplatz-Sanierungen ent­ wickelt die Initiative einen kreativen Modellspielplatz, der auch Spielplatz-Trägern ohne prall gefüllte Kassen Impulse gibt, und bietet somit eine Antwort auf die Ergebnisse des TÜV Rheinland Spielplatz-Tests.

Der TÜV Rheinland testete 50 deutsche Spielplätze: Fast nur die Hälfte wurden gerade einmal als ausreichend bewertet.

FLASCHENCODE EINGEBEN

& SPIELPLATZ UNTERFür jeden unter www.facebook.com/fantaspiel­spass STÜTZEN eingegebenen Flaschencode spendet Fanta 25 Cent bis zu einer Gesamtsumme von 100.000 Euro, mit der ab Sommer 2012 deutschlandweit bis zu 20 Spielplatzsanierungen unterstützt werden.

Bis 15. Juli abstimmen, welche 20 Spielplätze die finanzielle Zuwendung erhalten! Stimmt ab für den Spielplatz in Eurer Nähe!

SPENDEN … jetzt Code eingeben

MODELLSPIELPLATZ Acht kreative Spielmodule

NATURNAHE RAUMGLIEDERUNG. Spielqualität wird auch durch Raumgestaltung erzielt: Bäume, Sträucher, Stauden & Gräser oder ­Hügel und Mauern dienen der Raumgliederung, sie ermöglichen unterschiedliche Spielaktivitäten und vermitteln Geborgenheit.

DIE KLASSIKER: Kinder möchten klettern, rutschen, balancieren oder schaukeln, deshalb sollten diese Spielmöglichkeiten auf einem Spielplatz nicht fehlen!

„Ein guter Spielplatz zeichnet sich nicht unbedingt durch kostenintensive Gerätelandschaften aus, sondern gewinnt bereits durch die Raumgestaltung an Qualität“, weiß Holger Hofmann, ­Spielraumexperte und Geschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerks. Mit dem Bau eines Modellspielplatzes geht die Fanta Spielplatz-Initiative mit gutem Beispiel voran und stellt acht kreative Spielmodule vor, die auch für Spielplatz-Träger ohne prall gefüllte Kassen ­realistische Lösungen aufzeigen. Der Modellspielplatz wird am 28. Mai 2012 zum „Weltspieltag“ in Bochum eröffnet. Alle Module können im Manifest der Initiative (Download hier D) nachgelesen werden.

FANTASIE ANREGENDE VIELFALT. Viele Spielplätze entsprechen nicht immer den ganzheitlichen Bedürfnissen von Kindern: sie möchten Spiele erfinden, auf Entdeckungsreise gehen & individuelle Spuren hinterlassen. u Naturerlebnisfördernde Geräte, Hügel, Gruben, Kletterbäume, Balancierstämme …

Spielplatz Anzeige

Download des Manifests D ORTE ZUR ENTSPANNUNG. Auch Rückzugs-, Ruhe- und Kommunikationsmöglichkeiten zum Reden und Ausruhen sind wichtig! u Hängenetze, Rasenmulde, große Steine und Baumstämme. A ­ nstelle eines ­standardisierten Spielhauses können auch „Buden“ selbst gebaut oder Weidenhäuser gepflanzt werden. INDIVIDUELLE GESTALTUNGSFREIHEIT. Nicht nur „monotones“ Runterrutschen“ sondern vielfältige Nutzungsmöglichkeiten sind wichtig. Deshalb sollten Spielorte nicht besenrein und von sämtlichen „Unrat“ wie Laub & Gehölz befreit sein. Die Natur selbst hält die besten Rohstoffe bereit: Blätter, Blüten, Äste, Kieselsteine, Tannenzapfen laden zum Mit- oder Weiterspielen ein.

Haben Sie auch schon manchmal gedacht: Es wäre schön, einen richtigen Garten zu haben? Mit Blumen hier und Gemüse dort? Ein wunderbarer Ausgleich zu den Stunden am Computer! Und der sichtbare Erfolg: Vergissmeinicht und Rosen, süße Tomaten, knackige Zuccini und frische Kräuter... hmmm!

NEUANFÄNGE

Gartenglück

Immer wieder war genau das mein Traum. Als mein Leben schließlich – nahezu unbemerkt – überschnell geworden war und die Stopp-Signale blinkten, habe ich ihn mir endlich erfüllt. Und festgestellt, in der Gartenerde wühlen, gestalten, säen, pflanzen, pflegen, ernten – das macht den Kopf frei. Entspannt total. Abschalten ist plötzlich leicht. Stimmt nicht ganz.‘Umschalten‘ beschreibt besser, was im Kopf abläuft. Einerseits bin ich voll und ganz bei meinen Pflanzen. Und doch formen sich im Hintergrund Ideen für andere Arbeiten. Klemmt‘s da, gehe ich darum nun auch zwischendrin ins Beet.

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Aber es gibt natürlich noch mehr: Zum Frühstück liegt das Spiegelei zur

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Garten

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CKELBER A T S N O V A R A B R A B n o v

Zeit auf Spinat, oder Petersilie krönt die vorgekochte Rote Beete. Mittags ist vielleicht ein Salatmix dran, und am Abend sind momentan Brokkoli, Mangold und die ersten Erbsen meine Favoriten. Himmel, das Grünzeug schmeckt so gut! Ob das allein am Stolz auf die eigene Ernte liegt? Nein, der Geschmack ist wirklich intensiver als bei Gemüse, das schon eine Weile unterwegs war. Macht das Lust auf Garten? Dann starten Sie JETZT. Sie haben nur einen Balkon? Macht nichts. Tomaten und Gurken wachsen auch dort, und Salatköpfe sehen zwischen Lobelien und Petunien höchst dekorativ aus. Kein Balkon? Nicht traurig sein. Die Fensterbank bietet Platz für Ihren Kräutergarten. Dort brauchen die Pflänzchen zwar mehr Pflege als im Beet, aber das war ja unser Ausgangspunkt: Gartenarbeit als Kontrastprogramm zu anderen Aufgaben: um den Kopf frei zu bekommen für neue Ideen. Zum genüsslichen Verspeisen der Ernte. Sie werden den Quark mit den ersten eigenen Kräutern geradezu zelebrieren! Spätestens dann finden auch Sie heraus: Gärtnern beschert Glücksmomente. Alle Bilder © Barbara von Stackelberg

Garten

uu Erklärt in euren eigenen Worten die Idee eures Unternehmens! Ein Allotment ist ein Kleingarten, welcher für privaten Gartenbau und Pflanzungen vermietet wird. Hier in England und in vielen anderen Ländern der Welt besteht ein Mangel an Platz, um Lebensmittel anzubauen. Daher haben wir einfach den Schrebergarten in die Stadt gebracht und alles, was man braucht, um seine eigene Nahrung herzustellen, in einer schön gestalteten Box zusammengepackt. Wir stellen großartige Grow Your Own Samen-Sets zur Verfügung, um eigene Lebensmitel zuhause anzubauen. City Farming, Bjoux Balcony, Terrasse oder Dach, wir glauben, dass die Erzeugung eigener Nahrungsmittel Spaß macht, gesund und unterhaltsam ist und jeder in der Familie kann dazu beitragen. uu Was sind die Inspirationen für die Idee gewesen?

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Wir haben beobachtet, dass sich die Art, wie Menschen darüber entscheiden, was sie essen, verändert hat. Wir

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wollten die Idee, Lebensmittel selbst anzubauen, auf den Kopf stellen und verschrumpeltes, eingeschweißtes Supermarktgemüse aus den Haushalten verbannen und jeden dazu ermutigen, sein eigenes Essen herzustellen, sogar im Herzen der Städte. uu Wie verdient ihr Geld? Wie finanziert ihr euch? Unsere Firma schafft und investiert ihr eigenes Geld in die ALLOTINABOX® Produkte, welche wir entwickeln und auf unserer Website www.allotinabox. com l sowie über ausgewählte Händler vertreiben. Wir haben außerdem gerade ein kleines Designstudio gegründet, welches es uns ermöglicht, Ideen zu entwickeln, in Events involviert zu sein und Projekte mit anderen großen Marken umzusetzen, welche eigene Nachhaltigkeitsinitiativen verwirklichen. Die Firma ist privat finanziert. uu Wen seht ihr als eure Zielgruppe? Wie hoch seht ihr euer Marktpotenzial? Unsere Zielgruppe sind die Urban

Garten

Dwellers, ein einfacher Balkon oder Fenstersims ist alles, was man für den Anbau braucht. Wir bezeichnen unsere Gemeinschaft als Stadtbauern und Urbanisten (Urban Farmers, City Growers, Urbanists), viele davon sind junge Arbeitende. Nahrung anzubauen sollte für alle attraktiv sein. Es ist eines der größten Geschenke der Natur, zu säen und dann zu ernten ist sehr zufriedenstellend und Zen ähnlich, daher denken wir, dass das Potential für den Anbau von Nahrungsmitteln sehr groß ist. Es ist schwer zu glauben, aber über 50% der gesamten Weltbevölkerung leben bereits in Städten und in 2014 werden es schon um die 75% sein. Eine Menge an hungrigen Mündern, die zu füttern und zu versorgen sind.

Startup Spotlight: ALLOTINABOX

uu Was finden eure Abonnenten in der Box? Wie funktioniert das AboSystem? Verschickt ihr die Boxen auch ins Ausland? Unsere Abonnenten erhalten vier Mal pro Jahr den Kundenwünschen angepasste Boxen. Jede Box ist der jeweiligen Jahreszeit angepasst, so dass man vom Frühling bis zum Jahresende leckere und leicht zu erzeugende Feldfrüchte ernten kann. Wir verschicken unsere Boxen auch ins Ausland, unterliegen aber einigen lokalen Importregulierungen, was unsere Reichweite begrenzt. Wir sind aber gerade dabei, mit Partnern zu sprechen, die uns helfen werden, weltweit zu versenden. uu Wo seht ihr euch in 5 Jahren? Wir sehen unsere Marke auf weitere Produkte und Projekte ausgeweitet. Alles muss nachhaltig sein und da wir uns für das Thema lokale Nahrungsmittel interessieren, wollen wir Sachen rund um dieses Thema suchen und finden. So zum Beispiel ist ein Traum von uns, von unseren eigenen Lebensmitteln bis zur Entwicklung lokaler Projekte, die die Sicherung von Land oder Dachflächen für den Anbau von Nahrungsmitteln beinhalten, alles

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beziehen und dessen Herkunft kennen. Einige Fernseh-Shows und Bücher zielen auf unseren Markt, aber gehen dabei sehr wissenschaftlich vor, so dass es schwer zu verstehen ist. Wir bei ALLOTINABOX® wollen jedem zeigen, wie einfach es ist, Lebensmittel anzubauen. Von dieser Perspektive aus denken wir, dass wir andere, bedächtigere Kunden erreichen. uu Was habt ihr voher gemacht? umzusetzen. Außerdem besteht ein enormes Potential mit einem weltweiten Wohltätigkeitsverein im Bereich Lebensmittel zusammenzuarbeiten, den Armen zu helfen oder sogar lokale Nahrungsmittel-Anbauprogramme zu entwickeln.

Wie gesagt, haben wir einen Küchenbzw. Design-Hintergrund. Gavin arbeitete für viele Jahre im Entertainment-Bereich als Marketing Director, so dass wir das alles in unserer Marke zusammenbringen, inklusive ein klein bisschen Rock’n’Roll!

uu Wer sind eure Konkurrenten?

uu In welcher Stadt habt ihr euren Sitz?

Das ist eine großartige Frage. Natürlich gibt es riesige Saatgut-Herstelller, die ihrer Verpflichtung nachkommen, Kunden zu beliefern, die gerne anbauen. Jedoch verfolgen einige davon keinen ethischen Ansatz. Unserer ist ein organischerer Ansatz. Unser Angebot macht es einfach, Lebensmittel anzubauen. Wir stellen außerdem sicher, dass wir nur unbehandeltes Saatgut si st er M AG

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Wir haben unseren Sitz an der Südküste England, in einem Ort names Southsea, welchen wir immer betonen und den wir sehr gern in Kombination mit unserer Marke verwenden. Southsea ist ein Bezirk der Hafenstadt Porthsmouth welche den Solent überblickt. Ein wunderbarer Ort zum Leben nur ungefähr 1 Stunde 30 Minuten

Garten

von London entfernt. Alle unsere Lieferanten befinden sich eine Fahrradstunde entfernt und wir versuchen die Gemeinschaft an ALLOTINABOX® zu beteiligen. Porthsmouth ist eine der am dichtesten besiedeltsten Regionen Europas. Es ist eine große Stadt und bereit für eins unserer Stadt-Wachstumsprojekte. uu In welcher Abteilung habt ihr euren ersten Mitarbeiter eingestellt? Wir haben unser Unternehmen mit £100,00 begonnen, ein paar Samen zum Experimentieren gekauft und dann die Firma von Grund auf entwickelt. Man könnte sagen, dass wir ein richtiges Lean Start-up sind. Wir haben mit der lokalen Universität zusammengearbeitet, um unser erstes Team-Mitglied auszuwählen, dabei lag der Fokus auf Marketing. Während Gavin also zusammen mit dem Studenten am Bran-

ding gearbeitet hat, entwickelte Loraine unsere Saatgutauswahl, damit die ausgewählten Feldfrüchte auch schmackhaft sind. uu Wie seid ihr auf eure Unternehmensfarben gekommen? Wir wollten eine Farbauswahl entwickeln, welche die Natur widerspiegelt. Wir haben dafür den Botanischen Garten, Kew Gardens, in London besucht, Inspiration von The Picture in der Tate erhalten und sogar einige Ausflüge zu den Schrebergärten über das Jahr hinweg gemacht. Daraus entstand ein einfaches Mood Board, welches wir dann den Designern präsentierten. uu Wer hat das Unternehmenslogo gestaltet – extern oder intern? Wie lang hat es gedauert? Wir haben uns das Konzept ausgedacht und auf einer Skizze basierend, die wir einige Jahre früher entwickelt haben, Briefing-Dokumente erstellt. Wir sind dann an I LOVE Dust herangetreten, ein fantastisches Kreativstudio aus Southsea, mit denen wir einfach gut auskamen und die unser Konzept sofort verstanden haben. Die Entwicklung dauerte dann ungefähr zwölf Mo-

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nate. Wir wechseln unsere DesignPartner auch aller 12 Monate, das hält die Marke frisch und garantiert die natürliche Weiterentwicklung. uu Hauptnahrungsmittel in der Startup-Phase? Gavin ist ein toller Koch. Er hat eine Ausbildung auf Michelin Stern Niveau gemacht, daher haben wir im Winter Suppen gegessen, die aus unseren eigenen Feldfrüchten in der ALLOTINABOX® Küche zubereitet wurden. Im Sommer lieben wir Salate; Knoblauch vom lokalen Bauernhof spielt eine große Rolle, ebenso wie Fisch, da wir ja am Solent leben.

zubauen. Wer weiß, wozu man fähig ist. Der Club soll zusätzlich dazu animieren, Saatgut zu tauschen, Events zu veranstalten und Tipps über die Website zu teilen. uu Was ist eure liebste Pflanze? Wir mögen Kräuter, besonders wenn man mit ihnen kocht, gegrillten Fisch mit Paprika und Basilikum oder Thymian oder Petersilienbutter. Es ist gar nicht so einfach, aber ich würde sagen, dass wir fast die ganze Auswahl lieben. Es ermutigt, Köchen zuzusehen, die immer Neues ausprobieren und neue Techniken entdecken.

uu Was ist der Secret Seed Club?

uu Und zum Abschluss: Ein Gärtnerei-Tipp, den jeder wissen sollte?

Der Secret Seed Club ist gerade erst gestartet. Es ist ein Club, bei dem man sich anmelden kann und jeden Monat oder zweimonatlich ein Samen-Paket erhält. Wenn die Samen ankommen, muss man die Auswahl auf unseren Social Media Seiten herausfinden. Die Samen sind etwas schwieriger im Anbau als die in unseren Boxen. Der Service soll die Anbauer ermuntern, eine breitere und interessante Auswahl an-

Chilli-Pflanzen, besonders die sehr scharfen Chillis wachsen besser unter einer Plane, weil sie dabei hilft die nötige Schärfe und den Geschmack zu entwickeln. Zu viel Wasser mindert die Schärfe und den Geschmack. Im Spätsommer sollten die Pflanzen reingeholt werden um eine bessere Reifung zu ermöglichen, das macht sie perfekt für den Anbau in Containern.

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Garten

Kräuterbeet

FOTOS CHRISTIAN BURMESTER STYLING CLARA KIRCHNER

Das K r a uterbeet

Die Kräutersaison 2012 hat begonnen und es gibt eine ganze Menge neuer Saatgutsorten und Pflanzenarten, die wir auch im heimischen Töpfchen wachsen lassen können. Dass diese Kräuter nicht nur gut schmecken, sondern auch fabelhaft aussehen, seht ihr auf den nächsten Seiten, denn Taste-Sheriff Clara Kirchner l und Christian Burmester l setzten die gesunden Pflanzen für sisterMAG in Szene. Dazu gibt‘s auch stets Tipps, was sich mit dem Kraut in der Küche zaubern lässt! Zu beziehen sind alle Kräuter ganz bequem über den Online-Shop des Kräuterhandels Rühlemann kraeuter-und-duftpflanzen.de l Damit ihr immer alle Informationen rund um unsere vorgestellten Kräuter bei der Hand habt, könnt ihr Euch unsere sisterMAG-Krautta­ belle nicht nur anschauen, sondern auch herunterladen und ausdrucken!

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… für hübsche Kräuterbutter

Garten

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Viola suavis PARMAVEILCHEN Duchesse de Parma

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Allium ursinum BĂ„RLAUCH

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Garten

… für Bärlauchpesto

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SCHARBOCKS-

Ranunculus ficaria KRAUT

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Garten

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Rumex species ROTER

SAUERAMPFER 02 /1 2 37

… für eingelegte Tomaten mit Rosmarin und Thymian

Rosmarinus officinalis ROSMARIN

‚SANTA BARBARA‘

Garten

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Ocimum basilicum

ÄGYPTISCHES BASILIKUM

Garten

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ZIMMERKNOBLAUCH

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Tulbaghia violacea

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Rhabarber mit Minze

Garten

Calamintha nepeta KLEINE BERGMINZE

Krauttabelle PFLANZE

MERKMALE

Parmaveilchen Wurde früher v.a. Viola suavis Du- aufgrund des chesse de Parma süßen, „pudrigen“ Duftes geschätzt, häufig für Konditorei (kandierte Veilchen) eingesetzt

Verzierung, Kräuterbutter oder auch als Schnittblumen

8 cm VIO02 3,90 €

Bärlauch

Pesto, Dips & Saucen, Kräuterbutter, allg. als Gemüse

8 cm ALL09

Zubereitung wie Spinat, als Salat, in Quarkspeisen, Suppen, lecker im Omelette

8 cm RUM04 5,20 €

Salat, in Quarkspeisen

8 cm RAN01 3,25€

Komplett essbar

Allium ursinum

Roter Sauerampfer Rumex species

Scharbockskraut Ranunculus ficaria si st er M AG

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KÜCHENTIPPS erhältlich

Winterhart, enthält sehr viel Vitamin C

Blätter sehr Vitamin-C-haltig, deshalb von Seefahrern als Proviant genutzt

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PFLANZE

MERKMALE

KÜCHENTIPPS erhältlich

Rosmarin Besonders robuste ‚Santa Barbara‘ Art mit tiefblauen Blüten, intensiver Rosmarinus Geruch, harziger officinalis (leicht bitterer) Geschmack

Eingelegtes Gemüse, Suppen, Eintöpfe, Braten, zu Pilzen

8 cm ROS18 5,20 €

Quendel

Hilft gegen Husten, stärkt Verdauung, lindert Frauenbeschwerden

Kräftiges Gewürz für mediterrane Küche - z.B. eingelegte Tomaten

9 cm THY06 3,25 €

Schmeckt und duftet süßlich pfeffrig

V.a. für südeuropäische Küche, für Dips, Salate, Eier- und Nudelgerichte, zu Fleisch

8 cm OCI30 4,55 €

Feiner knoblauchartiger Geruch & Geschmack, Blätter nutzbar wie Schnittlauch, Knollen nutzbar wie Knoblauch

in Salaten, zu Quarkspeisen, Blüten zum Garnieren

8 cm TUL01 5,85 €

Sehr aromatisch

V.a. für italienische Küche, auch zum Aufbrühen von Tee

8 cm CAL02 3,25 €

Thymus serpyllum

Ägyptisches Basilikum Ocimum basilicum

Zimmerknoblauch Tulbaghia violacea

Kleine Bergminze Calamintha nepeta

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RUCCI l T E P W E H T T A M y b t x Te

Sydney

Ein Garten ist der beste Lehrer, auch wenn es sich dabei nur um ein kleines Stückchen Erde zum Pflanzen und Säen handelt. Im Fall von Matthew Petrucci und Jasmin Wong ist dieses Stückchen der kleine Garten hinter dem Haus der Großmutter. Die zwei leben in Sydney, Australien, wo sie davon träumen eines Tages einen eigenen Garten zu besitzen. Heute erzählen sie uns, was sie als städtische Gärtner gelernt haben.

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Der Garten meiner Großmutter war nicht immer ein Garten. Vor langer Zeit war es einmal ein gut gepflegter Hühnerstall voller Federn und Füßen. Davor war es ein heruntergekommener Haufen aus Schutt, Erde und Glass, der noch vom Bau des Hauses stammte. Es bedurfte eines großen Maßes an Anstrengung, um das Land wieder in einen fruchtbaren Zustand zu verwandeln. In seinem wiederhergestellten Zustand ist er, wie alle gut gepflegten Gärten, ein Kind, welches sich immer wieder von der Geburt zur Pubertät und wieder von vorn entwickelt. Niemand hat jemals von einem greisen Garten gehört. Er reproduziert sich ständig, braucht aber sehr viel Zuwendung, Nahrung und Liebe.

IN Photographs by JASM

WO N G l

Dieser Garten hat eine große Menge an Gemüse und Obst über das Jahr hinweg hervorgebracht: von den blau gefärbten Brokkoli-Köpfen, über die gekräuselten Blätter des Mangolds, den pfeffrigen Blättern der Kirsch- und SanLucar  Roma-Tomaten, den süßlich-riechenden Zitronen und Mandarinen bis hin zu einer kleinen Auswahl an Kräutern und Fruchtgemüsen wie Erdbeeren, Basilikum und Oregano.

Dieser Garten hat eine große Menge an Gemüse und Obst über das Jahr hinweg hervorgebracht: von den blau gefärbten Brokkoli-Köpfen, über die gekräuselten Blätter des Mangolds, den pfeffrigen Blättern der Kirsch- und SanLucar Roma-Tomaten, den süßlich-riechenden Zitronen und Mandarinen bis hin zu einer kleinen Auswahl an Kräutern und Fruchtgemüsen wie Erdbeeren, Basilikum und Oregano.

Garten

Das Rezept für ein gut vorbereitetes Gartenbeet zum Pflanzen ist kein Geheimnis. Denke an deine eigenen Bedürfnisse, physisch wie emotional und wende dasselbe Konzept auf den Boden an. Ein Gartenbeet benötigt Luft zum Atmen, gelegentlich einen Haarschnitt, Schutz gegen schädliche Krankheitserreger, Wasser zum Trinken, Dünger für eine bessere Ernährung und eine gesunde Zufuhr an Sonnenschein. Es ist wichtig, dem Boden etwas Ruhe zwischen den Pflanzzeiten zu geben, damit er sich erholen kann, genauso wie wir die Nachtruhe brauchen, um unsere Energie wieder herzustellen. Viele Fruchtgemüse brauchen zudem Stützräder, um starke Glieder zu entwickeln; Kletterbohnen winden sich entlang und auch viele Tomatensorten benötigen Stäbe zur Unterstützung. Obstbäume, die älter werden, geht es ebenso besser durch ‚Spazierstöcke’ als Stütze für die alten Äste, die durch Blüten und Blätter herunterhängen. Sich um einen größeren Garten zu kümmern, ist fast ein Vollzeitjob.

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Garten

Jeder Neuling, der seinen eigenen Garten anlegen möchte, sollte mit einem kleinen Beet anfangen und sich gründlich vertraut machen – abhängig vom lokalen Klima sind ganzjährige Kräuter wie Rosmarin oder Majoran eine gute Idee, weil sie einfach anzubauen und sehr tolerant gegenüber Vernachlässigung sind. Viele Kräuter wachsen auch in gutgedüngten größeren Töpfen auf sonnigen Balkons oder Verandas, solange sie gut gepflegt, gewässert und beschnitten werden. Alle, denen mehr Platz zur Verfügung steht, seien es nur ein oder zwei Quadratmeter, sollten überlegen, ob sie Gemüse wie Rote Beete im Winter, Zwiebeln im Frühjahr und Möhren das ganze Jahr über anbauen.

von MARLENE RATHGEBER l

Der DIY garten

Du brauchst: uu uu uu uu

Tontöpfe mit Untersetzer Ansaat- oder Kräutererde verschiedene Samen Bänder, Schirmchen, Fähnchen zum Verzieren

Zunächst musst du dich entscheiden: Was möchtest Du säen: Blumen oder Kräuter, vielleicht sogar ein Mini-Gemüsegärtchen? Hier einige Samen, die sich gut für die Anzucht im Töpfchen eignen und nicht mehr umgepflanzt werden müssen:

Kraeuter: Basilikum, Oregano, Thymian, Schnittlauch, Petersilie, Kresse, Dill

Blumen: Tagetes, Kapuzinerkresse

Gemuese: Rucola, Radieschen, Pflücksalat, Asiatische Salatmischung

Auch spannend: si

Kichererbsen, Erbsen, ein Stück Ingwer-

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wurzel, Zitronengras

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Fülle Tontöpfe mit Erde. Pass auf, dass die Löcher unten nicht verstopft werden, damit das Wasser abfließen kann. Du kannst zum Beispiel eine Tonscherbe über das Loch legen. Die Erde etwas anfeuchten und die Samen einsäen. Ich habe mich für Rucola, Tagetes und Kresse entschieden. Achte bei der Saatanweisung darauf, wie tief sie eingesät werden müssen und ob sie Lichtkeimer sind, denn dann dürfen die Samen nicht mit Erde bedeckt werden. Wenn Du die Töpfe verschenken möchtest, kannst Du das entweder jetzt schon tun oder noch etwas warten, bis die Samen gekeimt haben. Achte darauf, dass die Samen immer feucht genug sind. Am Besten eignet sich eine Sprühflasche, mit der man die Erde feucht halten kann. Mit einer Gießkanne beschädigt man leicht die Pflänzchen. Die Pflänzchen auf den Bildern sind ungefähr eine Woche alt. Verziert habe ich mit Stoffbändchen, einer Stoffblüte und kleinen Eisschirmchen. Lasst Eurer Fantasie freien Lauf, und habt ganz viel Spaß beim Säen, Hegen, Verschenken und Ernten!

Garten

Blogwatch

Garten

DEAREST NATURE

LA BUENA VIDA

http://dearestnature.com/

http://nicolefranzen.

blog/ l

blogspot.com l

@ dearestnature l

@ LaBuenaVidaBlog l

Unser Lieblingsblog, wenn es um Natur geht! Donaville hat dieses neue Projekt gerade erst gestartet. Sie und eine Anzahl an Kontributoren bloggen über alles, was mit Pflanzen, natürlichen Materialien, DIYs, Gärten und von Natur inspirierter Kunst zu tun hat.

Die Bilder von Nicole Franzen aus Brooklyn/NY sind einfach zum Hinknien. Das Rezept für eine Rhabarber-Galette oder der Spaziergang durch die Botanischen Gärten von Brooklyn – stets sind ihre Bilder zum Träumen und inspirieren zum Zutatenkauf.

DOWNLOAD die Checkliste „5 Senses Of Spring“. Habt ihr schon im Park an Rosen gerochen? l

MACHT Nicole‘s Frühlings-Pilaf und bewundert das träumerische Flieder-Bild l MILES OF LIGHT

MY LITTLE PLANT LOVE http://mylittleplantlove. blogspot.com l

Julianna ist Liebhaberin von allem Grünen und Wachsenden. Auf ihrem Blog zeigt sie Projekte, Pflanzen, Gartentipps und dazwischen gibt‘s auch ein Rezept. Interessant zu lesen und dem jungen Blog zu folgen.

milesoflightprints. blogspot.com l ETSY-Shop l

Miles of Light ist eine Kollektion von Fotografien natürlicher Elemente, die 2010 von Romina gestartet wurde. Ihr Blog zeigt den Kreationsprozess hinter den über Etsy verkauften Bildern. KAUFT dieses wunderschöne Foto der getrockneten Rosen l

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Amore

Die Hochzeit von Maria und Pietro nimmt sisterMAG mit auf eine Reise zu den Stränden von Mui Né / Vietnam. Entdeckt die wundervolle Dekoration in diesem Traum aus tropischen Blüten.

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Bibliothek

XX das perfekte vietnamesisch-italienische bywar Es Bouquet, das an diesem späten Dezembertag gebunden wurde. Maria und Pietro aus Italien knüpften den Bund der Ehe am idyllischen Strand von Mui Né, Vietnam – dem Land der Väter der Braut. Dieser besondere Tag stand unter dem Zauber der Lotusblume. Die Trauung fand unter freiem Himmel am Strand statt, wobei die frische Brise, die vom Meer herüberwehte, den perfekten Hintergrund bildete. Passend zur entspannten Atmosphäre wurde die Braut barfuß, in einem wundervollen Cocktail-Kleid getraut und der Bräutigam trug einen beigen Leinenanzug. Die Gäste - ein bunter Blumenstrauß aus aller Welt - genossen die gefühlvolle Zeremonie auf Bambusstühlen, die mit Blumenketten und Papierlaternen in den thematischen Farben Pink und Grün dekoriert waren. Das Farbschema sollte den ganzen Tag bis hin zur fantastischen Party im angrenzenden Seahorse Resort durchziehen. Blumen waren der Schlüssel für die Gäste, um ihren Platz am Hibiskus- oder Orchideen-Tisch zu finden. In einem weißen Zelt unter einem Baldachin aus Lampions endete der Tag recht schnell, aber die Party dauerte noch lange.

Fotograf:  AIDAN DOCKERY l Hochzeitsplaner: BLISS WEDDING l Veranstaltungsort:  SEAHORSE RESORT l in Mui Ne Vietnam

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Das Kleid der Braut: ein Satinkleid mit abnehmbarer Organza-Schleppe. Es wurde extra f체r sie von OFFICINA DELLE FATE in Mailand angefertigt. www.lofficinadellefate.it.

Der Br채utigam trug einen Leinenanzug, der extra f체r ihn von SARTORIA ROSSI / Mailand gefertigt wurde. www.sartoriarossi.it

Die Satin-Orchideen auf dem Kleid waren handgefertigt von FINART Mailand. www.finart.it l

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Sektion K端che

REZEPTE, STYLING & FOTOS:

Virginia Horstmann l

Frühstück

t r a t S r e Ein süß Ein täglicher Neuanfang: das Frühstück am Morgen. Damit dieser besonders lecker ausfällt, hat uns die wunderbare Jeanny vom Food-Blog zuckerzimtundliebe.wordpress.com l süße Überraschungen vorbereitet. Das Thema: Beeren der Saison. Ob Erdbeere, Heidel- oder Himbeere – die Aussicht auf diese gesunden Leckereien lässt jeden Morgenmuffel zum Frühaufsteher werden!

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Gebackener M端sliriegel mit gemischten Beeren

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Fr端hst端ck

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Beerenstullen

Frühstück

Orangenfrischkäse-Himbeer

Ziegenfrischkäse-Brombeer

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Hüttenkäse-Blaubeer

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Dutch Babe ‌

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Ofenpfannkuchen mit Erdbeeren

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Himbeer-Kokos Bircher M端sli

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Pikelets …

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mit Blaubeer–…

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Ingwer-Kompott

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Ricotta-Fool mit geschmorten Vanille-Erdbeeren

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Erdbeer-Zucker-Zimtschnecken

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Zimtschnecken

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Frosting

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Erdbeerzucker

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Johannisbeer-Cornbread-Muffins

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Himbeer-Banane

Blaubeer-Kokos

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Fr端hst端cks-Smoothies

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Frühstück

Himbeer-Banane

Blaubeer-Kokos 125 g gefrorene Blaubeeren 1-2 EL brauner Zucker etwas geriebener Ingwer

1 Banane

150 g gefrorene Himbeeren 200 ml Milch 1TL Honig

400 g Erdbeeren, vom Grün befreit 240 g cremiger Naturjogurt 2 EL Zucker

100 ml Kokosmilch Zutaten im Standmixer oder mit Püriergerät gut mischen und in ein Glas gießen. Für einen schönen marmorierten Effekt nur die Hälfte der Kokosmilch einmischen, die andere Hälfte ins Glas gießen. Blaubeersmoothie aufgießen.

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Alle Zutaten in einem Standmixer oder mit dem Püriergerät gut mischen und in ein Glas gießen.

Alle Zutaten in einem Standmixer oder mit dem Püriergerät gut mischen und in ein Glas gießen. Eventuell Eiswürfel hinzufügen.

Gebackener Müsliriegel (quadratische Backform, ca. 22x22cm)

180 g Vollkorn-Weizenmehl 140 g Haferflocken 50 g Walnüsse, grob gehackt 1 ½ TL Backpulver 225 g kalte Butter 180 g Brauner Zucker

1 Prise Salz

1 großes, leicht geschlagenes Ei

400 g gemischte Beeren, frisch oder tiefgekühlt (unaufgetaut) 6-7 EL Marmelade

Beerenstullen Baguettescheiben kross toasten oder im Ofen leicht grillen. HÜTTENKÄSE-BLAUBEER-CROSSINI Pro Crossini einen Esslöffel Hüttenkäse mit 1/2 Teelöffel Honig vermischen. Das Brot dann mit dem Honig-Hüttenkäse bestreichen, dann mit Blaubeeren und Zimt garnieren. ORANGENFRISCHKÄSE-HIMBEERCROSSINI Pro Crossini zwei Esslöffel Frischkäse mit einem Teelöffel Orangensaft mischen. Diesen auf die Baguettescheibe streichen und mit Himbeeren garnieren.

1. Ofen auf 175°C Ober- und Unterhit- ZIEGENFRISCHKÄSE-BROMBEER-

ze vorheizen. Eine quadratische Backform mit Backpapier versehen. 2. Mehl, Haferflocken, Walnüsse, Backpulver, Zucker und Salz mit einem Handrührgerät mischen. 3. Kalte Butter in Würfeln, das verquirlte Ei hinzufügen und zu streuseligem Teig vermengen. 4. Hälfte der Streusel in die Form geben und andrücken. 15 Minuten backen und auskühlen lassen. 5. Marmelade auf den abgekühlten Boden streichen und die Beeren obenauf geben. Restliche Streusel darüber verteilen und weitere 20 Minuten lang backen. 6. Auskühlen lassen und in Riegel oder Quadrate schneiden. si st er M AG

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CROSSINI Pro Crossini 1/2 kleine Scheibe Ziegenfrischkäse (Picandou o.ä.) auf jede Scheibe verstreichen. Mit Brombeeren belegen und Honig toppen.

Dutch Babe – Ofenpfannkuchen mit Erdbeeren

2 Eier

120 ml Vollmilch 60 g Mehl eine Prise Salz Schale einer Bio-Zitrone ¼ TL Zimtpulver 1 EL Butter

Frühstück 250 g Erdbeeren, in Scheiben 3 EL Puderzucker oder Ahornsirup nach Wunsch

1. Ofen auf 220°C Ober- und Unterhitze vorheizen. 2. Eier, Milch, Salz und

Zimt sowie Zitronenschale verrühren, sodass ein glatter Teig entsteht. 3. Butter in eine ofenfeste Pfanne geben und kurz im Backofen schmelzen lassen. 4. Teig einfüllen und für 12-15 Minuten im Ofen backen, bis der Pancake gebräunt und nicht mehr flüssig ist. 5. Aus dem Ofen holen, mit Früchten und Puderzucker verzieren oder mit Ahornsirup beträufeln.

Himbeer-Kokos Bircher-Müsli für 2 Portionen

75 g Haferflocken Saft einer Zitrone 120 ml Wasser

1 geriebener Bio-Apfel

150 g cremiger Naturjogurt oder griechischer Sahnejogurt 3 EL leicht geschlagene Sahne 3 EL Honig 125 g Himbeeren, mit einer Gabel leicht zerdrückt 2 EL geröstete Kokosflocken Himbeeren und Kokoshobel zum Garnieren

1. Haferflocken, Zitronensaft und Was-

Kühlschrank quellen lassen. 2. Am Morgen Jogurt, Apfel, Honig, Himbeeren und Kokosflocken hinzufügen. 3. Leicht geschlagene Sahne unterheben. 4. Mit Himbeeren und Kokoshobeln garnieren.

Pikelets mit Blaubeer-IngwerKompott PIKELETS 150 g Mehl 1½ TL Backpulver ½ TL Natron 2 EL Zucker 170 ml Milch

1 Ei, Größe L

1 EL geschmolzene Butter

1. Mehl, Backpulver, Natron und Zucker in eine Schüssel sieben. 2. Milch

und Eier kurz verquirlen, dann zur Mehlmischung geben. Geschmolzene Butter hinzufügen und alles zu einem geschmeidigen Teig verrühren. 3. Eine Pfanne leicht mit Butter einreiben und bei mittlerer Hitze erwärmen. 4. Pro Pikelet einen Esslöffel Teig in die Pfanne geben. Die Pikelets erst wenden, wenn sich an der Oberseite Blasen bilden. Dann die andere Seite so lange braten, bis sie gebräunt ist. 5. Zwischen jedem Bratvorgang die Pfanne dünn mit Butter ausstreichen.

ser vermischen und über Nacht im

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BLAUBEERKOMPOTT 500 g Blaubeeren 160 g Zucker 240 ml Orangensaft etwas Zimt und etwas geriebener Ingwer 2 EL Maisstärke 2 EL Wasser

1. Zucker und Orangensaft in einem Topf zum Kochen bringen. 2. Die Hälf-

te der Blaubeeren, Zimt und Ingwer hinzufügen und bei niedriger Temperatur köcheln lassen, bis die Blaubeeren weich werden. 3. Die zweite Hälfte Blaubeeren hinzufügen und eine Minute weiter köcheln lassen. 4. Stärke und Wasser verrühren und peu a peu zu den Blaubeeren geben, bis die gewünschte Kompottkonsistenz erreicht ist.

Ricotta-Fool mit geschmorten Vanille-Erdbeeren 

(für 2 Gläser)

250 g Ricotta 2 EL cremiger Vollmilchjoghurt 500 g frische Erdbeeren 4 EL Zucker

1 Vanilleschote

sammen mit Zucker und der ausgekratzten Vanille (inkl. Schote) in eine Auflaufform geben und ca. 15 Minuten lang im Ofen schmoren. Vanilleschote entfernen. 3. Ricotta mit Joghurt cremig rühren und abwechselnd mit den Erdbeeren in Gläser schichten. Mit Erdbeeren, Pistazien oder Walnusskernen garnieren.

Erdbeer-Zucker-Zimtschnecken  (für etwa 8 Erdbeer-Zimtschnecken) FÜR DEN TEIG 1/8 l Milch

1/3 Würfel Hefe

250 g Mehl 2 EL Zucker 30 g Butter FÜR DIE FÜLLUNG 3 EL weiche Butter 4 EL Zucker eine Hand voll getrockneter Erdbeeren 1 TL Zimt FÜR DAS FROSTING 25 g Butter (zimmerwarm) 50 g Frischkäse Doppelrahmstufe 250 g Puderzucker, gesiebt

1. Ofen auf 200°C Ober- und Unter- 1 TL Erdbeersirup oder -saft (alternativ: rote Lebensmittelhitze vorheizen. 2. Erdbeeren putzen, vom Grün befreien und halbieren. Zu-

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farbe)

Frühstück 1. Ofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. 2. In einem Topf bei mittlerer

Hitze die Milch leicht erhitzen und vom Herd ziehen. 3. Zwei Esslöffel Milch mit der Hefe verquirlen, 1 TL Mehl und 1 TL Zucker hinzufügen. Alles für ca. 15 Minuten beiseite stellen. 4. Zucker und Butter zur restlichen Milch geben und rühren, bis Butter geschmolzen ist. 5. Mehl in die Milch einrühren, Hefemischung hinzufügen und alles mit den Knethaken des Handrührers oder per Hand zu einem glatten Teig kneten. 6. Teig etwa eine halbe Stunde lang abgedeckt an einem warmen, zugfreien Ort gehen lassen. Teig ca. 1 cm dick ausrollen. 7. Für die Füllung getrocknete Erdbeeren, Zucker und Zimt mit dem Pürierstab so lange mixen, bis ein rosa Zucker entsteht. Weiche Butter auf den ausgerollten Teig streichen und gleichmässig mit dem Erdbeer-Zimt-Zucker bestreuen. 8. Von der langen Seite her eng aufrollen und in acht gleich große Scheiben teilen. Diese auf ein Backpapier belegtes Blech legen und etwa 10 bis 15 Minuten lang backen. 9. In der Zwischenzeit für das Frosting Butter, Frischkäse und Erdbeersirup oder -saft mit den Quirlen des Handrühres mischen und langsam Puderzucker hinzufügen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Auf die noch lauwarmen Hefeschnecken streichen.

Johannisbeer-CornbreadMuffins (für 12 Stück) 40 g Mehl 40 g Maismehl 2 EL Zucker ½ TL Backpulver ¼ TL Natron eine Prise Salz 75 ml Buttermilch

1 Ei (Größe L), leicht verquirlt

20 ml neutrales Pflanzenöl 2 EL Zucker zum Bestreuen 125 g Johannisbeeren, verlesen und gewaschen

1. Ofen auf 200°C Ober- und Unterhit-

ze vorheizen. Minimuffin-Form leicht ausbuttern. 2. Mehl, Maismehl, 2 EL Zucker, Backpulver, Natron sowie Salz mischen und sieben. 3. Buttermilch, Ei und Öl verquirlen, zur Mehlmischung geben und schnell verrühren, bis ein glatter Teig entsteht. 4. MiniMuffinformen zu ca. ¾ mit Teig füllen. Johannisbeeren darauf verteilen, mit restlichem Zucker bestreuen und 10 bis 12 Minuten backen. 5. Noch warm mit Butter oder Sirup genießen.

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Ein Leben mit der Patisserie Liest man Artikel über Feinbäcker haben alle etwas gemeinsam: sie sind mit vollem Herzen bei der Sache, wollen sich konstant weiterentwickeln und neue Dinge ausprobieren, sind hochmotiviert, kreativ, künstlerisch und nicht zuletzt sehr großzügig. Alles Charaktereigenschaften, die einen mehr über sie und ihr Tun erfahren lassen wollen. Die Feinbäckerei oder Pâtisserie, wie es in Frankreich heißt, hat sich seit den 50er Jahren deutlich weiterentwickelt. Damals wurde sie sehr stiefmütterlich von den Küchenchefs behandelt und war nicht viel mehr als schwere Sahnecreme und Dekoration.

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Die 60er Jahre brachten dann viele Veränderungen: Frauen achteten vermehrt auf ihre Figur, trugen Mini-Röcke und enge Hosen. Die Pâtisserie hatte sich dem anzupassen. In den 70er Jahren modernisierte Gaston Lenôtre die Pâtisserie weiter, in dem er sie leichter, feiner und schöner machte. Er wandte dabei das Konzept der „nouvelle cuisine“ – der „neuen Kochkunst“ – auf die Feinbäckerei an und eröffnete dafür 1974 seine Pâtisserie-Schule in

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Paris. Er war der erste, der Ideen aus Marketing und PR nutzte, um die Pâtisserie einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen. Pierre Hermé, der bei Lenôtre gelernt hat, prägte dann die 90er Jahre.

Pierre Hermé © Copyright Jean Louis Bloch Lane

Der „Picasso der Feinbäckerei“ oder „Dior des Desserts“, wie er auch genannt wird, revolutionierte die französische Pâtisserie. Er verbannte alle schweren Garnierungen von Torten, nutzte dafür exotische Produkte wie Wasabi oder Litschis, mischte diese z.B. mit Rosen, um neue Geschmacksrichtungen zu erschaffen. Seine Kreationen sind saisonabhängig und nur auf Nachfrage verfügbar (Macarons). Seine Torten sind eigene Kunstwerke. Er zögert dabei nicht, mit Designern

Küche

Yl A L P U A D E N N IE B A F n o v PIERRE HERMÉ

LEFT: Paris-Brest Ispahan – Pâte à choux mit gegrillten Mandelsplittern, Mascarpone mit Rosen, Himbeerpüree und Litschis. RIGHT: Millefeuille Ispahan Karamellisierte Windbeutel, Mascarpone-Creme mit Rosen, Himbeerpüree und Litschis. © Copyright Pierre Hermé Paris

zusammenzuarbeiten, die ihm helfen, seine Kreationen zu erschaffen. Sein erstes Geschäft eröffnete er in Japan, bevor eine Filiale in Paris dazukam. Der Minimalismus in seinen Werken kommt sicher durch diesen Einfluss. Pâtisserie erlebt durch gutes Marketing gerade einen Höhenflug und wird als sexy und modern angesehen. Niemals zuvor gab es so viele Bücher, Artikel, Blogs, Kurse oder TV-Sendungen, die sich mit dem Thema beschäftigen. Sie ist populär, kreativ, zugänglich und verkauft sich gut. Es gibt einige berühmte Feinbäcker in Frankreich, deren Arbeit Frankreich

zum Vorreiter dieses Feldes gemacht hat. Einige meiner Favoriten sind: Emmanuel Ryon (Café Pouchkine), welcher französische und russische Einflüsse mischt; Philippe Conticini (La Pâtisserie des Rêve l), Christophe Adam (Fauchon l), Pierre Hermé (Pierre Hermé l), Claire Damon (Des Gâteaux et du Pain l), die einzige Frau, die eine Pâtisserie beCAFÉ POUCHKINE OBEN: The éclair tvorog – Eine feuchte pâte sitzt.

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Café Pouchkine © Copyright: Café Pouchkine

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à choux, a crème Tvorog (russischer Quark) UNTEN: Fraisier de la datcha – Mandel- und Vanille-Biscuit, frische Erdbeeren und Pistazien, eine leichte Vanille- und Orangenblüten-Creme, Überzug aus weißer Schokolade.

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FABIENNE DAUPLAY studierte Asiatische Sprachen und Fotografie. Sie arbeitete als Kellnerin in verschiedenen Restaurants in London & Berlin, um ihr Studium zu finanzieren. Daran gewöhnt, in der Küche auszuhelfen (ihre Eltern veranstalteten größere Essen zu Hause), fand sie den richtigen Zugang zu Essen und Wein erst als Kellnerin. Irgendwie hat sie diese Liebe niemals verlassen. Seit langem ist es ihr Traum, ein kleines Café zu eröffnen, weshalb sie sich für den Kurs am ENSP entschied.

OBEN: Mandelcreme, Sauerkirschen auf einem krossen Mandelbiscuit LINKS: Rote-Beeren-Charlotte  © Copyright: Fabienne Dauplay

Küche

Seit einigen Jahrzehnten hat die französische Pâtisserie sich stark verändert: schön aussehend, kreativ, innovativ und offen zeigt sie eine neue Seite, die sich immer noch weiterentwickelt. Ich habe das Backen seit den Tagen mit meiner Großmutter wiederentdeckt, aber dieses Mal mit mehr Ehrgeiz. Da ich schon länger mein eigenes Geschäft eröffnen möchte, habe ich mich dafür entschieden, Pâtisserie in Frankreich an der ENSP (Ecole National Supérieure de Pâtisserie) von Alan Ducasse und Yves Thurèis zu studieren. Es ist ein 6-monatiger Kurs für Leute, die sich beruflich verändern wollen, aber zu alt sind, um einen 3-JahresKurs an einer staatlichen Schule zu

Die Schule befindet sich in einem Schloss. Wir arbeiten in „Labs“ und nicht in Küchen.

absolvieren. Wir sind 13 Studenten in einer Gruppe, die aus allen Teilen der Welt stammen und zwischen 22 und 44

Jahren alt sind. Unsere tägliche Routine ist sehr einfach: wir leben in Yssingeaux in der Region Auvergne und gehen jeden Tag zur Schule – 7 Stunden pro Tag, 5 Tage die Woche. Der Kurs dauert von Mitte November bis Juni, ein einmonatiges Praktikum ist enthalten. Meins werde ich bei einem MOF (bester Handwerker Frankreichs) und Weltmeister der Pâtisserie absolvieren: Bruno Montcoudiol l. Wir haben sofort mit Backen angefangen: Obstkuchen, Mini-Gebäckstücke und Apfelkuchen (blog post hier l). Es gab die ersten Verletzungen wegen der scharfen Messer, die Aufregung des Neuanfangs und die vielen neuen Leute lenkten einen ab. Nach den ersten Übungen nahmen wir uns die Klassiker vor. Wir bereiteten eine Millefeuille zu: Blätterteig ist schwierig herzustellen, genauso wie die Zuckerglasur (siehe nachfolgendes Photos) und das Durchziehen mit Schokolade für das typische Muster. Sobald man mit der letzten Schicht Blätterteig fertig ist, muss der Zucker verteilt werden.

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Im nächsten Schritt faltet man eine Papiertüte und bereitet die Schokolade vor. Ganz wichtig: die richtige Temperatur. Ich habe die ganze Zeit gezittert und den Atem angehalten, während die anderen einen mit „das ist es, das ist es“ angefeuert haben und zum Abschluss applaudierten. Man darf nicht zu lange warten, weil sonst Zucker und Schokolade fest werden. Wenn man dann das Messer ansetzt, um das typische Muster zu ziehen, kann die Glasur brechen. Aber was für ein Glück, wenn man es geschafft hat! Diese Art der Glasur ist etwas altmodisch, heute sieht man eher karamelisierte Toppings oder Puderzucker – das ist luftiger und sieht moderner aus.

Später haben wir Windbeutel mit Cremefüllung und glasiertem Karamell hergestellt. Dabei muss man sehr vorsichtig sein: Karamell wird sehr schnell dunkel und tut sehr weh, wenn es mit der Haut in Berührung kommt. Der Opéra ist ein berühmter Klassiker, ein Lagenkuchen mit Kaffee-Buttercream und Schokoladen-Ganache. Der Moka dagegen ist ein fluffiger Kuchen mit Buttercreme gefüllt. Wir haben auch viele Charlottes, Tartes, Croissants und Brioches probiert. Nachdem wir sehr viel über die Grundlagen der französischen Pâtisserie gelernt haben, wandten wir uns der Herstellung von modernem Feingebäck zu. Neben der Arbeit an meinem Blog l und den Photographien sind die Freizeitmöglichkeiten limitiert auf Spaziergänge in den Wäldern und „Sucs“ (kleine Vulkanberge in der Gegend). Ich bin sehr froh, dass ich 4 wunderbare Mädchen getroffen habe, mit denen ich Freundschaft geschlossen habe. Wir essen einmal die Woche gemeinsam Dinner, samstags „brainstormen“ wir beim Waschen und es gibt den Kultur-Montag in der Zeitschriftenabteilung des lokalen Supermarkts. Sie sind alle zwischen 22 und 25 Jahre alt,

Küche

haben Medizin, Jura, Produktdesign und Sprachen studiert. Alle waren jedoch unzufrieden und entschieden sich daher für diesen Lebenswechsel. Obwohl die französische Kochkunst immer noch von Männern dominiert wird, drängen immer mehr Frauen in diese Welt. Die Raffinesse und Schönheit der

Kreationen, die Freiheit mit Bezug auf Geschmack, Texturen, Design und auch Arbeitsalltag haben mich angezogen. Viele gehen ins Ausland, nehmen dabei ihr Können mit und lernen von anderen Kulturen. All das macht den Feinbäcker zu meinem Traumberuf.

Zitronen-Torte mit schwarzen Johannisbeeren © Copyright: Fabienne Dauplay

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FRÜHLINGSSPEISEN

von Charlotte Franklin l

Schon seit langem habe ich darüber nachgedacht, Milchprodukte und Zucker aus meiner Ernährung zu streichen. Nicht für immer, aber als frischer Start. Dieser Frühling scheint die perfekte Zeit dafür zu sein! Die Rezepte basieren auf japanischen und westlichen Zutaten und sind inspiriert von meinem Alltag. Viel Freude mit meinen Rezepten!

Ein Glossar aller Zutaten gibt es auf Charlottes Blog lovelyfoodblog.com

Küche

ZITRONEN-PISTAZIENfür 24 PLÄTZCHEN d Diese Plätzchen sind nicht sehr süss. Ich empfehle daher, Ahornsirup, Honig oder Agavensirup hinzuzufügen, wenn ihr mehr Süsse möchtet. 125 g Sonnenblumenöl 1 cup Reissirup

2 Zitronen (Schale)

1 EL Flachssamen

1 cup Dinkelmehl

1 cup gemahlene Mandeln

1 TL Backpulver

130 g ganze Pistazien

1.  Ofen auf 180°C vorheizen. 2.  Pistazien in einen Platik-

beutel geben und mit einem Nudelholz zerdrücken (vierteln). 3.  Sonnenblumenöl, Zitronenschale und Reissirup gut mischen. 4. Mehl, Flachssamen, Mandeln und Backpulver mischen. Pistazien hinzufügen. 5.  Alle flüssigen Zutaten hinzufügen und gut vermengen. Die Mischung jedoch nicht zu stark bearbeiten. 6.  Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen. 7.  Unter Zuhilfenahme eines Dessert-Löffels Teig portionieren und zu Kugeln rollen. 8.  Kugeln gleichmäßig mit viel Abstand auf den Backblechen verteilen. 9.  Biscuits mit einer Gabel platt drücken (ca. 1,5 cm Dicke) 10.  Für 15 Minuten backen, dabei Backbleche nach 10 Minuten wechseln, damit alle Plätzchen gleichmäßig braun werden. 11.  Auf Gitter übertragen und auskühlen lassen (Plätzchen sind nach dem Backen noch sehr weich, werden beim Auskühlen jedoch härter). 12.  In luftdichter Box aufbewahren.

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LAUCH-ZWIEBEL-MISO-TART Für 4 - 6 Personen d 

BODEN 

3 große Zwiebeln 3 Lauchstangen Öl zum Braten 1 EL Miso (Paste)

BELAG

2 cups Dinkelmehl Prise Meersalz 1/3 cup Sonnenblumenöl 1/3 cup Wasser, eisgekühlt

FÜLLUNG

Eine tolle Alternative zur "Alsace Tarte“, die voller Eier, Creme Fraiche und Butter steckt. Dies ist eine leichte Variante, die durch den tollen Geschmack des Miso dem Original in nichts nachsteht. Zitrone und Tofu vereinen sich zu einer tollen Creme Fraiche und die Tarte ist am Ende so aromatisch, dass meine ganze Familie begeistert war.

1 1/2 1/2 cup 600 g 1 EL

EL kuzu (oder Stärke) Zitronensaft Tofu (2 Blocks) Agar-Flocken (optional, nicht ungedingt notwendig) Prise Meersalz

BODEN 1. Ofen auf 180°C vorheizen. 2. In eine große Schüssel Mehl und Meersalz sieben 3. In einer weiteren Schüssel Öl und Wasser verquirlen – die Mischung sollte dicker werden, wenn die Zutaten emulgieren ( sich verbinden) 4. Flüssige Zutaten zum Mehl hinzufügen und kneten, bis ein Teig entsteht (nicht zu lange bearbeiten)

5. 10 Minuten ruhen lassen 6. Boden auf bemehlter Oberfläche in Größe der Tortenform ausrollen. Vorsichtig hochheben und in Form hineindrücken. Teig ist sehr krümelig 7. Teig gut in die Form hineindrücken (22 cm groß). 8. Für 10 Minuten blind backen – auf jeden Fall eine Eieruhr benutzen! FÜLLUNG

8. Zwiebeln auf kleiner Hitze anschwitzen. 9. Wenn Zwiebeln transparent sind, Miso hinzufügen und für weitere 5 Minuten auf kleiner Hitze unter Rühren anbraten lassen. Zur Seite stellen 10. In einem anderen Topf geschnittenen Lauch anschwitzen bis er weich ist (ca. 20 Minuten). Lauch sollte dabei nicht braun werden. BELAG

13. Kuzu im Zitronensaft auflösen. 14. In einem Mixer Zitronensaft mit Kuzu, Agar-Flocken und Meersalz und Tofu mixen. Zur Seite stellen. BACKEN

15. Zunächst Zwiebeln und Miso auf den Boden geben. Dann eine Lage Lauch hinzugeben. 16. Am Ende die TofuMischung obenauf gießen und gleichmäßig verteilen, sodass eine glatte Oberfläche entsteht. 19. 30 Minuten backen oder bis die Tarte gebräunt ist. 20. Heiß servieren und mit Frühlingszwiebeln garnieren. Die Tarte schmeckt übrigens am nächsten Tag fast noch besser.

K端che

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LAUCH-ZWIEBEL-MISO-TART

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NATURREIS MIT LINSEN, ERBSEN UND SPARGEL d Für 2-3 Hauptspeisen oder 4 Beilagen

Da ich hier braunen Reis/Naturreis benutze, koche ich ihn stets ein wenig früher und nach Risotto-Methode. Um den Vorgang zu beschleunigen, könnt ihr natürlich auch einen Dampfdruckkochtopf benutzen - perfekter Reis in 25 Minuten. Reis mit anderen Zutaten, z.B. Linsen, Dinkel, Hafergrütze oder Hirse zu mischen, bringt Spass und Abwechslung in diese Mahlzeit.

PHASE 2

PHASE 1

RISOTTO

3/4 cup Naturreis 1/4 cup Linsen 750 ml Wasser

1 Würfel Gemüsebrühe

2 Zwiebeln in Scheiben

~750 ml kochendes Wasser (warmhalten, da nicht gleich das ganze Wasser gebraucht wird)

1 Zitrone (Saft)

Meersalz zum Würzen

GEMÜSE

2 Tassen frische oder TK-Erbsen 8 Stangen grüner Spargel

Öl für die Pfanne

1.  Reis, Linsen, 750 ml Wasser und

Gemüsebrühe in den Dampfkochtopf oder großen Topf geben. Dampfkochtopf hochheizen und auf höchster Einstellung für 15 Minuten kochen. Reis für si st er M AG

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weitere 10 Minuten bei geschlossenem Deckel ruhen lassen 2. Wenn ihr einen normalen Topf nutzt: zum Kochen bringen und auf kleiner Hitze für 35-40 Minuten köcheln lassen. Reis ist dann zum größten Teil gekocht – keine Angst, wenn noch Wasser im Topf ist zu diesem Zeitpunkt.

3. In einer sehr großen Pfanne die

Zwiebeln auf kleiner Hitze anschwitzen, bis sie transparent sind. 4. Vorgekochten Reis hinzufügen und gut umrühren. 5.  Weiter Wasser hinzufügen (eine Tasse nach der anderen) bis Reis das Wasser vollständig aufgenommen hat. 6.  Zitronensaft hinzufügen. Es dauert ca. 20 Minuten bis Reis und Linsen die 750 ml Wasser aufgesogen haben. 7.  Solange kochen lassen und Wasser hinzufügen, bis der Reis risottoweich, leicht zu beißen und nicht zu feucht ist.

GEMÜSE

8. In einem kleinen Topf Erbsen für drei Minuten kochen. 9.  Abgießen und zur Seite stellen. 10.  In einer

Pfanne Spargel in Öl und mit einer Prise Salz braten, bis er golden und weich ist. 11.  Vom Herd nehmen und in ca. 3 cm lange Stücke schneiden. 12. Erbsen dazugeben und Gemüse in den Risottoreis einrühren. 13.  In Schüsseln servieren und mit Spargelspitzen garnieren.

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NATURREIS MIT LINSEN, ERBSEN UND SPARGEL

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HÄHNCHEN-UDON-SUPPE

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Küche

HÄHNCHEN-UDON-SUPPE d

Für 4 Personen

Eine leichte Suppe mit einer Hühnerbrühe, die man über den Zeitraum von zwei Tagen herstellt. Je länger man die Hähnchenknochen kocht, umso aromatischer wird die Brühe. BRÜHE

Knochen von einem großen Hähnchen (besser noch: Hahn)

3 Selleriestangen in Scheiben 3 Karotten in Scheiben

Meersalz zum Würzen (ca. 5 Prisen)

Wasser, um Brühtopf ganz zu füllen (Ich nutze einen 6.5LDampfdrucktopf - solange ihr das Hähnchen bedecken könnt, ist es in Ordnung)

SUPPE

2 Hähnchenbrüste ohne Knochen 3 Stangen Lauch

2 EL Öl zum Braten

2 Karotten (hier: weiße Karotten, aber jede Farbe ist ok) 1 Zitrone (Saft)

1 Pack. Udon-Nudeln

Meersalz zum Würzen Kleine Hand voll Arame (japanisches Meergemüse)

TAG 1

1. Am Morgen das Hähnchen mit Sel-

lerie, Karotten, Salz und Wasser in

einen großen Brühtopf mit Deckel geben. Zum Kochen bringen, dann den ganzen Tag köcheln lassen. Darauf achten, dass immer genug Wasser im Topf ist, um Hähnchen zu bedecken. 2. Um ca. 20 Uhr den Herd ausschalten und die Brühe auskühlen lassen. Schließlich den Topf über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen.

TAG 2

3. Am Morgen Brühe noch einmal zum

Kochen bringen und schließlich köcheln lassen. 4.  Ca. 2 Stunden vor dem Servieren die Brühe durch ein Sieb gießen, um alle Knochen und das verkochte Gemüse zu entfernen. 5.  Hähnchenbrust grillen oder braten. 6.  Hähnchenstücke abkühlen lassen. Dann in ca. 5 mm dicke Stückchen reißen und zur Suppe geben. 7.  Dünn geschnittene Karotten zur Suppe hinzufügen. 8.  Zitronensaft hinzufügen. 9.  Lauch anschwitzen auf kleiner Hitze – sobald er bissfest gekocht ist, zur Suppe hinzufügen. 10.  Udon-Nudeln kochen, abgießen und ebenfalls zur Suppe hinzufügen. 11.  Alles auf kleiner Hitze für weitere 15 Minuten aufbrühen und mit Meersalz würzen. 12. In vier große Schalen schöpfen und mit Arame garnieren.

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GESTÜRZTER SAURER ZITRONEN-BLAUBEERKUCHEN d

Für einen Kuchen oder 12 Muffins

Ein super gesunder makrobiotischer Kuchen.

TROCKEN

1 1/2 cups weißes Dinkelmehl

NASS

Der Kuchen ist überhaupt nicht süss aufgrund der Beschaffenheit vom Reissirup. Solltet ihr jedoch eine kompakte Tarte mit salzigem Geschmack mögen, ist dies genau das richtige Rezept. Am besten in dünnen Scheiben oder in Muffinform. Dann ist der Teig weniger kompakt und leichter.

1 1/2 cups gemahlene Mandeln 2 TL Backpulver

gute Prise Meersalz 1 TL Vanilleextrakt

1/2 cup Sonnenblumenöl 1 cup Reissirup 1 cup Sojamilch

2 Zitronen (geriebene Schale)

TOPPING

1/2 cup Zitronensaft

2 cups TK-Heidelbeeren

1 EL Kuzu (oder Stärke) 1 EL Agar-Flocken

KUCHENTEIG

1.Ofen auf 180°C vorheizen. 2. Trockene Zutaten vermengen. 3.  Flüssige Zutaten vermengen, die Mixtur wird dicker, sobald sich alle Zutaten si st er M AG

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vereinigen. 4.  Die beiden Mischungen zusammenmischen zu einem recht flüssigen Teig (nicht zu sehr bearbeiten) 5.  Wenn ihr eine Muffinform nutzen wollt, jetzt einfach den Teig in 12 Muffinförmchen schöpfen und für 25 Minuten backen (bis Holzstab trocken herauskommt)

TOPPING (FÜR GESTÜRZTEN KUCHEN)

6. TK-Heidelbeeren über kleiner Hitze in einem Topf erwärmen. 7.  Kuzu

einrühren und solange rühren, bis es sich aufgelöst hat. 8.  Agar-Flocken hinzufügen.

FERTIGSTELLUNG

9. Eine Gugelhupfform leicht mit Öl

ausstreichen oder eine flache Tarteform mit Backpapier auslegen. 10. Heidelbeer-Topping hineingießen 11.  Vorsichtig den Teig daraufgießen. Das Heidelbeer-Topping wird sich ein wenig vermischen – das ist nicht schlimm. Seid einfach so vorsichtig wie möglich. 12.  50-60 Minuten backen (Holzstabprobe) 13.  Aus dem Ofen nehmen und für 15 Minuten kühlen lassen. 14.  Form auf eine Servierplatte stürzen, ggf. Backpapier abziehen. Keine Angst, wenn ein wenig Topping an der Form haften bleibt. 15.  In dünne Scheiben geschnitten mit Zitronenjogurt oder Sorbet servieren.

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GESTÜRZTER SAURER ZITRONEN-BLAUBEERKUCHEN

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uu Erklärt in euren eigenen Worten die Idee Eures Unternehmens!

uu Wie verdient ihr Geld? Wie finanziert ihr euch?

barcoo verrät den Verbrauchern mehr über Produkte. Einfach mit der Kamera des Smartphones den Barcode von Lebensmitteln, Elektronik-Artikeln und vielem mehr scannen, um die unabhängigen Informationen abzurufen: z.B. Preisvergleich mit lokalen Einzelhändlern, Öko-, Gesundheitsinformationen und Testberichte.

Greenpeace und Co zahlen uns kein Geld, wenn wir auf deren Informationen verweisen. Aber zur vollständigen Transparenz gehören neben Non-Profit-Organisationen auch die Informationen der Hersteller selbst. Und diese bezahlen, dass sie zum Beispiel deren eigene Nachhaltigkeits-Berichterstattung auf barcoo veröffentlichen.

uu Was sind die Inspirationen für die Idee gewesen? Wir haben über die Vor- und Nachteile der diversen Bio-Siegel diskutiert und dabei festgestellt, dass die Bewertungen im Internet zu finden sind. Sie waren aber noch nicht dort zugänglich, wo man sie wirklich braucht: unterwegs beim Einkauf. Schnell wurde uns klar, dass wir noch so viele weitere Informationen anbieten könnten, dass wir gar nicht mehr anders konnten, als barcoo zu gründen.

uu Wen seht ihr als eure Zielgruppe? Wir machen keine Einschränkungen. Jeder Mensch braucht Infos über Produkte und kann barcoo nutzen. Wir integrieren immer wieder neue Inhalte, z.B. Laktose-Informationen oder welcher Hersteller bei Kosmetika auf Tierversuche verzichtet. Das kann mal Special Interest, mal für jede/n relevant sein. uu Wo seht ihr euch in 5 Jahren? Wir wollen absolute Transparenz für die Verbraucher. In 5 Jahren werden

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wir da noch sehr viel weiter sein. So soll dann beispielsweise der CO2-Fußabdruck eines jeden Produktes abrufbar sein. Das wird mit barcoo funktionieren und uns werden mehr als 10 Millionen Deutsche nutzen! uu Wer sind eure Konkurrenten? Google mit seiner Shopper- bzw. Goggles-App. Amazon im Non-Food-Bereich. Die Größe der Konkurrenten zeigt, dass wir uns in einem spannenden Markt bewegen, wir aber aufpassen müssen. Diese Konkurrenten haben eine extrem starke Marktmacht und deswegen müssen wir immer mindestens doppelt so gut sein.

uu Was habt ihr vorher gemacht? Nach den Studienabschlüssen (von Mathematik über Informatik bis Wirtschaftsinformatik) haben wir einen spannenden Strauß an Erfahrungen zu bieten: Planung von Satellitenmissionen, Gewinn von RoboCup-Weltmeisterschaften, Gründung eines Software-Unternehmens und Unternehmensberatung. uu In welcher Abteilung habt ihr euren ersten Mitarbeiter eingestellt? Im Marketing. Tatsächlich haben wir bis heute kein echtes Marketing betrieben, sondern viel auf Mund-zu-MundPropaganda und PR gesetzt. uu Wie seid Ihr auf eure Unternehmensfarben gekommen?

Startup Spotlight Barcoo

Wir haben uns bewusst gegen grün entschieden, weil wir dann als reine Öko-App wahrgenommen worden wären. barcoo steht aber für so viel mehr. Transparent konnte es nicht sein und da uns von Anfang das himbeer-rot gefallen hat, ist es das auch geblieben.

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uu Wer hat das Unternehmenslogo gestaltet? Das ist eine lustige Geschichte: Der Zivi-Kollege eines Mitgründers hat unser Logo gestaltet. Mittlerweile ist er angesehener Künstler mit Ausstellungen in Moskau und einer DesignProfessur in Berlin. uu Hauptnahrungsmittel in der Startup-Phase? In der Home-Office-Phase am Anfang haben wir fast jeden Tag noch selber gekocht: Pasta in allen möglichen Variationen. Aber natürlich (meist) vegetarisch. Wir haben uns zu lange mit ethischem Konsum, Energie-Effizienz und Gesundheit beschäftigt, als dass wir ruhigen Gewissens ein AntibiotikaHähnchen essen könnten. uu Ist der barcoo-Service besonders attraktiv für Frauen?

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barcoo ist in der Tat sehr attraktiv für Frauen. Zunächst hilft die Lebensmittel-Ampel auf einen Blick den Fettoder Zucker-Gehalt eines Lebensmittels einzuschätzen. Frauen achtensehr häufig mehr auf gesundheitsbewussten Konsum.

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Wir haben auch Informationen zu den Kosmetikfirmen zusammengetragen, die sich gegen die Forschung mit Tieren entschieden haben (Infos von Tierschutzorganisationen wie der Deutsche Tierschutzbund e.V., PETA Deutschland e.V., gocrueltyfree.org) uu Worauf können sich barcoo-Nutzer in der Zukunft freuen? Wir arbeiten immer an neuen Features und denken über hilfreiche Informationen nach, die wir bei barcoo anzeigen können. So werden wir bald bei Weinen mehr Infos zum Produzenten oder Geschmack anzeigen. Ein weiteres Thema, an welchem wir arbeiten, ist die Anzeige, ob ein Lebensmittel genmanipuliert ist. Unsere Nutzer und alle Verbraucher können also gespannt sein, was als nächstes kommt. GRÜNDER

v.l.n.r. Benjamin Thym | Martin Scheerer | Tobias Bräuer unten Tarik Tokic

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von MELIHA YANGÖZ l

Das Kuchenwaagendilemma

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1 Waage mintfarben – € 29.90 via Nostalgie im Kinderzimmer | 2 Weylux Queen Waage £75 via Objects of Use | 3 Waage von Terrain – $368.00

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Meine zitronengelbe Küchenwaage und ich - wir sind dicke Freunde, vertrauen uns gegenseitig, sie lässt mich nie im Stich! Mixer, Schneebesen, Kaffeemaschine oder Backofen – keiner kann meiner geliebten Küchewaage das Wasser reichen. Ich benötige sie jeden Tag: für Cookies, Muffins, Kekse, Torten. Ja sogar für meine Nudeln. Seit ich erfahren habe, dass Italiener ihre Nudeln abwiegen, tue ich dies auch! 70g Nudeln pro Person - und nicht mehr kommen auf den Tisch (auch wenn das eine Mini-Portion ist). Die Italiener werden sich mit Pasta schon auskennen. Mein Mann meint, ich kann ohne meine Freundin gar nicht mehr leben, ob es denn wirklich notwendig sei, alles – aber auch einfach alles – abzuwiegen?!? Die einfache Antwort: ja! Dann kam Tag X: sie wurde schwächer und blinkte nicht mehr. In einer Stunde kamen meine Gäste, und ich hatte noch nichts gebacken oder gekocht. „Kannst du nicht improvisieren und schätzen?“, meinte mein Liebster. Doch ich hatte mich stets zu sehr auf sie verlassen. Ihr blind vertraut, sodass ich nun nicht wusste, wieviel 150g Mehl sind. Das einzige, was ich abzählen konnte, waren 2 Eier, welche das Rezept verlangte. Die Rettung kam schnell – neue Batterien! Damit ich jedoch nicht noch einmal in eine solche Situation gerate, habe ich eine Notfalllösung entwickelt: ein Becherkuchen-Rezept, welches ich heute mit euch teilen möchte und eine Retrowaage ohne Batterien! u

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KOKOS-JOGHURT-GUGELHUPF MIT ZITRONENSIRUP Fett und Mehl für Form 2 Becher Vollmilchjogurt (à 150 g) 2½ Becher Zucker (ca. 175 g)

1 Pck Vanillezucker

Salz

6 Eier

1½ Becher neutrales Öl (ca. 250 ml) 1 Becher Mehl (ca. 120 g) 2 Becher Weichweizengrieß (à 130 g) 1 Becher (ca. 65 g) + 1 EL Kokosraspel

1 Pck Backpulver

3–4 Zitronen

TEIG 1. Eine Gugelhupfform gut fetten und mit Mehl bestäuben. 2. Joghurt in eine Schüssel geben und die 2 Joghurtbecher auswaschen und als Messbecher verwenden. 3. Den Backofen auf 175°

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vorheizen. 4. 1½ Becher Zucker, Vanillezucker, Salz und die Eier mit dem Mixer cremig schlagen. Öl zur Joghurtmasse geben und unterrühren. 5. Mehl, Grieß, 1 Becher Kokosraspeln und Backpulver in einer Schüssel verrühren und ebenfalls unter die Jogurtmasse unterrühren. 6. Teig in die Gugelhupfform füllen und im Backofen ca. 50 Minuten backen. 7. Gugelhupf anschliessend ca. 20 Minuten abkühlen lassen. ZUBEREITUNG VOM SIRUP 8. Zitronen auspressen und 1/8l Saft abmessen, 1 Becher Zucker und den Zitronensaft aufkochen lassen. 9. Kuchen aus der Form stürzen und wieder zurück hineingeben, mit einem langen Holzspieß kleine Löcher einstechen. 10. Nun den heißen Sirup über den Kuchen gießen – 1 Stunde abkühlen lassen, Kuchen aus der Form nehmen und mit Kokosraspeln bestreuen.

Küche

by XX Zuweilen findet man Blogs, die einen sofort begeistern. Eine halbe Stunde Scrollen und ein Blick auf die Sidebar später zeigt dann, dass es von diesem Blogger noch viel mehr zu entdecken gibt. Genau dies passiert, wenn man Rachel Balls Blog öffnet. Nicht nur ihre Fotos und Rezepte laden zu einem ausgedehnten Blogspaziergang ein. Man findet dazu noch herrliche Produkte in ihrem Online-Küchen-Shop namens MIGNON l. Für sisterMAG wählte sie drei Lieblingsrezepte aus und zeigt dazu das perfekte Accessoire aus ihrem Shop.

Bake and Shop

SHOP

BAKE

FOTOS & REZEPTE:

© Rachel Ball l

MERINGUE Für ca. 2 Dutzend Plätzchen Blogrezept l | Adaptiert von AllRecipes l Meringue-Plätzchen sind sehr leicht herzustellen, denn wirklich braucht man nur 2 Zutaten. Experimentiert damit und fügt neue Geschmäcker hinzu (z.B. Minzsirup oder Zitronenextrakt) oder färbt die Meringue mit Speisefarbe!

2 Eier (Raumtemperatur)

125 g Puderzucker Eigelb vom Eiweiß trennen (Eigelb für spätere Projekte aufheben). Eiweiß schlagen bis es anfängt, steif zu werden (auf mittlerer Stufe eines Standmixers). Langsam Puderzucker hinzufügen. Weiter schlagen bis die Mischung glänzend wird und steife Spitzen bildet. Mit einem Standmixer dauert dies ca. 10 Minuten. Die Mischung sollte in der Schüssel bleiben, wenn diese auf den Kopf gestellt wird. Ofen auf 200°F/90°C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Meringue in einen Beutel mit abgeschnittener Ecke geben und kleine Berge auf das Blech spritzen. Für ca. 90 Minuten backen (sie sollten außen hart und innen noch immer ein wenig zäh und laufig sein).

MERINGUE PLÄTZCHEN

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MINI BOXEN 02

Diese kleinen Leckereien am besten als kleine Gabe in den Miniboxen verschenken (im Set: 10 f端r $5 USD) l.

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APFEL-GALETTE Für 1 Galette (für ca. 2-4 Leute) Blogrezept l | Adaptiert von eats.pinjing.net l

Eine Galette ist eigentlich eine Art rustikale Tarte. Man kann sie mit jeder Form von Obst machen. Mein Favorit ist jedoch die Apfel-Galette. Das perfekte Dessert für eine Party! FÜR DEN TEIG 125 g Mehl (50/50 Weizen + Vollkorn) ½ TL Zucker 1/8 TL Salz 6 EL kalte Butter in Würfeln kaltes Wasser (ca. 6 EL)

FÜR DIE FÜLLUNG 2 mittelgroße Äpfel, geschält und in Scheiben

2 EL Butter, geschmolzen ~60 g Zucker brauner Zucker (optional)

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1. Für den Teig Mehl in eine große Schüssel sieben. Zucker und Salz hinzufügen. Butter hineinschneiden und im Mixer mixen. Schnell arbeiten und nur solange arbeiten, bis Butter die Größe von großen Erbsen hat. Kaltes Wasser löffelweise hinzufügen. Nur solange bearbeiten, bis Teig gerade zusammenhält. 2. Teig zu einer Scheibe zusammenkneten und in Plastikfolie für mindestens 30 Minuten kühlen. 3. Teig auf einer bemehlten Fläche ausrollen zu einem ca. 30 cm großen Kreis (ca. 0,7 mm dick). Auf Backpapier legen und Ofen auf 200°C vorheizen. 4.  Für die Füllung Apfelscheiben mit geschmolzener Butter und Zucker in einer Schüssel gut durchmischen. 5.  Die Äpfel in Kreisen überlappend auf dem Teig verteilen. Ca. 6 cm vom Rand freilassen. Die Ecken des Teigs nach innen falten und mit braunem Zucker bestreuen. 5. Auf der mittleren Schiene für 45 Minuten backen (bis Galette goldbraun). Aller 15 Minuten drehen, sodass der Teig gleichmäßig bäckt. Mit einer Kugel Vanilleeis servieren.

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HERZBALLONS

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Diese herzförmigen Ballons sind eine tolle Partydeko – und sie passen auch gut zur Apfel-Galette! (im Set: 9 für $4.50 USD) l

MESS LÖFFEL si st er M AG

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Diese Messlöffel für besonders kleine Abmessungen sind sehr praktisch, wenn man ein Rezept herunterrechnen möchte ($6 USD) l.

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GEWÜRZKÜCHLEIN MIT BRAUNEM ZUCKER Blogrezept l 

Für 12 Mini-Gugelhupfe

Die Gewürze machen diesen Kuchen zu etwas Besonderem. Kein einziges ist übermächtig, sie arbeiten im Gegenteil alle gemeinsam, um ein tolles Aroma zu entfalten. 170 g Butter 300 g brauner Zucker ¼ TL Muskatnuss ¾ TL Zimt ½ TL Piment ¼ TL Ingwer ½ TL Salz ½ TL Backpulver

3 Eier

250 g Weizenmehl 180 ml Orangensaft Puderzucker (optional) 1. Butter erwärmen, sodass sie weich, aber noch nicht geschmolzen ist. Braunen Zucker, Gewürze, Salz und Backpulver hinzufügen. Gut vermengen. 2. Ein Ei nach dem anderen hinzufügen und mischen bis glatte Masse entsteht. Zuletzt abwechselnd Mehl + Orangensaft hinzufügen. Weiter mischen. 3. In Kuchenform gießen und bei 180°C backen, bis Holzstab trocken herauskommt (in Mini-Gugelhupfform ca. 20 Min., Kuchenform ca. 30 Min.) 4. Auf einem Gitter auskühlen lassen und mit Puderzucker bestäuben.

Aufbruch in Deidesheim Der Frühling hält Einzug und sein sattes Grün beflügelt das Gemüt. Manches

langlebigen Weißwein von Weltklasse ein breites Sortiment.

Mittagessen kann im Freien stattfinden, insbesondere wenn man es in den sonnenverwöhnten deutschen Weinanbaugebieten im Breisgau und am Kaiserstuhl, an der Bergstraße oder in der Rheinpfalz einnimmt. Letztere, genauer der Weinort Deidesheim, ist Thema dieser Weinreise.

Die Pfalz ist mit 23.500 Hektar das zweitgrößte Weinanbaugebiet in Deutschland (das größte ist Rheinhessen). Die am häufigsten angebaute Rebsorte ist der Riesling. Hier wachsen inzwischen aber auch beachtliche Rotweine, vor allem aus der Spätburgunder-Traube.

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Der Pfälzer Wein gilt als besonders kraftvoll, frisch, saftig und animierend. Er ist weniger feinnervig als die Rieslinge von Mosel, Saar und Ruwer und nicht so streng und stahlig wie der Rheingauer. Der trockene Riesling der Rheinpfalz kann deshalb ein prima Einstieg in die Welt des Rieslings sein. Die Weingüter der Region im deutschen Südwesten bieten vom süffigen Schoppenwein bis zum komplexen und

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Während entlang der Pfälzer Weinstrasse und in ihrer touristischen Metropole Bad Dürkheim bei „Weck, Worscht und Woi“ wochenends fröhlicher Weinfest-Trubel und trunkene Schoppen-Seligkeit herrscht, hat sich in der Nachbarschaft der Weinort Deidesheim sorgfältig herausgeputzt und wartet mit großen Weinen, gepflegter Gastronomie und exquisiter Hotellerie auf. Große Verdienste hat sich hierbei in den vergangenen Jahren der Neustädter Werbeunternehmer Achim Niederberger erworben. Als passionierter Weinfreund hat er sukzessive die Deidesheimer Weingüter Geheimer Rat Dr. von Bassermann-Jordan l und Dr. Deinhard gekauft und mit großem Aufwand zu neuer Blüte geführt. Ein weiterer Riesling Blue Chip, das Weingut Reichsrat von Buhl l, derzeit noch an japanische Weinhändler verpachtet, gehört ihm ebenfalls und harrt der im kommenden Jahr bevorstehenden Modernisierung. Die Rieslinge und auch die selbsterzeugten Sekte des Hauses

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Buhl aus großen Pfälzer Lagen sind besonders reintönig und bereits heute wieder genauso zu empfehlen wie vor 100 Jahren. Ergebnisse von Achim Niederbergers sanierendem Wirken können heute schon in der formidablen Vinothek von Bassermann-Jordan sowie im dazugehörigen Boutique-Hotel Ketschauer Hof l (gehört zu den Small Luxury Hotels of the World) besichtigt werden. Das dazugehörige Restaurant Freundstück ist Michelin-besternt. Ebenso empfehlenswert ist das Weinbistro Bassermännchen, ebenfalls im lauschigen Innenhof des Ketschauer Hofs gelegen. Jüngstes Kleinod ist das Weingut von Winning l. Dort werden neben den traditionellen Weinen der Linie Dr. Deinhard neuerdings auch spon-

tanvergorene Rieslinge sowie einige Spätburgunder und sogar ein Sauvignon Blanc aus Deidesheimer und Ruppertsberger Lagen unter dem Namen „von Winning“ ausgebaut und angeboten. Der Anspruch ist kein geringerer als das neue Flagschiff des Pfälzer Weins zu werden. Da die Marke Deinhard vom Volumenproduzenten Henkell (man erinnert den TV-Spot „Wo ist der Deinhard?“) gesichert worden ist, lautet der Name von Niederbergers Prestigeprojekt nun von Winning - eine Hommage an einen Kellermeister des Weinguts Dr. Deinhard aus dem 19. Jahrhundert. Die in Berlin lebenden Nachfahren von Winning wird es freuen! Im dem Weingut angeschlossenen Restaurant Leopold kann in mit Bedacht modernisiertem Ambiente vorzügliche Regionalküche genossen und auch im

Foto © koja niska auf Flickr l

größeren Rahmen schön gefeiert werden. An dieser Stelle wird besonders deutlich, daß hier niemand mit Wein und Gastronomie möglichst viel Geld verdienen möchte, sondern es vielmehr darum geht, dem Eigentümer ein Monument zu schaffen. Alle Objekte Niederbergers bestechen durch ihre Qualität - parallel wird an Einrichtung, Ausstattung sowie an der hochwertigen Gestaltung z.B. der Etiketten das Marketing Know-How des Unternehmers deutlich. Den Ruf Deidesheims haben jedoch andere begründet, allen voran der ehemalige Bundeskanzler Helmut Kohl und sein „Leibkoch“ Manfred Schwarz, der bis 2003 im bis dahin ersten Haus am Platze, dem Deidesheimer Hof, am Herd stand. Die Pfälzer Spezialitäten des Hauses - insbesondere den Sau-

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magen - haben zahlreiche Staatspräsidenten und gekrönte Häupter genossen. Ein Genuss ist er noch heute, auch wenn Manfred Schwarz nun in Heidelberg und an seiner Stelle Stefan Neugebauer wirkt und der Deidesheimer Hof einen gewissen 80s Charme ausstrahlt. Aber das macht ihn aus und mancher schätzt ihn mehr als die oben beschriebene durchgestylte Konkurrenz. Schräg gegenüber vom Deidesheimer Hof befindet sich das ebenfalls empfehlenswerte Weinhaus Zur Kanne l. Es gehört zum Weingut Bürklin-Wolf l, einem der größten privat gehaltenen Weingüter Deutschlands aus dem nahen Wachenheim, welches seit 1597 Spitzenrieslinge auf insgesamt 85ha Anbaufläche produziert - der Verfasser mag insbesondere den sortentypischen Ruppertsberger. In der Kanne werden regelmäßig bejahrte Ries-

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linge per Glas ausgeschenkt und das jährliche Schlachtfest ist Legende. Die wunderbare Altstadt Deidesheims mit ihren Fachwerkhäusern und die angrenzenden Weingüter in der Mittelhaardt sollte man, sofern man es sich leisten kann, unter der Woche besuchen. Am schönsten ist eine Weinprobe am Vormittag (wenn die Geschmackssinne am ausgeprägtesten sind), gefolgt von einer Wanderung durch die Weinlagen und einem opulenten Mittagsmahl. Proben und Kellerführungen sind in der Regel nach Voranmeldung - manchmal aber auch spontan - möglich. In der Umgebung befinden sich weitere Weingüter mit ausgezeichnetem Angebot, z.B.: uu Traditionell bereiteter, schier unendlich langlebiger Riesling aus dem

Kallstadter Saumagen vom Weingut Koehler-Ruprecht l (für Fortgeschrittene) uu Weißburgunder aus dem Hause Bergdolt l oder vom aufstrebenden Philipp Kuhn l uu Rieslinge und Weine aus der seltenen Scheurebe vom Weingut MüllerCatoir l im sehenswerten NeustadtHaardt uu Spätburgunder-Rotweine aus dem Laumersheimer Kirschgarten oder dem Großkarlbacher Burgweg von Werner und Volker Knipser l. Die (Rhein)Pfalz ist vom Flughafen Frankfurt/Main aus in ca. einer Autostunde erreichbar.

ALLE LINKS ZUR REISE www.bassermann-jordan.de www.ketschauer-hof.com www.von-winning.de www.reichsrat-von-buhl.de www.buerklin-wolf.de www.gasthauszurkanne.de www.koehler-ruprecht.com www.weingut-bergdolt.de www.weingut-philipp-kuhn.de www.mueller-catoir.de

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www.weingut-knipser.de

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Winzerinnen-Kolumne DIE JUGEND VON HEUTE Monika Abraham entführt uns auch in dieser Ausgabe in die Welt des Weins. Heute spricht sie mit Kollegen Phillipp Laipple – Mitglied der jungen Nachwuchs-Initiative „Next Generation“. Die Jugend von heute hat sehr viel Potenzial. Das stelle ich in der letzten Zeit vermehrt fest, wenn ich mir die Weinbranche genauer anschaue. Auch wenn ich mich selbst zu den „Jungen Motivierten“ zählen darf, bin ich dennoch nicht zu vergleichen mit einigen jungen Kollegen, die ich im Studium kennenlerne. Einer von ihnen ist Philipp. Wir lernten uns schon während unserer Berufsausbildung im Rahmen eines Wettkampfes um den Titel „Bester Jungwinzer Deutschlands“ kennen. Damals ging es darum, zu zeigen, was man während seiner Ausbildung schon alles gelernt hat. Heute geht es um andere Aspekte: Stolz sein, nicht auf sich, sondern auf die Weine, die man macht. Stolz sein, nicht auf sich, sondern auf die Weine, die andere machen. si st er M AG

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Stolz sein, nicht auf sich, sondern darauf, dabei sein zu dürfen. Pathetisch und leidenschaftlich sein ist etwas Tolles und fast unvermeidbar, wenn man mit Wein arbeitet. Unter dieser These bat ich Philipp um ein Interview. Nicht nur weil wir uns schon lange kennen, sondern weil er selbst Teil eines Projektes junger Winzer ist. Selbst in eine Winzerfamilie hineingeboren, kann er zum Thema „Wein“ noch viel mehr erzählen als ich. Philipp ist Teil der Gruppe „Next Generation“. Sie besteht aus 14 Leuten, deren Elternhäuser allesamt Mitglieder der „Fellbacher Weingärtner“, einer Winzergenossenschaft nahe Stuttgart aus dem Anbaugebiet Württemberg, sind. Gerade die Genossenschaften sorgen in den letzten Jahren für immer mehr Aufsehen. Vor gar nicht langer Zeit hatten

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sie noch ein Image, das mit eher einfachen Qualitäten gleichgesetzt wurde. Doch das ändert sich in den letzten Jahren zusehends. Es heißt in diesem Falle nicht: „Zu viele Köche verderben den Brei“, sondern vielmehr: „Wenn alle an einem Strang ziehen, haben wir richtig Kraft“. Winzergenossenschaften bestehen aus einem Zusammenschluss von Winzern, die entweder im Voll- oder im Nebenerwerb Trauben anbauen und ernten und diese dann an den genossenschaftlichen Kellereibetrieb abliefern. Gerade in Württemberg machen sie einen großen Anteil der Weinerzeugung aus. Ralf Bauerle, Aufsichtsratsvorsitzender der Fellbacher Genossenschaft, hat das Projekt „Next Generation“ 2008 ins Leben gerufen. Es ging ihm vor allem darum, die jungen Mitglieder stärker einzubinden. Sie sollten nicht nur Trauben abliefern, sondern den Wein vom Weinberg über den Keller bis in die

Flasche und schlussendlich zum Kunden begleiten dürfen. Die neue Generation wollte auch mit dem Produkt neue Wege gehen. Das Ziel war kein Null-acht-fünfzehnWein, sondern ein Tropfen, der nicht nur die Vielfalt der Region, sondern auch der Charaktere wiederspiegelt. Ein junger dynamischer Wein, der die naturgegebenen Ressourcen vollends ausschöpft. Als Philipp dies erzählt, muss ich ein wenig lachen. Klar, Charakter und Natürlichkeit sind Begriffe, die im Weinmarketing oft genannt werden. Ebenso wie sich die meisten Familienbetriebe als qualitäts- und traditionsorientiert bezeichnen. Aber in diesem Fall stimmt das wirklich! Nicht nur, dass der Wein selbst mich überzeugt hat – auch die Begeisterung, die von den Machern ausgeht, ist mitreißend. Im Weinberg pflegt man eine verhältnismäßig alte Anlage. Zwar liefert diese nicht mehr sonderlich große Traubenmengen, dafür sind die geernteten Beeren im Aroma besonders intensiv. Das Aroma konzentriert

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sich hauptsächlich in der Beerenhaut, und je kleiner die Beeren sind, desto größer ist auch der Hautanteil am gesamten Erntegut. Durch sehr langsame und kühle Vergärung werden die Aromen besonders gut ausgeschöpft und es entsteht ein Riesling, welchen man nicht alle Tage findet.

generell junge Weintrinker – Anfänger wie Fortgeschrittene. Mit dem Jahrgang 2010 kam auch ein „Roter“ auf die Flasche.

Stark, vielfältig, intensiv und dabei kein Stück behände. Jung, fruchtig, außergewöhnlich. „Ein ganzer Kerl an Wein“ eben, von einer Frau und dreizehn ganzen Kerlen hergestellt. Oder wie man unter meinen Kommilitonen sagt: „Geiler Stoff“! Auch bei der optischen Ausstattung des Weines wird auf ein jugendliches Aussehen Wert gelegt. Die Etiketten sind minimalistisch, auffällig und logisch. Damit nehmen die Jungens und das Mädel nicht nur das Innere der Flasche auf sondern sprechen auch ihre Zielkunden an. So besonders der Wein auch ist, er soll kein Nischenprodukt bleiben. Er soll nicht nur Trendtrinker ansprechen, sondern si st er M AG

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Riesling trocken | Rotwein-Cuvée trocken

Eine Cuvée – also ein Verschnitt – von Acolon, Spätburgunder und Lemberger. Drei Sorten, von denen jede ihr Bestes mit in die Flasche bringt. Acolon bringt Frische und Farbe, Spätburgunder betört mit dunklen Früchten und der Lemberger legt einen würzigen und samtigen Mantel um den Wein. Resümee: Schöne Weine, tolle Idee! Natürlich habe ich die Gelegenheit

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nicht ungenutzt gelassen, Philipp auch nach seinen persönlichen Zielen zu fragen. „Wo siehst du dich in ein paar Jahren?“ Er grinst: „Ich bin weintechnisch schon gut herumgekommen, habe in der Pfalz und im württembergischen Unterland meine Ausbildung gemacht,

sowie Südafrika und das österreichische Burgenland für Praktika besucht. Natürlich möchte ich noch einmal raus

in die Welt und Wein von anderen Blickwinkeln betrachten. Aber dann komme ich auch bald wieder in die Heimat. Zu den eigenen zweieinhalb Hektar Rebfläche dürfen gerne noch ein paar hinzu kommen.“ „Was ist dein Ziel?“ „Als zufriedener Rentner auf mein Leben zurückzublicken mit dem Gefühl, alles richtig gemacht zu haben!“ Große Ziele! Oder doch ganz realistisch? Wein kann man überall auf der Welt genießen. Ältere Winzer mit wettergegerbten Gesichtern machen Wein nicht schlechter und nicht besser als die neue Generation. Und das Schöne daran ist: Es ist für jeden etwas dabei. Fruchtig, mächtig, süß oder herzhaft. Wenn man sich diesem Leben und dem Wein mit Herz und Leben verschrieben hat, dann kann man durchaus zu einem zufriedenen alten Mann werden. Ist das nicht schön?

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uu Erklärt in euren eigenen Worten die Idee eures Unternehmens!

uu Wie verdient ihr Geld? Wie finanziert ihr euch?

Wine in Black l verkauft einer jungen, qualitätsorientierten Zielgruppe erstklassige Weine. Das Besondere ist: Wine in Black ist eine exklusive, geschlossene Gemeinschaft. Unsere Mitglieder erhalten Zugang zu ständig wechselnden, sehr attraktiven Weinangeboten. Jeden Wein gibt es nur für kurze Zeit und in begrenzter Menge. So machen wir es auch Menschen ohne große Weinerfahrung leicht, den passenden Wein zu kaufen. Unsere Kunden können spannende Weine probieren, die man unserer Meinung einfach einmal getrunken haben muss.

Als E-Commerce-Unternehmen verdienen wir unsere Umsätze mit dem Verkauf von Ware – in unserem Fall angenehmerweise mit erstklassigem Wein! Dabei werden wir von mehreren Venture-Capital-Gebern unterstützt, die uns und anderen jungen Startups mit Kapital und ihrer Erfahrung helfen.

uu Was sind die Inspirationen für die Idee gewesen?

si

Ein anderes Wein-Projekt, das wir vorher gegründet haben. Dort fiel uns auf, dass eine junge Kundengruppe mit Spaß an Qualität, aber wenig Weinerfahrung von bestehenden OnlineShops für Wein nicht abgeholt wird.

st er M AG

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uu Wen seht ihr als Eure Zielgruppe? Wie hoch seht ihr Euer Marktpotenzial? Wir richten uns hauptsächlich an Personen zwischen 25 und 45, die Qualität schätzen und sich sehr für guten Wein begeistern. In dieser Altersgruppe tun sich viele Menschen schwer daGRÜNDER

Christian Hoya & Stephan Linden

Weinregal

mit, einen Zugang zur manchmal etwas abgehoben wirkenden Weinwelt zu finden. Außerdem fehlt oft die Zeit, immer wieder neue, spannende Weine zu finden und den eigenen Geschmack zu entwickeln. Wir machen erstklassigen Wein für diese Zielgruppe greifbar und zugänglich. Durch unsere überaus hochwertige Auswahl prägen wir das Qualitätsverständnis und den Weingeschmack dieser Kundengruppe. uu Wo seht ihr euch in 5 Jahren? Aktuell gelingt uns selbst eine 5-Wochen-Planung selten. Genau diese Dynamik von Wine in Black möchten wir auch in 5 Jahren täglich spüren. uu Wer sind eure Konkurrenten? Hawesko, Vinexus & Co. sind etablierte Wein-Versandhändler, allerdings sind Zielgruppe und Alter der Kunden sehr unterschiedlich. Wir erreichen mit Wine in Black ein komplett neues, jüngeres Segment.

uu In welcher Abteilung habt ihr euren ersten Mitarbeiter eingestellt? In der Weinredaktion uu Wer hat das Unternehmenslogo gestaltet – extern oder intern? Wie lang hat es gedauert? Intern, zwei Nächte. uu In welcher Stadt sitzt ihr? Der Firmensitz befand sich erst in Mainz. Mittlerweile sind wir in die (Internet-)Hauptstadt Berlin umgezogen. uu Habt ihr einen persönlichen Lieblingswein? Hier gibt es harte Fronten in unserer Firma: Liebhaber von knackigem Riesling gegen Fans von klassischem Bordeaux oder rassigem Rotwein aus der Neuen Welt. Was nach langer Verkostung auf Wine in Black landet, hat aber immer mehrere passionierte Fürsprecher in unserem Team! Einen eindeutigen Favoriten konnten wir bisher aber nicht bestimmen.

uu Was habt ihr vorher gemacht?

uu Hauptnahrungsmittel in der Startup-Phase?

Unser Faible für erstklassigen Wein und guten Geschmack entdeckt.

Koffein in jeder Darreichungsform, Schokolade und natürlich Wein.

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Sektion WohnArbeitszimmer

: Th n o i t a Illustr

N

EINE KOLUMNE

Native?

Inflationär benutzt so mancher Autor das Schlagwort „Digital Natives“, sobald besonders abstruse Verhaltensweisen des heutigen Zeitalters erklärt werden sollen. Ob in den Kommentarspalten so mancher Tageszeitung oder den Posts besonders umtriebiger Blogger: der Begriff lässt uns nicht mehr los. Häufig haftet der Beschreibung eine negative Konnotation an, wenn die Bedeutung der englischen Worte nur im Nebensatz erklärt wird, die Leser jedoch im Unklaren über diese „digitalen Eingeborenen“ bleiben. Erst vor kurzem sprach ich mit einer befreundeten Fotografin über ihre Nutzung von Twitter, Flickr und Facebook – Services, mit denen sie ganz intuitiv umgeht. Als Digital Native fühlt sie sich jedoch keinesfalls, denn sie stellt sich darunter internet-abhängige Nerds mit nichtvorhandenem Sozialleben vor. Wie schade, denn der von Mark Prensky in einem 2001 erschienen Artikel geprägte Begriff umfasst doch soviel mehr. Nicht unkritisch, aber doch sehr angetan von den digitalen Möglichkeiten, beginnt an dieser Stelle eine Digital Native in jeder Ausgabe des sisterMAGAZINE zu berichten.

IGITAL vom diensthabenden D

NATIVE

Nur zu gern bediene ich so einige typische Klischees des „Digital Native“ und habe mich mit den Dienstbezeichnungen – FB-Abhängige, Online-Nerd oder Web-Youngster längst abgefunden. Schon seit über 12 Jahren trage ich tagtäglich eine auffällige Brille, in der letzten durchtanzten Nacht hatte ich (aus Versehen?) mein iPad in der blassblauen Handtasche und beantwortete zwischen zwei Cocktails einen Blogkommentar – Handtaschen werden mittlerweile nur nach der Größentauglichkeit für den Laptop ausgesucht. Den schönsten Titel allerdings erhielt ich vor einigen Wochen: ich sei eine Internetbiene, die Links wie Pollen einsammele und dann wieder verteile – in meinem Kopf entstand sofort das Bild von Biene Majas Freund Willi mit Ray-Ban-Brille und einem iPad unter den Flügel geklemmt. Heute wollen wir jedoch zunächst mit einer kurzen fachlichen Auseinandersetzung starten: eine Begriffsdefinition, die der Beschäftigung mit diesem Thema vorangestellt werden soll. Eine eindeutige Eingrenzung der Gruppe der Digital Natives (DN) stellt sich als

Wohnzimmer

schwierig heraus. Viele Experten nutzen zur Definition allein das Merkmal des Alters: in die Gruppe der DN gehören demnach alle nach 1980 geborenen Kinder, Jugendliche und Erwachsenen, da sie mit digitaler Technologie aufgewachsen sind und sich diese so fest in ihr Leben eingebettet hat, dass sie diese kaum mehr als „Technologie“ identifizieren. In einem zweiten Artikel wies Prensky anhand von Erkenntnissen der Neurobiologie nach, dass die digitale Lebensweise durchaus Gehirnstrukturen und Denkweisen verändern kann. In gewissem Maße bleibt nämlich das Gehirn ein ganzes Leben lang formbar. Zugegeben: kognitive Prozesse ändern sich nicht willkürlich und beiläufig, sondern erfordern harte Arbeit. Laut Prensky (Digital Immigrant Part II – 2001 l) zeigten jedoch Experimente, in denen Probanten in über 50 Sitzungen geschult wurden, Veränderungen in den Gedankenmustern des menschlichen Gehirns. Die ständige Beschäftigung mit den Gesetzen des Internets, das Konzept der Hypertextualität und der Nachrichtenübermittlung im Web kann somit selbst

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bei erwachsenen Menschen Denkprozesse verändern. Die Definition rein nach Altersgrenzen ist also zu eng gefasst, denn einerseits sind nicht alle Jugendlichen und Erwachsenen bis 30 „digital gebildet“. Junge Leute wählen zum Teil ganz bewusst einen Lebensstil, der die digitale Welt ablehnt. Andererseits weisen nicht nur junge Menschen Eigenschaften der Digital Natives auf. Teilen wir die Menschen nach ihrem Engagement in der digitalen Welt ein, können wir folgenden Gruppen identifizieren: uu die DIGITAL NATIVES (Digital Eingeborene) = Menschen, die im digitalen Zeitalter geboren wurden und auch „digital leben“ uu Menschen, die zwar im digitalen Zeitalter (ab ca. 1980) geboren wurden, jedoch kein „digitales Leben“ führen (wollen) uu DIGITAL SETTLERS (Digitale Siedler) = Menschen, die nicht im digitalen Zeitalter geboren wurden, jedoch einen „digitalen Lebensstil“ führen si st er M AG

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uu DIGITAL IMMIGRANTS (Digitale Immigranten) = Menschen, dienicht im dZ geboren sind, ihren Weg schwer und langsam in die digitale Welt finden uu Menschen, die nicht im digitalen Zeitalter geboren wurden und nichts mit dieser Welt zu tun haben In meinem Umfeld finde ich Freunde, Bekannte oder Verwandte, die ich in diese Gruppen ohne Probleme einordnen kann. Da ist der internetverrückte Grafikdesigner, dessen Aufenthaltsort ich stets über Google Latitude herausfinde. Dann denke ich an so manche Begegnung mit intellektuell daherredenden Mitbürgern, die mich ob meiner Affinität zum Bloggen und Tweeten herablassend betrachteten. Beim Wort eBook wendeten sie sich empört ab und ich starrte auf die abweisende Rückenansicht ihres dunkelgrünen Sakkos. Ganz anders die eigenen Eltern. Nach unzähligen Ermahnungen legte sich meine Mutter ein Pinterest-Konto an und schon nach kurzer Zeit packte sie die so typische Pin-Manie. Über manche ihrer Twitter-Nachrichten lachten

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wir uns kringelig oder wurden gar von ihr per Twitter gemaßregelt: „Wenn man ständig ein bisschen putzt braucht man auch keine Putzfrau ;-) dann fallen die HauRuckaktionen für @xxx weg“ – die digital-elterliche Rüge sozusagen. Man mag wegen der inflationären Verwendung des Begriffs ein wenig stöhnen, doch es steckt Herausragendes in der Idee der „Digital Natives“. Wie Danah Boyd l – Internet- und Sozialforscherin – 2007 treffend formulierte: „Der Ausdruck grenzt nicht nur eine ganze Generation ab, sondern steht auch für den heute erreichten Wissensstandpunkt. Er beschreibt eine Gruppe von Menschen, die die Welt als Netzwerk verstanden haben, in welcher Kulturen über geographische Koordinaten hinaus existieren und in der vermittelnde Technologien es diesen

Kulturen erlauben, zu gedeihen und florieren.“ Es geht dabei weniger darum, die gesamte Zeit auf einen Monitor zu starren und in eine nicht-reale digitale Welt abzudriften, sondern vielmehr Technologie als eine Möglichkeit zu verstehen, Kulturen und regionale Grenzen zu überwinden. „Ein ‚Digital Native’ verstehe, dass es die Aktivität des ‚Online-Gehens’ nicht gibt.“ (Danah Boyd) Ein schöner Gedanke – im Alltag kann man diese idealtypische Vorstellung leider nicht immer anwenden. Und dann fällt die Entscheidung zwischen hausgebackener Erdbeer-StreuselTarte im kleinen Eckcafé und dem hundertsten Lemon Poppy Seed Muffin doch auf letzteres. Denn „Online-Gehen“ funktioniert gerade nur im Starbucks. ThN

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S U A H U F RI S C H E R STA RT Z Liebn e r ih h c a n logger B t g a r f G A r von sisterM o g I s n u t ig te ze u e H . n e t k u d lingspro oriten, v a F e in e s om l c . g o l b r o i r e t euen n h a p p y ­i n r e in e g n richtu in E ie d n a wenn es t! Wohnung geh en Neuand n e h lü ‚b n e h c li g tä n Für eine 1 tückss h rü F e in le k , le o co e fang’ eignet sich ein e mit ausis e w ls ie p is e b n a m n nische. Dies kan ispiel e B m u Z . n e b e rh o rv e gefallenen Kissen h ter: BABUR s u M m le ra o fl it m ff aus diesem Sto e & Little. rn o b s O n o v e ll o w m u Ba

Licht ist ein elementarer Faktor – gerade wenn man in eine neue Wohnung zieht. Ein wahres Highlight sind diese Leuchter von Lindsey Adelman. Wer beim Rest auf günstige Ikea Möbel setzt, kann sich ja vielleicht eines

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dieser Kunstwerke leisten!

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Jeder neue Tag fängt für mich mit einem guten Frühstück an. Und wenn das Ge schirr so ‚happy’ ist wie dieses von Kate Spade , dann kann definitiv nic hts mehr schief gehen ! Kate Spade Wickford S ea Cliffs Stripe Kollek tion: Schüssel $30.00 | Tasse $19.00

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Ein wenig K unst gehört zu jedem N anfang daz euu. Auf eine g a nz neue, w kommt der eiße Wand kleine ‚Rem inder’, dass auf unsere jeder Tag m tollen P laneten ein Neuanfang ‚blühender ’ ist! Doubl e Merrick P rint: €50.0 0

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AUSGE

Wohnzimmer

SUCHT

VON IGO R JOSIF l

Wenn alle wichtigen Bestandteile der neuen Einrichtung ausgewählt sind, kommen die kleinen Details an die Reihe. Wie diese geometrischen Kissen von Ferm 6 Living €54.00. Nichts macht ein neues Zuhause gemütlicher und wärmer, als das Leuchten und das Aroma einer schönen Duftkerze. Mein Favorit: Die Tisane Kerzen von Tatine!

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Bre & Emma

Vielleicht haben einige von euch bereits von ihnen gehört, denn Bre Rademacher (http://blog.imbreannarose.com/ l) und Emma Robertson (http://emmadime.com/ l) sind erfolgreiche Blogger, Designer und Online-Shop-Besitzer. Das sisterMAG-Team folgte ihren Seiten für eine ganze Weile und war daher umso begeisterter, als die beiden sich die Zeit nahmen, einige Fragen über ihr neustes Projekt zu beantworten: Our Paper Shop l. Lest unser Interview mit den beiden über Neuanfänge, Inspirationen und was gerade auf ihrem Arbeitstisch liegt.

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op Alle Fotos © ourpapersh

Wohnzimmer

Our Paper Shop ist ein gemeinsamer Online-Shop von zwei Pa- Was ist „Our Paper pier- und Design-Enthusiastinnen. Der Shop konzentriert sich Shop“? auf PAPIER – ein Material, welches wir einfach lieben. Es ist ein ganz besonderes Gefühl, edles Papier in den Händen zu halten und alle Aspekte eines gut designten Produktes zu genießen. Our Paper Shop weiß um diese Tatsache und will die Idee unterstützen, aufwendig hergestellte Papierprodukte zu verschenken und damit zu interagieren. Wir hoffen, dass unser Shop dazu inspiriert. Wie habt Ihr Euch Wir haben uns im realen Leben noch nie gesehen: Emma lebt kennengelernt?

in Los Angeles, Kalifornien und Bre ist in Minneapolis, Minnesota. Wir haben uns durch Twitter kennengelernt. Emma war auf der Suche nach einem Web-Coder, mit dem sie regelmäßig zusammenarbeiten könnte und wir haben darüber getweetet. Wir sind schnell ein tolles Team geworden und haben häufig Web-Projekte umgesetzt. Die gemeinsame Arbeit hat zu einer sehr guten Freundschaft geführt, sodass wir angefangen haben, über die Idee zu dem Papier-Shop nachzudenken. Wir wollten ein eigenes Projekt haben, in dem wir unsere Ideen umsetzen können und nicht auf Kundenwünsche hören müssen. Seither gab es kein Zurück. Im Sommer wollen wir endlich gemeinsam in Los Angeles an unserer zweiten Produktlinie arbeiten. Endlich stehen wir uns dann mal wirklich gegenüber! Wann hattet Ihr die Wir haben erst letztes Jahr begonnen, an der Idee zu arbeiten. Idee zu Our Paper Im Januar 2012 eröffneten wir dann schon unseren Shop – es Shop?

ging alles sehr schnell. Die Zeit verfliegt, wenn man sehr leidenschaftlich an einem Projekt arbeitet. Wir sind unheimlich dankbar für all die Unterstützung, die wir bekamen. Dadurch haben wir heute schon unglaublich viel Material für eine zweite Linie, die wir bald einführen werden.

Der Großteil unserer Produkte ist von uns gestaltet. Gleich zu Beginn entwarfen wir jedoch einen Kalender zusammen mit der Fotografin Laura Dart l. Wir sind beide große Fans ihrer Arbeit und wussten, dass sich ihre Fotos wunderbar in einem posterartigen Kalender machen würden. Am Ende war es ein Bestseller! Wir planen in Zukunft immer wieder mit weiteren Kreativen zusammenzuarbeiten. EMMA

BRE

Als Freelancer ist unsere Zeit

Wir beide möchten unsere Pro-

Wo seht Ihr den Shop limitiert, daher haben wir uns in fünf Jahren? vorgenommen nur zu bestimm-

dukte irgendwann in Geschäf-

ten Zeiten im Jahr neue Pro-

eine Liste von Shops angelegt,

duktlinien für Our Paper Shop

in denen wir gern verfügbar

zu entwickeln. Wir sind Per-

wären. Diese Expansion schaf-

fektionisten und unsere Pro-

fen wir hoffentlich im nächsten

dukte müssen 100% zu unse-

Jahr. Wenn alles gut läuft, wäre

rer Zufriedenheit sein, ehe wir

ich gern in der gleichen Stadt

sie zum Verkauf anbieten. Ich

wohnhaft wie Bre. Zwar sind

hoffe, dass unsere Fähigkeiten

wir gut in unserer „Fernbezie-

hinsichtlich Design und Busi-

hung“, aber ich glaube, dass

ness in fünf Jahren weiter ge-

wir als Büropartner noch stär-

wachsen sind und man uns in

ker wachsen und uns verbes-

vielen Geschäften finden wird.

sern könnten. EMMA

BRE Ich liebe unsere „House Line“Lieblingsprodukt aus Serie, da sie so simpel und Eurem Shop? trotzdem farbenfroh ist. Ein weiterer Favorit: der Desktop Details Calendar (jeden Monat ein neues Wallpaper hier). si st er M AG

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ten verkaufen. Wir haben bereits

Ich liebe die typographische Serie von Our Paper Shop. Sie ist mutig und frech in einer wunderschönen Schriftart – wer liebt das nicht?

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Jeder Zeitpunkt und jede Situation ist gut! Wir haben Our Paper Shop schließlich genau deshalb eröffnet. Wir verbringen beide VIEL zu viel Zeit vor Computer und Handys. Wenn wir also mit jemandem kommunizieren können ohne diese Plattformen zu nutzen, fühlt sich das unheimlich real und erfrischend an. Wir beide lieben die Idee der „Snail Mail“, schreiben ständig Briefe und packen kleine Pakete für Freunde.

Wann sollte man Eurer Meinung nach heute noch eine richtige Karte schreiben?

Was war für Euch Eine der schwersten Neuanfänge für uns beide war der Weg der schwierigste in die Selbstständigkeit. Nach dem Studium mussten wir bei- Neuanfang bisher?

de entscheiden, was wir für den Rest unseres Lebens wirklich machen wollten. Es war eine sehr angsteinflößende Entscheidung, die wohl viele unserer Mitmenschen nachfühlen können. Wir beide wählten den Beruf des Freelance-Designers und entwickelten ganz langsam Prozesse, bauten unser Netzwerk aus und arbeiteten am Portfolio. Überflüssig zu sagen: viele durchgemachte Nächte, wenig Geld und die Angst vor der Ungewissheit. Nichtsdestotrotz sind wir beide sehr glücklich mit unserem Leben … und der selbstständigen Arbeit. Es ist hart, aber es lohnt sich zu 100%! EMMA

BRE

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Ich bewundere viele Kreative – ob Grafikdesigner oder nicht. Eine Person jedoch hat mich schon immer fasziniert: Andy Warhol. Er versuchte neue Dinge, ging Risiken ein und seine Arbeiten waren modern und farbenfroh. Ich möchte nicht sagen, dass mein Stil vergleichbar wäre, aber doch der Gedankengang: moderne Simplizität mit ein wenig Flair!

Welcher Designer Um ehrlich zu sein, inspirie- inspiriert Euch am ren mich derzeit meine Kol- meisten? legen am meisten. Nicht nur, weil ich ihre Projekte liebe, sondern weil ich es genieße, ihren Erfolg zu sehen. Das hilft weiterzumachen, wenn ich selbst frustriert bin oder die Arbeit als Freelancer & Shop-Besitzer mich zu überwältigen droht.

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hop

All images Š ourpapers

Wohnzimmer

$14.00 l Paris Life Postkarten

You Are Sweet Karte $

4.00 l

$4.00 - $ te r a K e in L e s u o H : ts 0 l rech .0 4 $ te r a K u o Y k n a h T links:

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EMMA

BRE Reisen ist für mich die größte Inspirati-

Ich liebe Magazine. Sie

Gibt es andere onsquelle. Man kann mich irgendwohin Dinge, die Euch schicken und mir kommen sofort neue inspirieren Ideen. Es ist wohl das Gefühl, seinen Ar-

sind das beste Mittel,

beitsplatz zu verlassen und neue Dinge

sen, neue Ideen und In-

zu erleben. Es öffnet etwas im Inneren.

spirationen aufzusau-

Meine Familie hat mich früher auf viele

gen. Sie sind greifbar,

Fahrten mitgenommen, daher sind ei-

man kann sie verstau-

nige meiner liebsten Erinnerungen vor-

en

beifliegende Landschaften. Ich habe so

Außerdem liebe ich es,

viele Pläne, in der ganzen Welt herum-

wenn Freunde vorbei-

zureisen und soviel wie möglich in mich

kommen und sich an

aufzunehmen. Natürlich immer mit ei-

meinen herumliegen-

nem schnuckeligen Notizbuch bei der

den Zeitschriften er-

Hand!

freuen. EMMA

BRE Ich mache eigentlich fast alles Welche Software in InDesign oder Illustrator. Ich nutzt Ihr am liebe es die riesige Arbeitsflämeisten. che vor mir zu sehen und mit den Werkzeugen zu spielen. Für die Bearbeitung von Fotos natürlich Photoshop.

BRE

si

Ich habe recht viele EntWas liegt derzeit auf würfe in meinem NotizEurem Arbeitstisch? buch für neue Ideen für unsere Produktlinien. Ich spiele vor allem mit neuen Farbkombinationen und Typographie herum.

st

er

M

AG

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um für eine Weile den Computer zu verlas-

oder

ausstellen.

Adobe Illustrator ist mein Programm der Wahl, danach kommt Photoshop. Ich habe das Gefühl, dass ich in Illustrator die größte Freiheit habe, in ein Design eintauchen kann! EMMA

Zur Zeit stehen vor mir 3 minikleine Flaschen mit Farbe in den schönsten Tönen, die ihr euch vorstellen könnt. Da bisher alle Produkte computer- oder fotobasiert sind, wollen wir nun neue Materialien und Methoden nutzen. Farbe war hier meine erste Wahl. Aber mehr kann ich noch nicht verraten!

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„Meine Frau und ich feiern heute Premiere“, erzählt Erol Sander am Set für die neue Kampagne der Felix Burda Stiftung. „Normalerweise stehen wir nicht gemeinsam vor der Kamera. Für den heutigen Drehtag hat Caroline aber eine Ausnahme gemacht. Immerhin geht es um einen Spot, mit dem wir die Menschen aufrütteln wollen, für ihre Gesundheit zu sorgen und zur Vorsorge zu gehen. Seit Jahren begleitet mich das Thema der Felix Burda Stiftung und ich freue mich sehr, dass ich einen Beitrag dazu leisten kann, das Thema Darmkrebsvorsorge noch mehr in die Öffentlichkeit zu tragen.“ Bei Familie Sander kümmert sich die Frau des Hauses um alle Gesundheitsund Vorsorgethemen. „Caroline plant alle Termine für die ganze Familie. Wenn ich nach einem längeren Dreh nach Hause komme, heißt es gleich „Schatz, geh hierhin oder dorthin“. Meine Kinder, unsere beiden Hunde und ich vertrauen hier voll und ganz meiner Frau. Für uns ist Vorsorge ein wichtiges Thema.“

AUS-LIEBE-ZUR-VORSORGE.DE l

EROL & CAROLINE SA

NDER

Offizieller Partner

Der SoLoMo Shopper SoLoMo – Eine neue Ära für den E-Commerce. Wer von euch hat nicht auch schon einmal Produktempfehlungen über Facebook und Twitter geteilt, bei foursquare eingecheckt, um die attraktivsten Angebote oder angesagtesten Cafés rund um den eigenen Standort zu finden oder die „Must-Have“-Highheels auf das eigene Schuh-Board auf Pinterest gepinned? Social.Local.Mobile. oder kurz SoLoMo heißt das neue Stichwort. Allgemein bezeichnet SoLoMo das Zusammenwachsen von sozialen Netzwerken, lokalen Services und mobilen Anwendungen. Gleichzeitig steht SoLoMo für die fundamentale Veränderung der Internetnutzung und damit einhergehend auch der Angebote im Netz. Auch unser Konsumverhalten verändert sich. Durch die Allgegenwärtigkeit des Webs wird dieses heutzutage maßgeblich durch die Verzahnung von Technologie und Kultur geprägt. Was bedeutet SoLoMo im Kontext von E-Commerce eigentlich genau? Der digitale Handel im Internet wird um drei Dimensionen ergänzt: die soziale, lokale und mobile Komponente.

Das Marketingunternehmen CommerceInMotion hat in einer Infografik den SoLoMo-Verbraucher charakterisiert und Tipps für die Anwendung im echten Leben abgeleitet l. In der Grafik rechts sind ebenfalls die wichtigsten Charakteristiken der SoLoMo-Kunden aufgeführt. Empfehlungen von Freunden nehmen durch soziale Dienste wie Facebook und Twitter eine zentrale Filter- und Entdeckungsfunktion ein. Durch die Übertragung der Netzwerke aufs mobile Endgerät erhalten sie eine überall verfügbare Dimension. Denn der mobile User ist überall und zu jeder Zeit online. Mobile fungiert als Brücke zur realen Welt. Wir können nun an jedem Ort bzw. in jeder Situation Produkte kaufen oder beim Kaufen unser Freundesnetzwerk unterwegs nach Rat und Empfehlung fragen. Studien belegen, dass mittlerweile über 50% der Verbraucher Mobile als Informationskanal nutzen, bevor ein realer Einkauf getätigt wird. Knapp 60% teilen ihre Einkäufe während des Shop-

von NADINE BRENDEL

Wohnzimmer

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pens übers Handy ihrem Freundeskreis mit. Neben der informativen und sozialen Nutzung des Mobiltelefons ist der Impuls zum Kaufen durch mobile Services am Point-of-Sale ein weiteres spannendes Feld (vgl. Artikel „Augmented Reality: Fashion meets Technology“, sisterMAGAZINE Ausgabe No. 1 l). Hier können insbesondere Tablet PCs ihre Vorteile ausspielen und ein komplett

neues, digitales Anwendungsszenario bieten. Was klassisch über den Katalog realisiert wurde, bringen nun die Tablets in die digitale Welt. Essentiell für den Erfolg von SoLoMoStrategien sind zwei Aspekte: Interaktion und Vernetzung. Am wichtigsten ist die nahtlose Integration der Online und Offline-Angebote durch ein einheitliches Erscheinungsbild im Web

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und in der echten Welt, eine lückenlose Informationskultur über alle relevanten sozialen Netzwerke und die Gewährleistung von Zugriffsmöglichkeiten auf Produkte und Angebot unabhängig vom Kanal. Der französische Kosmetikhändler Sephora hat pünktlich zur neuen Frühlingskollektion seine Digitalstrategie überarbeitet und dieser ein „social, local and mobile makeover“ verpasst. Neben der überarbeiteten iPhone App gibt es neuerdings auch eine mobile Webseite (m.sephora.com l). Zusätzlich möchte Sephora sein Produkterlebnis auch in den Geschäften mobil erlebbarer machen und jederzeit Zugriff zu sämtlichen Produktinformationen ermöglichen. Hierfür plant der Kosmetikriese die Installation von iPads in über 100 Geschäften. Daneben sollen die Tablets auch für die direkte Erfassung der Daten des Kunden genutzt werden. Diese können dann beim nächsten Kauf wieder abgerufen werden. Das hilft besonders, wenn man z.B. den Farbton des Abdeckstifts, den man immer kauft, vergessen hat. Eine offizielle PinterestIntegration auf allen Produktseiten si st er M AG

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durch so genannte ‚Pin It Buttons’ ermöglicht das soziale Teilen von Sephora-Produkten. „Den primären Einfluss auf die neue Strategie hat der Standort unseres Headquarters“, erzählt Julie Bornstein (Vice President Digital Operations) in einem Interview mit dem renommierten Blog Techcrunch. San Francisco, das Mekka der Tech-Industrie, gebe Sephora täglich neue Impulse und Kontakte zu Startups. Eins ist klar: SoLoMo-Anwendungen und Plattformen spielen mittlerweile eine große Rolle. Sie sind nicht mehr aus unserem täglichen „Kauf-Leben“ wegzudenken. SoLoMo-Strategien bieten in den Bereichen Datenerfassung und Messbarkeit revolutionäre Möglichkeiten. Neue Technologien und Services machen sich die Daten aus Applikations-Nutzung, lokalen Suchergebnissen, sozialen Streams und Orten zu Nutze, um die richtigen Angebote herauszufinden und dem Kunden anzubieten: Es wird spannend sein, wie wir durch ‚Hypertargeting’ genau zur richtigen Zeit, am richtigen Ort mit der gerade gesuchten Information erreicht werden.

Wohnzimmer

by XX Musik ruft Stimmungen hervor und manchmal fällt einem beim Betrachten eines Bildes ein lang vergessener Lieblingshit ein. Visuelle Eindrücke und akustische Erfahrungen hängen häufig zusammen. Daher stellen wir in unserer neuen Rubrik „Bild & Ton“ ein Foto/Kunstwerk/Bild vor und fragen musikbegeisterte Experten nach ihrem passenden Song-Tipp!

Bild & Ton

Bild&Ton

Bild entdeckt von Thea Neubauer

Song: 12 Juin 3049 von Caravan Palace Album: Clash

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Carousel in Paris / France (Photo 8 x 10) von magalerie auf Etsy

Musiktipp von Christoph Blaas

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Ton&Bild

Musiktipp von Anna Schmalfuß

Song: Florac von Pantha du Prince Album: This Bliss

Bild entdeckt von ThN

Künstler: Susann Carter Hall Titel: Red Light, Limelight (2011) Größe: 12 x 12 Zoll Material: Öl auf Leinwand

Ihr seid musikbegeistert und habt Lust im nächsten Heft das musikalische Pendant zum visuellen Eindruck zu finden? Dann schreibt an mail@sister-mag.com!

von CORINNA BLAICH

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Bandreview : Kaizers Orchestra Kaizers Orchestra l gehört zu den Bands, die außerhalb Skandinaviens einfach noch nicht entdeckt wurden. Sonst wäre ihre melodiöse Popmusik schon in aller Munde, denn mir fällt kaum etwas Vergleichbares ein. Vielleicht liegt es daran, dass sie aus Norwegen kommen. Den skandinavischen Ländern voller Dunkelheit, einsamen Wäldern, und idyllischen Seen sagt man im Allgemeinen einen Hang zur Melancholie und zum Träumerischen nach. Kaizers Orchestra ist jedoch nicht einfach nur besonders phantasievoll oder romantisch. Ihre Videos erinnern an Tim Burtons „Alice im Wunderland“: Aufwändige Inszenierung und Kostüme, vor denen man als Kind Angst bekommen hätte. Die Musik von Kaizers Orchestra ist ebenso cineastisch angelegt wie ihre Bebilderung. Die norwegische Sprache hat wahrscheinlich großen Anteil daran, sie klingt sehr plastisch und hindert Kaizers Orchestra offensichtlich nicht am Erfolg außerhalb der Heimat. Vor ca. zwei Jahren artete eine SchreibSession aus und Kaizers Orchestra verfügten plötzlich über ca. 50 Songs, die

auf dem nächsten Album erscheinen sollten: ein Ding der Unmöglichkeit. Die Lösung: eine Trilogie. Die ersten beiden Teile sind schon erschienen und Ende des Jahres soll die Geschichte mit Violeta / Violeta Vol. 3, abgeschlossen werden. DIE GESCHICHTE Violeta ist die Tochter eines liebevollen Vaters und einer sonderbaren Mutter, Beatrice. Diese ist von Dämonen besessen und kann durch Träume kommunizieren, indem sie ihre Visionen, wie Tomatensträucher, in einen Garten pflanzt. Der Vater kann sich mit dieser Tatsache nicht arrangieren und beschließt, die siebenjährige Tochter zu entführen und sich mit Violeta vor der Mutter zu verstecken. Sieben Jahre lang weint Beatrice bittere Tränen um ihre Tochter, jedes Jahr einen Eimer voll. Nach sieben Jahren beschließt sie aufzubrechen und sich ihre Tochter zurückzuholen. Selbst wer der norwegischen Sprache nicht mächtig ist, versteht die Sprache der Lieder von Kaizers Orchestra!

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UNBEDINGT ANHÖREN Hjertenknuser l auf tape.tv

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Auf Schatzsuche mit Leslie Feist Ein Abend in der Royal Albert Hall, London. Ein ungewöhnlich sonniges Wochenende neigt sich an diesem Sonntagabend dem Ende zu. Der Hyde Park ist voller Leben. Die Londoner genießen die letzten Sonnenstrahlen des Tages. Südlich des Parks leuchtet die Royal Albert Hall majestätisch im Abendrot und zieht an diesem Abend ein bunt gemischtes Publikum in ihr Inneres: vom Studenten zum Broker, vom Hipster zum klassischen Operngänger. Leslie Feist, Kanada‘s außergewöhnliches Stimmtalent, hat geladen und fast 6.000 Fans sind ihrem Ruf gefolgt. Im Konzertbau, der an ein römisches Amphitheater erinnert, waren schon die ganz Großen der Musikbranche zu Gast. Auch Feist spielt seit ihrem 2007er Album „The Reminder“ in einer anderen Liga. Die Platte selbst war bereits ein voller Erfolg. Doch dann kam der Anruf von Apple und ihr Song „1234“ wurde der Soundtrack zur neuen iPod-Kampagne. Sie spielte plötzlich Konzerte mit Stadiongröße. Der Erfolg hinterließ seine Spuren. Sie legte eine Pause ein und verschwand beinah zwei Jahre von der Bildfläche. si st er M AG

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Mit „Metals“, ihrem vierten Studioalbum, im Gepäck meldete sie sich im Herbst letzten Jahres zurück. Dem Album fehlt die poppige Leichtigkeit des Vorgängers. Es klingt melancholischer, schwerer, lauter, nicht massenkompatibel. Und doch gelang ihr damit erstmals eine Platzierung in den Top 10 der amerikanischen Album-Charts. Feist bezeichnet es als eine „Schatzsuche“ - nach allem in ihrem Leben - und so nimmt sie das Publikum mit auf eine Reise. Hierbei wird sie neben ihrer Band auch von dem Acappella-Trio „Mountain Man“ tatkräftig unterstützt. Gemeinsam werden neue Stücke zum Besten gegeben, aber auch Klassiker wie „Gatekeeper“, „My Moon My Man“ und „Let It Die“ in neuen Arrangements präsentiert. Feist lässt ihre einzigartige Stimme durch den Raum bis in die obersten Ränge erstrahlen und

von JULIAN ROTHKAM

Wohnzimmer

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schafft es trotz der beeindruckenden Größe der Halle eine ganz besondere, intime Atmosphäre zu kreieren. Sie spielt, Musik und mit dem Publikum. Es wird gemeinsam gesungen, gelacht und getanzt. Zu „So Sorry“ verwandelt sie die Zuhörer in einen gigantischen Chor aus tausenden Stimmen und zu „Let It Die“ lädt sie kurzerhand alle Anwesenden zum gemeinsamen Tanz auf die Bühne ein. Starallüren Fehlanzeige. Egal ob sie solo „Intuition“ vorträgt oder gemeinsam mit Special-Guest rsal Photo: Mary Rozzi. © Unive

M.Ward, der zuvor den Abend eröffnet hatte, im Kollektiv musiziert, Feist begeistert. Und so geht, trotz zahlreicher Zugaben, ihr musikalischer Besuch viel zu schnell zu Ende. Man verlässt sehnsüchtig den Saal, hätte gerne weiter ihrer Stimme gelauscht. Einer Stimme, die verzaubert, mit Texten, die ergreifen und Musik, die bleibt. Es war ein besonderer Abend an einem besonderen Ort. ZUM HÖREN UND SEHEN Feist l Offizielle Seite www.listentofeist.com/ Mountain Man l mountainman.bandcamp.com/ M. Ward l http://mwardmusic.com/ Aktuelles Album

„Metals“

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uu Erklärt in euren eigenen Worten die Idee eures Unternehmens!

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Wenn wir erklären sollen, was stereomood l ist, fangen wir am liebsten direkt aus dem Herzen mit einer einfachen Geschichte an. „Stell Dir vor ... letzte Nacht: du hast das Licht gedimmt, dir ein Glas Wein eingeschenkt ... und jemand ist zu Besuch. Es fehlt aber noch etwas: Stimmungsmusik. stereomood ist der einzige Webservice, der deine Stimmung in Musik verwandelt.“ Mit dem Klicken eines Knopfs findet man Zugang zu einer einzigartigen Musiksammlung – immer im Einklang mit deinen eigenen emotionalen Wünschen. Dabei erlaubt stereomood, Musik anzuhören ohne sich auf ein spezielles Genre, einen speziellen Künstler oder ein Album festzulegen. Unser stimmungs-basiertes Programm ermöglicht eine neue Art der Hörerfahrung, perfekt für alle, die offen sind für andere oder unerwartete Entdeckungen

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sowie für jene, die nicht genug Zeit haben, sich den besten Soundtrack für den Tag zusammenzustellen: vom Candlelight Dinner über Sonntagsmorgen-Erwachen, der perfekten Playlist fürs Lernen bis hin zur Themenparty. stereomood bezieht seine Musik von den besten, unabhängigen Musikblogs weltweit. Wir haben bereits über 50.000 Lieder klassifiziert und in mehr als 100 Stimmungs-Playlisten neu zusammengestellt, die von 1 Million monatlichen Unique Visitors angehört werden. Die Musik-Kuratierung wird ermöglicht durch das sogenannte „Social Tagging“: die Nutzer fügen den Liedern Kennzeichnungen (sogenannte Tags) ihrer Wahl entsprechend der verbundenen Stimmung hinzu. uu Was sind die Inspirationen für die Idee gewesen? Die Idee zu stereomood ist im Februar 2008 in Mailand, Italien entstanden, als wir alle zusammen bei MTV arbeiteten. Wir waren völlig erschöpft von Maurizio, der „apocalyptica“ immer wieder

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unheimlich laut anhörte. Wir wollten ihm ein Online Tool an die Hand geben, mit dem er die neusten Tracks von den besten internationalen Musik-Blogs zusammenstellen und teilen kann. Wie oft seid ihr an einem verschlafenen Sonntagmorgen mit dem Wunsch aufgewacht, sofort tolle und fröhliche Musik anhören zu wollen, ohne viel Zeit damit zu verschwenden, nach der richtigen CD oder dem richtigen MP3 zu suchen?

decken. Wir haben hauptsächlich weibliche Hörer. Wir sind stolz darauf, dass unsere Nutzer sehr loyal sind und schnell vom stereomood-Konzept süchtig werden. Wie man auf unserer Facebook Fanseite sehen kann, zählt unsere Gemeinschaft mehr als 110.000 treue Liebhaber! Und wir haben dafür nicht 1$ für Werbung ausgegeben – Mundpropaganda ist unser einziges Marketing-Tool!

uu Wie verdient ihr Geld? Wie finanziert ihr euch?

uu Wo seht ihr euch in 5 Jahren?

Das Erlösmodell beruht auf Stimmungswerbung. Marken sind dazu eingeladen, ihre Produkte durch Homepage-Hintergründe oder angepasste Stimmungsplaylisten zu bewerben und eine junge, neugierige und leidenschaftliche Zielgruppe zu erreichen. uu Wen seht ihr als eure Zielgruppe? Wie hoch seht ihr euer Marktpotenzial? Unsere Nutzer sind intelligente, junge Menschen, die es lieben neue Musik von unabhängigen Labels zu ent-

In 5 Jahren? Eine sehr lange Zeit für ein Start-up! Wir haben den Traum, der Top-Musik-Empfehlungsservice basierend auf Stimmungen zu werden. Unsere Mission ist es, dass Leben der Menschen zu bereichern, indem sie ihre Emotionen durch die Musik teilen, Musik genießen, die sie mögen und neue Musik entdecken ... immer, überall. uu Wer sind eure Konkurrenten? Im Vergleich zu direkten Wettbewerbern wie Musicovery, The Sixtyone und

Startup Spotlight: Stereomood

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Songza ist stereomood bereits die führende Musik-Website, um Playlisten auf Basis von Stimmungen oder Emotionen zu finden, aber wir stehen auch im Wettbewerb mit allen StreamingWebradios und Musikempfehlungsdiensten ... Der Markt in diesem Bereich ist sehr lebhaft und jeden Tag sieht man mehrere neue, innovative Services. Wir wissen, dass die Nutzer die digitale Musikrevolution nach vorne treiben und wir hören auf ihre Empfehlungen, um unser Produkt ständig zu verbessern. uu Was habt ihr vorher gemacht? Wir haben bei MTV Italia als Graphikdesigner und Webentwickler gearbeitet. Daniele war Webentwickler und SEO bei MTV als Freelancer. Eleonora arbeitete bei MTV und Walt Disney als Graphik- und UI-Designer. uu In welcher Abteilung habt ihr euren ersten Mitarbeiter eingestellt? Claudio, unser Musikmanager. uu Wie seid ihr auf eure Unternehmensfarben gekommen? Farben und Bilder beeinflussen unsere Emotionen auf verschiedene Weise. Es si st er M AG

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ist der erste Berührungspunkt mit dem Kunden. Durch stereomood’s enge Verbindung mit Musik und Emotionen haben wir uns dafür entschieden, Bilder als den Hauptträger unserer Seite zu nutzen. Wir ändern das Hintergrundbild jede Woche und wählen dabei aus einer Reihe von Flickr-Sammlungen. In der Zukunft wollen wir den Hintergrund auch als stimmungsgebrandete Seite zur kommerziellen Nutzung nehmen. Als weitere Farben nutzen wir hauptsächlich schwarz/weiß und ein fluoreszierendes Grün. Wir haben diese nach einer Analyse unserer Zielkunden und der Welt der unabhängigen Blogger ausgewählt. Nach zwei Jahren arbeiten wir gerade an einem sanften Restyling. uu Wer hat das Unternehmenslogo gestaltet – extern oder intern? Wie lange hat es gedauert? Wir haben das Logo intern designed als visuelle Darstellung von allem, wofür die Firma steht. Das Logo soll Loyalität zwischen unserer Firma und unseren Kunden bilden und eine Markenidentität aufbauen – dabei den professionellen Auftritt einer etablierten Firma ab-

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geben. Wir haben einen Farbverlauf für das Icon und den Claim gewählt, da er sofort ein positives Gefühl erzeugt. Wir haben sehr viel Zeit mit der Auswahl der finalen Variante, die man heute auf der Website sieht, verbracht, aber wir lieben das Resultat!

sisterMAG Lieblingsauf stereomood.com

Perfekt, um neue Künstler zu entdecken! Unser Favorit beim Layouten: CHILLOUT l. Ein kleiner Auszug:

uu In welcher Stadt sitzt ihr? Wir sind im Moment in San Francisco, um das Land, in dem Musik das Web trifft, zu entdecken. Wir werden aber in den nächsten Monaten nach Rom zu unserem Hauptsitz zurückkehren. uu Hauptnahrungsmittel in der Startup-Phase? Mit Hinblick auf unser italienisches Temperament und Herkunft: Pasta und italienischer Wein mit einem Schuss mexikanische Guacamole! uu Wollt ihr noch irgendetwas hinzufügen? Wir werden bald eine App sowohl für Android als auch für iOS launchen, um den Leuten zu ermöglichen, stereomood immer und überall dabei zu haben.

KEEP SECRETS Kova KAUFEN l JUNGLE RAG Anon DOWNLOAD l GOLDEN MORNING – Nostalgia 77 KAUFEN l LIMBO Jaws vs. Paws DOWNLOAD l IN FIELDER Miró Belle DOWNLOAD l

Zeitvorstellungen im alten Ägypten

Die ständige Wiederkehr des „Ersten Males“ Fragt man nach Neuanfängen im Land der Pharaonen, wird man nicht enttäuscht. 5.000 Jahre Kulturgeschichte, mit denen sich Studierende und Forschende des Faches Ägyptologie beschäftigen – das Potenzial zur Betrachtung von Umbrüchen und Neuanfängen durch neue Herrscherdynastien und Fremdherrschaften ist immens. Dabei spricht man zunächst nur vom politischen Wandel – hinzu kommen religiöse Veränderungen im Kultbetrieb, der Klimawandel und zahlreiche Naturkatastrophen, Einsatz von technischen Innovationen in Militär und Landwirtschaft. Im Folgenden wollen wir jedoch keine trockene Geschichtsstunde abhalten und Faktenwissen referieren, sondern viel zentraler auf das Oberthema dieser Ausgabe des sisterMAGs eingehen: „Neuanfänge“.

ZEITVERSTÄNDNIS

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Wenn man sich mit Zäsuren und Neuanfängen befasst, muss man zunächst wissen, dass sich das ägyptische Zeitverständnis von unserem heutigen unterscheidet. Dies äußert sich schon an zwei Wörtern für die „Ewigkeit“: einmal Nechech – die zyklische Zeit, und Djet – die lineare Zeit. In Inschriften mit guten Wünschen oder Anrufungen an die Götter wird beispielsweise dem Pharao Gutes für die Nechech- und die Djet-Ewigkeit gewünscht. In christlichen Gebeten ist dagegen oft „… von Ewigkeit zu Ewigkeit“ die Rede. Wie hat man sich diese zwei Zeitverständnisse vorzustellen?

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E von FRANZISKA NAETH

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Mit der zyklischen Zeit (Nechech) sind wiederkehrende Ereignisse gemeint: Jahreszeiten, die Nilflut, die die Felder mit fruchtbarem Schlamm überschwemmte, und vor allem Götterfeste. Auch wenn der ägyptische Kalender durch Naturereignisse bestimmt war und man sich der Naturgesetze durchaus bewusst war, standen die religiösen Rituale immer im Vordergrund. Es war nicht klar, ob die Sonne jeden Tag wieder aufs Neue aufgehen würde! Der Sonnengott Re fuhr auf seinem Schiff – der Sonnenbarke – Stunde um Stunde über den Taghimmel und erstrahlte in seinem Glanz. Des Nachts fuhr er durch die Unterwelt und musste allerhand Feinde bezwingen. Dazu zählte die Riesenschlange Apophis, die ihm das Wasser wegtrank. Somit drohte dem Sonnengott ständig das Stoppen der Barke und damit das Anhalten der Zeit! Darum mussten Rituale und Gebete vollzogen werden, damit das Aufgehen der Sonne an jedem neuen Tag abgesichert werden konnte. Das versteht man unter zyklischer Zeit: die Wiederkehr des „Ersten Males“, d. h. die Schöpfung der Welt, die immer wieder neu verteidigt werden musste. Man beobachtet also einen ständigen Neubeginn, Tag um Tag. Die lineare Zeit, Djet, kommt dagegen unserem progressiven Zeitbegriff nahe.

JAHRESZEITEN

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Die Ägypter unterschieden nur drei Jahreszeiten: Peret – das „Herausgehen“, die Zeit der Aussaat; Achet – die Zeit, in der die Felder vom Nil mit fruchtbarem Schlamm überflutet waren und Schemu – die Zeit der Hitze und Ernte. Die „Achet“-Periode bot u. a. Gelegenheit, um große Bauprojekte wie Tempel, Pyramiden und Grabmäler voranzubringen. Das Jahr war in zwölf Monate zu je 30 Tagen eingeteilt. Die Ägypter arbeiteten nach einer Zehntagewoche. Nach 360 Tagen kamen fünf weitere Tage hinzu: die „gefährlichen Tage“ (Fachbegriff: die

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Epagomenen). Jeder dieser Tage stand unter dem Patronat einer Gottheit: Osiris, Horus, Seth, Isis und Nephthys. An diesen Tagen mussten sich die Menschen besonders vor Gefahren hüten. Man glaubte, dass zum Jahresende schnell Unheil drohen könnte. So besagt es auch ein über 3.000 Jahre alter Tagewählkalender, der für jeden Tag des Jahres eine Prophezeiung beinhaltete. Hier ein Beispiel für den vierten Epagomenen-Tag: „Tag 4: Geburt [der Isis]. Worte, die (an diesem Tag) zu rezitieren sind: O Isis, diese Göttin, die folgt […], Tochter der Nut, Herrin von Ober- und Unterägypten. Rette mich vor allen schlechten und unheilvollen Dingen! Rette (deinen?) Sohn Horus an (diesem) Tag! Der Name d(ies)es Tages: „der Schrecken bereitet“.“

Das Phänomen der „gefährlichen Tage“ begegnet uns noch in europäischen Handschriften des Mittelalters und der Frühen Neuzeit: Selbst dort wird noch auf die „dies aegyptiaci“ oder die „ägyptischen Tage“ hingewiesen, an denen man sich in Acht nehmen sollte. Nun sind wir bei 365 Tagen angekommen. Doch auch der Vierteltag war den Ägyptern bewusst. Von Zeit zu Zeit verordnete der Pharao daher Schalttage. Als der röUNGEFÄHRmische Feldherr Caesar um 40 v. Chr. JAHRESZEIT MONAT ENTSPREauf die ägyptische Königin Kleopatra CHUNG Achet Thoth Juni traf, entspann sich nicht nur ein Lie(Überschwemmung) Paophi Juli besverhältnis mit Kind. Im Zuge der Hathyr August Begegnung entwickelte sich auch die Choiak September Julianische Kalenderreform – maßPeret Tybi Oktober (Aussaat, „Winter“) Mecheir November geblich gestaltet durch Gelehrte aus Phamenoth Dezember der ägyptischen Metropole AlexandPharmouthi Januar ria. Die Tabelle links zeigt den ägyptiSchemu (Ernte, Pachons Februar schen Kalender im Überblick. „Sommer“) Payni März Der Jahreswechsel liegt damit nicht Ephiphi April Mesore Mai wie im Gregorianischen Kalender

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Ende Dezember, sondern im Frühjahr. Mit dem heliakischen Aufgang des Sternes Sirius begann die Nilüberschwemmung und damit das neue Jahr mit der Jahreszeit „Achet“. Die ägyptischen Herrscher werden nach Familien, also Dynastien, Abb.: Sopdu, die ägyptische Personifizierung des Gottes Sirius (Wikipedia.de, Stichwort Wepet-renpet, von Jeff Dahl, GNU-Lizenz)

gezählt. Wenn ein neuer Herrscher auf den Thron kam, begann mit ihm auch eine neue Jahreszählung. Die Zeiträume waren durch Trauerrituale für den verstorbenen Pharao und Krönungsrituale für seinen Nachfolger klar festgelegt. Damit begann ein neues Jahr, auch wenn es nicht am Ende des Kalenderdurchlaufs lag. Chronologien sind daher nicht einfach zu handhaben, vor allem, wenn man Daten aus antiken Texten miteinander vergleicht (z. B. ägyptische und babylonische Datumsangaben) oder mit Objekten konfrontiert, die mit naturwissenschaftlichen Methoden wie der C14-Analyse datiert werden können. Allerdings können Ägyptologen die meisten Daten auf zwei Tage genau bestimmen. Wie funktioniert dies genau? Hier am Beispiel eines Ehevertrags: In diesem Text ist der genaue Tag nicht genannt. Nach Umrech„Jahr 3, Monat Mesore, des Königs Ptolemaios (IV.), Sohnes des Ptolemaios (III.) und der Berenike (II.), der wohltätigen Götter, als Demetrios, Sohn des Apelles, Priester des Alexander und der Geschwistergötter (und) der wohltätigen Götter war, als Nymphais, Tochter des Nymphion, Kanephore vor Arsinoë der Bruderliebenden war. Gesagt hat der in Ägypten geborene Blemmyer (= Vertreter eines sudanesischen Volksstamms) Harmais, Sohn des Harpaesis, seine Mutter ist Wen-Isis, zur Frau Taesis, Tochter des Chayris, ihre Mutter ist Hemdjert: Ich habe dich zur Ehefrau gemacht.“ (Papyrus Hauswaldt 6)

nungen zum Gregorianischen Kalender lag der Monat Mesore in diesem Jahr zwischen dem 8. September und 7. Oktober 219 v. Chr. – also vor 2.229 Jahren und ein paar Monaten. Die Hochzeit markierte einen Neubeginn im Leben von Frauen

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NEUANFANG HOCHZEIT und Männern. I.d.R zog die Braut in den Haushalt des Mannes ein. Umfangreiche Eheverträge – wie der oben zitierte – auf riesigen Papyrusrollen mit langen Datumsangaben hielten die Rechte der Partner fest und beschrieben minutiös, welche Ländereien, kostbaren Kleider sowie Juwelen und welches weitere Vermögen die Frau als Mitgift in die Ehe einbrachte. Im Fall einer Scheidung musste der Mann dies zurückzahlen. Die Eheschließung im alten Ägypten war zunächst ein formaler Akt durch Regelung der Besitzverhältnisse und kein Gelöbnis. Nur wenige Quellen informieren über Feierlichkeiten. So heißt es auf einem recht schmucklosen Papyrus mit der Einladung zu einer Hochzeit: In 5.000 Jahren Kulturgeschichte gab es natürlich auch schlechte „Herais fragt dich, zum Essen zu kommen anlässlich der Hochzeit ihres Sohnes, im großen Thoëreum (= Gemeinderaum im Tempelbezirk), morgen, am 26., ab der 9. Stunde.“ Abb.: Papyrus Oxyrhychus 75, 5057. Einladungen wurden auf großes Papyrusblatt geschrieben, das dann zerschnitten wurde. Links kann man Reste einer zweiten Einladung erkennen. (Quelle: Papyrological Navigator, Text-Datenbank)

KRISENZEITEN Zeiten. In der historischen Rückschau sind dies Perioden, in denen keine Zentralregierung in einer Residenz, sondern lokale Fürstentümer existierten. Für den Einzelnen war dies vielleicht eine Blütezeit, doch die Geschichtsschreibung nahm und nimmt diese Perioden als Krise Ägyptens wahr. Unter dem Namen des Ipuwer ist eine Klageschrift aus dem 19. Jh. v. Chr. erhalten, in der es heißt: si st er M AG

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Wohnzimmer „Wahrhaftig, die Herzen sind gewalttätig, Seuchen durchziehen das Land, Blut ist überall, es mangelt nicht (?) am Tod […] Wahrhaftig, das Land rotiert wie eine Töpferscheibe, der Räuber hat Besitz, der [Reiche?] ist ein Plünderer.“ (aus der Vorderseite von Papyrus Leiden 344 V, Kolumne 2)

Dieser Text bietet keinen versöhnlichen Ausgang – im Gegensatz zu den meisten Klageschriften. Oft sind diese als Prophezeiungen gestaltet, welche schlimme Zustände ankündigen. Sie gaben jedoch auch immer Hoffnung mit Referenz auf künftige Heilbringer oder einem „goldenen Zeitalter“. Dann würde das Land wieder von den Göttern geliebt.

LEBENSZEIT Für einen Menschen galten 100 bzw. 110 Jahre als ideale Lebenszeit, die einem die Götter schenken konnte. In einer Lebenslehre heißt es zu den einzelnen Phasen des Lebens: „Er (= der Mensch) verbringt 10 (Jahre), indem er jung ist, ohne dass er Leben und Tod erkannt hat. | Er verbringt weitere 10 (Jahre), indem er die Arbeit und die Lehre annimmt, wovon er leben können wird. | Er verbringt weitere 10 Jahre, indem er spart und Besitz erwirbt, um davon zu leben. | Er verbringt weitere 10 Jahre, bis er das Alter erreicht, bevor sein Herz Einsicht erlangt. | Bleiben 60 Jahre innerhalb der gesamten Lebenszeit, die Thoth (= ägyptischer Gott der Weisheit) dem Gottesfürchtigen zugeschrieben hat. | Einer unter Millionen ist es, den der Gott segnet, der sie (= die Lebensjahre) erlebt, wenn das Schicksal gewogen ist.“ (Papyrus Insinger 17, 3-18, 4)

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Jede Leserin und jeder Leser möge selbst bestimmen, welchen blühenden Neuanfang sie oder er gerade beschreitet. Doch die Zahlen sollte man mit Vorsicht genießen: Sie galten nur für die ägyptische Elite und mit einer viel kürzeren Lebenserwartung als in den heutigen, westlichen Industrienationen. Zwanzigjährige hatten schon ihre Ausbildung abgeschlossen und sorgten sich um eine prächtige Grabanlage, denn die Lebenserwartung betrug selbst für privilegierte Schichten mit Zugang zu medizinischer Versorgung nur um die 60 Jahre.

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Sektion Bibliothek

Es gibt wohl keinen anderen Ort auf der Erde, den man so stark mit der Welt des Gründens, der Tech-Start-ups und der Dynamik von Entrepreneuren verbindet wie das Silicon Valley. Das eigene Büro in dieser Gegend einzurichten, ist ein Traum für jeden Gründer. Dem Startup Fair Observer° wurde diese Möglichkeit durch das Bundeswirtschaftsministerium mit Vergabe eines der ersten Stipendien des „German Silicon Valley Accelerator“ gegeben. Doch ein Blick in das Geschäftsmodell des Stipendiaten deckt keineswegs die klischeehafte App mit schnell-skalierbarer, ressourcenschonender Technologie auf, sondern bietet einen Vorschlag für den Neuanfang des Nachrichtenjournalismus. sisterMAG erwischte einen der Gründer des multinationalen Teams in Deutschland und ließ sich die Vision von Fair Observer° erklären. Fabian Neuen sitzt mir an einem milden, sonnigen Frühlingstag gegenüber. Gerade ist er aus München, wo sich das deutsche Büro des Startups befindet, in Berlin angekommen. Dies ist jedoch nur ein kurzer Aufenthalt, bevor es weiter nach Istanbul und schließlich zurück ins Silicon Valley geht. Häufige Reisen und eine Form von internationaler Heimatlosigkeit ist jedoch nichts Ungewöhnliches: Aufgewachsen im Kongo und in Frankreich, studiert in Deutschland, Philadelphia und Singapur und vor dem Gründen als Berater in Indien und China unterwegs, ist Neuen wohl der Prototyp der eigenen Zielgruppe. si st er M AG

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Denn die Nachrichtenplattform Fair Observer – also „fairer Beobachter“ – will die Educated Professionals in der ganzen Welt ansprechen. Mit Artikeln, Texten und Hintergrundberichten sowie sogenannten 360°-Perspektiven sehen die Macher der Plattform drei Zielgruppen: ‚Zum einen die Menschen, die im akademischen Betrieb tätig sind – darunter natürlich auch Studenten – zum anderen auch Menschen, die im politischen Betrieb und in der Wirtschaft Führungspositionen innehaben. Sie haben alle einige Eigenschaften gemeinsam: sie sind so ausgebildet worden, dass sie auch im Ausland gelebt, studiert oder gearbeitet haben. Sie be-

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sitzen eine natürliche Verbindung zum Ausland durch Freunde oder Erlebnisse. Daher kommt die innere Freude, sich mit dem Ausland zu beschäftigen. Von Berufswegen haben all diese Menschen gemein: zum einen forschen sie, zum anderen müssen sie täglich Entscheidungen treffen, die in irgendeiner Weise mit dem Ausland verwoben sind.’

360°

Make sense of the world

Welches Problem will Fair Observer° eigentlich

beheben? Was fehlt diesen angesprochenen Menschen in einem Alltag voller Informationen und einer unübersehbaren Zeitungslandschaft: ‚Das erste Problem, das wir sehen, ist die Einseitigkeit. Wir finden eine Vielzahl an unterschiedlichen Medien gerade in einem Land wie Deutschland, diese weisen jedoch allenfalls eine politische Nuancierung auf. Gleichzeitig wird das Leben immer globaler, d.h. man lebt in den unterschiedlichsten Regionen dieser Erde. Ereignisse haben einen globalen Einfluss – sei es der Arabische Frühling oder Fukushima. Die Auswirkungen spürt man überall. Es ist daher fatal, dass es keine Medienplattform gibt, die aufzeigt, wie Menschen in anderen Teilen dieser Erde über jene Ereignisse denken und urteilen. Das zweite Problem ist die Eventgetriebenheit. Es geht häufig nur um kurze News und keiner nimmt sich mehr die Zeit um innezuhalten und zu reflektieren – ein Angebot wie Twitter macht dies nur zu deutlich. Und das dritte Problem ist der fehlende Kontext: Ohne Hintergründe und Erklärungen können Menschen ein-

Im Gespräch mit Fabian Neuen – Co-Founder von Fair Observer fairobserver.com

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fach nicht verstehen, worum es bei aktuellen Ereignissen geht.’ Ein Blick auf die wenigen Medien, die heute noch wachsende Auflagenzahlen verzeichnen können, lässt die Macher der Plattform hoffen: Der „Economist“ verdoppelte innerhalb der letzten zehn Jahren seine Auflage (www.economistgroupmedia.com l) und auch die Zahlen der deutschen Zeitung „ZEIT“ steigen. Beide Publikationen stehen für Qualitätsjournalismus und können als positive Ausnahme in einer Zeit gelten, in der Zeitungen die am schnellsten schrumpfende Industriebranche der Welt ist: ‚Es gibt ein unheimlich großes Angebot, aber es wird immer schwieriger, die guten Angebote zu finden. Es gibt zwar immer mehr Nischen, aber der Mainstream verflacht und wird eventgetriebener. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass es genug Menschen gibt, die mehr Informationen wollen. Für diese wird der Suchaufwand immer größer. Deshalb sind wir sicher, dass Fair Observer° ein ausreichend großes Marktpotenzial hat.’ Die Idee zu Fair Observer° kam nicht über Nacht. Das Leben in anderen Ländern und das Aufwachsen in einem internationalen Kontext zeigte

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Neuen und seinem Partner – dem aus Indien stammenden Atul Singh – wiederholt eine „andere“ Sicht auf die Dinge: ‚Ich saß beispielsweise im Politikkurs im MBA: das Thema war Europa im 19. Jahrhundert. In Deutschland überschreiben wir die Behandlung dieser Zeit meist mit „Die deutsche Frage“ während man im Englischen über „The German Problem“ spricht. Deutschland und England sind nicht so unterschiedlich – wie weit müssen dann die Sichtweisen der Kulturen im internationalen Kontext auseinanderdriften!’ Die Initialzündung zum Start von Fair Observer° erfolgte während der Medienkonferenz „Global Media Summit“ 2010 in New York. Die Teilnehmer diskutierten ausführlich über das Thema „Analyse“. Neuen und Singh, die sich während eines EntrepreneurshipKurses an der Wharton School in Philadelphia kennenlernten, überlegten daraufhin, wie ein Medienprodukt aussehen könnte, welches analysiert und erklärt: ‚Nicht weil wir Journalisten sind, sondern weil wir das Problem am eigenen Leib erfahren haben. Wir fingen also einfach an!“ Inzwischen steht an der Spitze von Fair Observer° mit Co-Founder Chris-

Bibliothek GRÜNDER

v.l.n.r. Fabian Neuen | Atul Singh | Christian Becker

tian R. Becker ein Trio. Gemeinsam mit Neuen realisierte der studierte Mediziner Projekte in Indien und leitet heute den Bereich Business Development. Die jüngste Veränderung an der Führungsspitze ist ein neuer CTO: Christian Gehl. Er arbeitete vorher am Startup „Trifense“ und lernte Fair Observer° im Silicon Valley kennen. Sichtlich beglückt über den neuen Zuwachs zeigt sich Neuen optimistisch, dass diese Entwicklung die technische Plattform hinter Fair Observer° voranbringen wird. Allgemeinwissen in der Startup-Welt: Entwickler und Tech-Experten sind ein rares Gut dieser Tage! Die Arbeitsweise des Start-ups zeigt sehr schnell, es handelt sich um ein Produkt der digitalisierten und global-verbundenen Welt. Ein EditingTeam aus Freiwilligen überprüft jeden Artikel auf Richtigkeit und Sprache. Die Autoren jedoch sitzen – ganz im

Sinne der Idee – auf der ganzen Welt: ‚Am Anfang haben wir unsere eigenen Netzwerke auf der Suche nach Autoren aktiviert. Daraufhin begannen wir mit einer aufwendigen Kaltakquise: wir haben uns Themenkalender gesetzt und recherchiert, wer weltweit auf diesen Gebieten führend ist. Diese Leute haben wir dann einfach angeschrieben und das hat gar nicht schlecht funktioniert. In geringerem Maße führen wir diese Vorgehensweise fort, jedoch kommen auch immer mehr Autoren auf uns zu. Wie sichern wir die Qualität? Grundlage ist nicht der einzelne Lebenslauf des Autoren, vielmehr die kritische Würdigung des Inhalts. Wir finden im Pool unserer Kontributoren alle Senioritäts-Stufen: vom Studenten bis hin zum pensionierten Diplomaten oder General. Menschen können sehr gute Texte schreiben, obwohl sich dies vielleicht am Lebenslauf nicht ablesen lässt. Man würde sie daher schnell aussortieren. Gerade ihnen, die auf den verschiedensten Gebieten Experten sind, wollen wir eine Plattform bieten.’ Zur Zeit arbeiten die Autoren ohne Honorar. Die Monetarisierung eines solchen Medienprojektes ist eine rie-

sige Herausforderung – dies spüren selbst die größten Verlagsgiganten dieser Tage. Fair Observer° setzt dabei nicht allein auf Einnahmen aus Werbung, sondern hofft auf Kooperationsprojekte mit anderen, auch nationalen Medien, und Projekterlöse.

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Groß und innovativ zu denken, ist eine der Lektionen, die das Team seit Anfang Februar im Silicon Valley lernt. Das Programm „German Silicon Valley Accelerator“ will innovativen deutschen Startups die Chance geben, den Marktplatz Amerika kennenzulernen. Konkret bedeutet das für die jungen Unternehmen für drei bis sechs Monate ins Valley zu ziehen. Dort sind sie in einem Inkubator angesiedelt und erfahren den Austausch mit der lokalen Gründerszene: ‚Diese ist noch sehr viel größer und durchgeknallter als hierzulande. Die Leute haben wirklich schon alles gesehen, d.h. sie sagen uns auch knallhart, wo wir besser werden müssen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es jedoch genau der Input, den wir brauchen. Wir haben uns über ein Jahr ein großes und – wie wir glauben – gutes Content-Netzwerk aufgebaut. Jetzt geht es an die eigentliche Umsetzung und wir brauchen Mentoren, die uns

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zeigen, wie wir unsere Idee praktisch durchsetzen können. Mit einer Medienidee ist es weltweit nicht einfach, sich neu zu platzieren. In Deutschland ist es aufgrund der hohen Risikoaversion noch schwieriger. Daher sehen wir das Programm als riesige Chance, von neutraler und kompetenter Seite Bestätigung für unser Konzept zu finden – hoffentlich auch in finanzieller Hinsicht!“ Die Umsiedlung ins Valley bietet nicht nur Büroräume. Die Gründer können auch an jeder Ecke die Spuren der großen Vorbilder entdecken. ‚Fährt man die Autobahn entlang, sieht man die großen Namen – Intel, Google, Apple oder Motorola. Man spürt es förmlich: „Hier wurde Geschichte geschrieben“. Diese Visionäre haben es einfach gemacht und das nicht nur einmal. Wahrscheinlich sind auch millionenfach Ideen gescheitert. Aber die wenigen, die es geschafft haben, befeuern den Willen und die Lust am Gründen.’ Wir sprechen noch eine Weile über die Unterschiede zwischen dem Startup-Leben in Deutschland, speziell München, und Amerika. Offenheit sei „drüben“ wichtig. Bereits im frühsten Stadium der eigenen Geschäft-

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sidee bekomme man von den enthusiastischen Gründern die eigene Idee präsentiert mit der Hoffnung auf Feedback und der Intention das Wort zu streuen. In Europa sei man da zurückhaltender. Weiterhin denke man sehr viel größer und sofort auf globaler Ebene. Ein weiteres Merkmal des Valleys sei die Technologiegetriebenheit: ‚Man setzt alles auf Technologie und sehr wenig auf die Menschlichkeit und intellektuelle Neugierde von Leuten. Mit unserem Projekt sind wir auf jeden Fall Exoten. Zunächst fallen wir als deutsch-indisches Gründerduo auf, zum anderen wird Content eben nicht großgeschrieben. Wir erhalten also etwas mehr Aufmerksamkeit als das typische Startup, jedoch versteht man unser Modell auch weniger!’ Für die Zukunft hat sich Fair Observer° viel vorgenommen. Man werde in Zukunft auf der Startseite entlang verschiedener Dimensionen 360°-Themen finden. Neben einem sogenannten Kontext-Artikel könne man dann anhand einer Weltkarte die verschiedenen Perspektiven geschrieben von Autoren aus der ganzen Welt aufrufen. Somit will Fair Observer° auch ein spielerisches Element bei der Benutzung des Services einbringen. Für

jene Menschen, die nur wenig Zeit im Alltag haben, soll es zudem eine Synopsis der Themen geben. Diese liefert dann automatisiert aus verschiedenen Perspektiven eine Überblicksseite zum Druck oder für iPad und Reader. Eine arbeitsreiche Zeit liegt also vor dem Team, welches augenscheinlich enthusiastisch an die Kraft qualitativ hochwertiger Beiträge und Analysen glaubt: ‚Wir möchten, dass die Leute an Fair Observer° denken, wenn sie Hintergrundberichte und Qualität möchten. Das ist das qualitative Ziel unserer Arbeit. Dann hätten wir schon verdammt viel erreicht.’ Und damit geht es wieder an die Arbeit für Fabian Neuen, der nachdem ich ihn nach dem besten Rat frage, den er jemals bekommen bzw. gelesen hat, Benjamin Franklin zitiert: „WELL DONE IS BETTER THAN WELL SAID.“   ThN

soundSCHNIPSEL Auf den Kopfhörer klicken und in das Gespräch mit Fabian Neuen reinhören.

uu Erklärt in eigenen Worten die Idee von Skoobe! Skoobe l ist eine mobile Bibliothek für Smartphones und Tablets, unseren Skoobe-Mitgliedern bieten wir an, aktuelle E-Books von mehr als 70 Verlage auszuleihen anstatt zu kaufen. uu Was sind die Inspirationen für die Idee gewesen? Die Idee kam aus den Verlagen, wir versuchen nun in der Umsetzung die Vorteile einer Bibliothek mit den Vorteilen der digitalen Welt zu verknüpfen. uu Wie verdient ihr Geld? Wie finanziert ihr euch? Eine Skoobe Mitgliedschaft kostet 9,99 € im Monat, davon kriegen die teilnehmenden Autoren, Verlage und Skoobe einen Anteil. uu Wen seht ihr als Eure Zielgruppe?

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Es gibt ja jetzt schon viele Menschen die sich Bücher leihen, bei Freunden oder in der Stadtbibliothek, außerdem gibt es schon jetzt zahlreiche Leser die

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auf Ihrem Smartphone oder Tablet lesen. Skoobe wird den Markt für digitales Lesen erweitern. uu Wo seht ihr euch in 5 Jahren? Der Buchmarkt und das Leseverhalten ändern sich gerade durch die neuen Lesegeräte und die neuen Angebote, hier wollen wir unseren Teil dazu beitragen, dem lesen und den Büchern den ihnen gebührenden Platz auch weiterhin zu sichern. uu Wer sind eure Konkurrenten? Natürlich die E-Book-Händler wie Amazon, iBooks, Textunues oder pubbles, aber auch andere Angebote wie Gaming oder Facebook, denn wir alle konkurrieren um die Zeit der Leser. uu Was habt ihr vorher gemacht? Henning ist der Technische Geschäftsführer. Nach einem Studium der Informatik an der Universität Göttingen und am Max-Planck Institut in Saarbrücken war er Mitgründer und CTO der Absolventa GmbH.

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Christian ist der Kaufmännische Geschäftsführer. Nach einem Studium der Volkswirtschaft an der Brunel University und einem MBA an der IESE Business School fing er 2005 bei Bertelsmann an, seit 2006 begleitete er die Digitalisierung der Bücher als Projektleiter Unternehmensentwicklung der Verlagsgruppe Random House.

uu In welcher Abteilung habt ihr euren ersten Mitarbeiter eingestellt? In der Software-Entwicklung uu Wie seid ihr auf eure Unternehmensfarben gekommen? Wir haben ganz viele Farben versucht und Grün kam dem Skoobe-Gedanken am nächsten. uu Wer hat das Unternehmenslogo gestaltet – extern oder intern? Wie lang hat es gedauert?

Startup Spotlight Skoobe

Das Logo wurde von Hannah, unserer Grafikdesignerin hier entwickelt, wir hatten mehrere Namen und viele Logos, haben Freunde und User gefragt und uns am Ende für unser SkoobeLogo entschieden. Der ganze Prozess hat mehrere Monate gedauert.

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uu In welcher Stadt sitzt ihr? Wir sitzen in München, ganz in der Nähe vom Gärtnerplatz im Stadtzentrum. uu Häufigst genutzte Software? Skoobe uu Hauptnahrungsmittel in der Start-up-Phase? Currywurst vom Bergwolf um die Ecke, Leberkäse vom Metzger, Pizza und Pasta und seit neuestem sehr gerne Indisch. uu Welches ist das häufigst ausgeliehene Buch bisher? Im März war es Freiheit von Joachim Gauck.

Bibliothek BIBLIODYSSEY http://bibliodyssey.blogspot. de/ l @ BibliOdyssey l

Eine herrliche Sammlung von Links zu teil obskuren, teils wunderschönen historischen Büchern und Illustrationen. Der Blog aus Sydney bietet regelmäßig qualitativ hochwertige Bilder für alle Liebhaber von Geschichte, Bibliotheken, Wissenschaft und Literatur INSPIRATION Ex Libris Illustrationen aus der John Starr Stewart Collection von der University of Illinois

BOOK BY ITS COVER http://book-by-its-cover.

GRÜNDER

Christian Damke & Henning Peters

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Für alle Liebhaber von hochwertig illustrierten Büchern stellen Julia und Leah ihre Favoriten vor. Ganz besonderes Bonbon: die regelmäßige Serie „Sketchbook Series“ gibt einen Einblick in die Notizbücher von Designern & Grafikern.

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zeitstrahl Neuanfang Ein Neuanfang fühlt sich oft hektisch und überstürzt an. Wie lange dauert es jedoch bis aus einer fixen Idee schlussendlich das erste Produkt auf dem Ladentisch liegt? sisterMAG bat junge Verleger ganz unterschiedlicher Ausrichtung, ihre ersten Schritte auf dem Weg zum eigenen Verlag und dem ersten gedruckten Buch zeitlich einzuordnen. Entstanden ist ein Verlags-Zeitstrahl, welcher Meilensteine und Erfolgserlebnisse der ersten Jahre der jungen Unternehmen zeigt.

WOLFF VERLAG gegründet 2008 Derzeit 8 Titel im Programm

SAFKHET PUBLISHING gegründet 2010 Derzeit 7 Titel im Programm

BINOOKI gegründet 2011 Derzeit 4 Titel im Programm

Name des Verlags: Wolff Verlag l Verleger: Robert Eberhardt Beschreibung: Verlag für Kunst, Literatur und Geschichte. Sitz: Berlin Mitte

Name des Verlags: Safkhet Publishing l Verleger: Kim Maya Sutton und William Banks Sutton Beschreibung: Unabhängiger Verlag mit derzeit vier Imprints: Fantasy, Soul, Cookery und Select. Sitz: London

Name des Verlags: binooki l Verleger: Inci Bürhaniye und Selma Wels Beschreibung: Türkische Gegenwartsliteratur in deutscher Sprache. Sitz: Berlin Kreuzberg

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Dank an RAHEL ZOLLE

E-SHELf Zwei Künstlerinnen und Buchliebhaberinnen aus London starten eShelf.info l – eine Kompilation unabhängiger Online-Publishing-Projekte Während man heute jeden Bestseller bzw. jedes hoch gerankte Buch auf Amazon findet, ist das Auffinden unabhängiger und kleiner Publishing-Projekte außerhalb des Mainstream-Marktes sehr viel schwerer. Das junge Projekt eShelf möchte dies ändern und bietet interessierten Lesern Links und Infos rund um Publishing-Projekte von Künstlern. Initiiert wurde das Projekt von Eleanor Vonne Brown und Rahel Zoller. Sie erarbeiten über den Zeitraum von vier Wochen nicht nur eine Liste von unabhängigen Projekten (jeden Tag wird unter einem neuen Buchstabe A-Z ein Publisher vorgestellt), sondern werden auch eine Reihe von Events in London veranstalten. Verleger und Künstler können ihre Projekte im Projektraum “X Marks the Bökship” l, welcher von Eleanor gegründet wurde, vorstellen und mit Gleichgesinnten ins Gespräch kommen. Die beiden hoffen, Informationen und Einblicke in alternative Publishing-Projekte zu geben. Interessierte Leser sind aber auf jeden Fall dazu aufgerufen, sich zu melden und von eigenen Ideen und Projekten zu berichten. Der tägliche Eintrag eines neuen Projekts endet am 18. Mai. Dann beginnt im „X Marks the Bökship“ (in London) die Ausstellung einiger vorgestellter Projekte.

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Interview mit den Schwestern & Verlegerinnen Inci B端rhaniye und Selma Wels

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Ein großer türkisfarbener Kreis prangt auf dem Programm des jungen Verlags binooki l. Darauf ist in großen Lettern zu lesen „Achtung! Klischeefreie Zone.“ – das Interesse ist geweckt. binooki – das sind die beiden Schwestern INCI BÜRHANIYE und SELMA WELS, Töchter türkischer Einwanderer aus Aydın, in Deutschland geboren und seit Juni 2011 Verlegerinnen türkischer Literatur in deutscher Sprache. Die Ältere – Inci – ist von Haus aus Rechtsanwältin und meistert neben der Verlagsarbeit noch die Arbeit als Partnerin in der eigenen Kanzlei. Selma Wels ist 13 Jahre jünger und war vor der Gründung des eigenen Unternehmens selbstständig im Bereich Location Scouting und Produktionsassistenz für Film und Theater. sisterMAG trifft die beiden aufgeweckten Schwestern kurz nach Ende der Leipziger Buchmesse im April 2012 in ihrem hellen Verlagsbüro in Berlin Kreuzberg und spricht über Beruf, Neuanfänge und Literatur. Was ist das Besondere, diesen Verlag für türkischsprachige Literatur zu gründen? Wie würdet ihr Eure Beweggründe jemandem erklären, der überhaupt nichts über die Gemengelage in Deutschland weiß? Inci: Seit 1960 gibt es in Deutschland viele türkische Einwanderer, die als Gastarbeiter ins Land kamen. Die Zahl der türkischen Minderheit ist stetig gestiegen, so dass man heute fast von einer Mehrheit sprechen kann. Literarisch war die Türkei jedoch lange kein Thema in Deutschland. Erst 2008 mit der Türkei als Gastland auf der Frankfurter Buchmesse und dem Literaturnobelpreis für den türkischen

Schriftsteller Orhan Pamuk begann das Interesse zu steigen. 2010 schließlich wurde Istanbul Kulturhauptstadt und sehr viele Menschen bereisten die Türkei. Wir sind davon ausgegangen, dass auch in der Literatur nun mehr entstehen würde; ein breiteres Spektrum an türkischer Literatur und mehr Übersetzungen ins Deutsche verfügbar gemacht werden würde. Dies war jedoch nicht der Fall. In deutschen und türkischen Lesegruppen sowie in unserem eigenen Bekanntenkreis sprachen uns viele auf diese Lücke an. Es tauchten vermehrt Fragen meiner deutschsprachigen aber auch türkischen Be-

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kannten und Freunde auf, wie sie an diese Literatur herankämen. Zu beiden Gruppen konnten wir immer nur antworten: ‚Ihr müsst Türkisch lernen! Auf Deutsch gibt’s das noch nicht!’ Auch viele der in Deutschland geborenen Türken der zweiten oder dritten Generation haben Schwierigkeiten auf Türkisch zu lesen. Diese sind ebenso dankbar, wenn sie Zugang zu Romanen und Geschichten erhalten, die aus ihrer ursprünglichen Heimat und Herkunft stammen. Damit können sie ihre eigene Kultur besser kennen- und verstehen lernen. Selma beispielsweise liest zwar auch auf Türkisch, tut sich aber deutlich schwerer. Selma: Eigentlich lese ich lieber auf Deutsch, denn das ist für mich die Muttersprache! I: So kam meiner Schwester und mir der Gedanke, dass man die Literatur auch selbst nach Deutschland bringen könnte.

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Wie handhabt ihr die Übersetzung der türkischen Titel? I: Es gibt eine Hand voll professioneller Übersetzer vom Türkischen ins Deutsche. Man bekommt relativ schnell mit, um wen es sich hier handelt, denn es sind nur ca. fünf bis zehn Leute. Darunter gibt es

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dann zirka fünf Übersetzer, die für sehr hohe Qualität stehen und wir sind froh, diese zu unserem Pool an Übersetzern zählen zu dürfen. Für uns ist das sehr wichtig, denn ohne gute Übersetzung erreicht man den Leser nicht und schadet auch noch dem Originalwerk. Inci arbeitet noch in ihrer eigenen Kanzlei – d.h. binooki ist für sie der zweite Job. Wie handhabst du diese Doppelbelastung? I: Beide Jobs laufen ganz gut nebeneinander. In der Kanzlei picke ich mir inzwischen ein wenig die Rosinen heraus und reduziere die Fälle auf meine tatsächlichen Fachgebiete. Ich bin zudem nicht ortsgebunden mit meiner Arbeit – sehr viele Tätigkeiten kann ich online ausführen. Man muss allerdings wirklich in beiden Jobs aktiv sein. Hobbymäßig geht weder das Eine noch das Andere! Selma hingegen arbeitet heute Vollzeit für binooki. S: Ich hatte bis Ende August letzten Jahres noch Projekte als Freiberufler abgewickelt. Im September habe ich jedoch festgestellt, dass ich mich voll auf unseren Verlag konzentrieren muss. Wie ist der Verlag strukturiert? Wer übernimmt welche Aufgaben? I: Ich betreue eher die türkische Seite und

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alles was die Autoren, Agenten und Verträge anbelangt. Alles was rechtlich anfällt, liegt natürlich in meinem Aufgabenbereich. Selma macht vorbildlich alles andere: die Koordination aller Projekte. S: In der Tat: vom Lektor bis zum Drucker/Setzer, Presse, die ganzen sozialen Kanäle, Website und Shop! Wie wählt ihr neue Bücher aus? I: Die ersten Bücher haben wir wirklich im eigenen Bücherregal gefunden. Ich lese – wie gesagt – fast ausschließlich Türkisch. Seit Jahren suchen wir v.a. in meiner Lesegruppe die besten Werke heraus und lesen diese sehr bewusst. Es kommen aber auch Empfehlungen von Übersetzern und Agenten, die ihre Werke präsentieren wollen. Diese sind froh, dass es uns jetzt gibt. Agenten aus der Türkei waren immer recht erfolgreich in England und anderen Staaten, aber in Deutschland hatte es bisher mit türkischer Literatur nie geklappt. Wir haben daher eine wirklich große Auswahl, aus der wir schöpfen können. Wir haben uns jedoch geschworen, dass wir nur Material verlegen, welches uns selbst gut gefällt und bei welchem wir glauben, dass es auch der Markt annimmt.

Wollt ihr Programmlinien einziehen? I: Ursprünglich wollten wir nur türkische Gegenwartsliteratur verlegen. Viele Menschen haben eine natürliche Hemmschwelle gegenüber dem Land, denn sie kennen die Türkei nicht und bewerten sie nur nach dem, was sie hier von türkischem Leben erfahren. Das „echte Leben“ durch Romane und Bücher zu transportieren und den Menschen näher zu bringen, ist uns sehr wichtig. Um auch zu zeigen, dass das Leben gar nicht soviel anders als hierzulande ist! Als Werk der Gegenwartsliteratur haben wir einen Krimi herausgesucht, welcher bereits fürs Kino verfilmt wurde und es gab zudem eine Fernsehserie im türkischen TV. Emrah Serbes ist heute unheimlich bekannt in der Türkei. Dagegen ist die Erzählung von Oğuz Atay als Klassiker eben auch jedem in der Türkei bekannt. Man sollte ihn dementsprechend auch hier kennen-

soundSCHNIPSEL Auf den Kopfhörer klicken und in das Gespräch mit Inci & Selma reinhören.

lernen, denn er hat in ganz kurzer Zeit außergewöhnliche Bücher geschrieben. Er ist ein feststehender Begriff in der Türkei wie hier Kafka oder Hermann Hesse. Was war euer schönstes Erlebnis auf der Leipziger Buchmesse – die beiden kommen gerade von der zweitgrößten Buchmesse Deutschlands wieder. I: Es gab unheimlich viele schöne Erlebnisse. S: Tag 1 – Frau Koch von der Deutschen Nationalbibliothek kam zu unserem Stand und fragte sich durch zu mir. Dann baute sie sich vor mir auf und meinte: „Ganz vorbildlich! Da lese ich von ihrer Gründung und sie schicken mir gleich die Belegexemplare. Das hat noch nie jemand gemacht!“ Das hat mich total gefreut. Wir kommen ja nicht aus dem Verlagswesen und daher war ich richtig erleichtert, dass wir gleich etwas richtig gemacht und vor allem jemanden glücklich gestimmt haben. Es gab auch viele Leute, die den Artikel im Tagesspiegel gelesen haben und direkt auf uns zukamen und uns beglückwünschten. Es war für mich wirklich ein schönes Gefühl, dass so viele Menschen so gezielt auf uns zugekommen sind. I: Was ich wunderbar fand: mit welcher si st er M AG

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Offenheit, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft viele der anderen jungen Verleger auf uns zukamen. Das kenne ich aus der Juristerei nicht. Man wird nicht ausgebootet als Neuankömmling, der noch keine Ahnung hat. Die anderen jungen Verleger nehmen einen vielmehr in ihre Gemeinschaft auf, berichten von ihren Erfahrungen und geben Tipps. S: Ich habe außerdem durch die Messe entdeckt, dass man am letzten Tag Bücher tauscht! Ein wunderschönes Gefühl! Es geht außerdem auf den Ursprung der Messe zurück, als viel getauscht wurde! Wie steht ihr der digitalen Revolution und dem Thema „eBook“ gegenüber? S: Ein Buch ist klassisch und zeitlos. Ich denke, dass es immer Bücher geben wird. Ich bin jedoch auch der Meinung, dass die Zukunft im digitalen Bereich liegt! Man sollte die digitale Revolution niemals unterschätzen, sich gegen Entwicklungen in diesem Bereich versperren oder diese als böse ansehen. Ich habe bei klassischen

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Verlagen manchmal das Gefühl, dass sie denken: „Das ist böse. Was passiert da?“ Sie können die schnellen Entwicklungen nicht richtig einschätzen oder wollen sich auch gar nicht damit auseinandersetzen. Wir sind relativ unbedarft, weil wir keine Tradition im Gepäck haben. Wenn ich etwas verschenke, dann wohl eher ein Buch, welches ich in der Hand halten kann. Wenn ich allerdings im Zug sitze, lade ich auch schnell ein eBook herunter, weil ich es gerade in diesem Moment lesen möchte. Ich glaube, dass zukünftige Generationen gar nicht mehr soviel über diese Entscheidung nachdenken, sondern intuitiv mit Tablets und eReadern umgehen, ohne dass ihnen das jemand erklärt hat. I: Wir sind gestartet mit der Vorgabe, dass wir als Schwerpunkt das eBook haben wollen. Ein gedrucktes Buch wird sich immer in unserem Sortiment finden, aber wir wollen kein klassischer Buchverlag sein. Die digitalen Möglichkeiten sollen einen Schwerpunkt bilden. Hier sind wir derzeit am Arbeiten. Allerdings brauchen wir noch einen Moment bis alles zu unserer Zufriedenheit umgesetzt ist.

Wo seht ihr binooki in 5 Jahren? Wir werden DER Verlag sein, der jedem einfällt, wenn man türkische Literatur erwähnt. Man soll sagen: „Tolle Werke! Die kann man digital lesen.“ Wenn man jedoch tolle Bücher gelesen hat, möchte man sie auch besitzen! So stelle ich mir jedenfalls die Zukunft vor. Ich werde eBooks lesen, aber nur die richtig tollen Bücher mit guten Inhalten kaufen und mir ins Regal stellen. So wünsche ich mir natürlich auch, dass unsere Leser vorgehen. Was ist das Schwierigste an einem Neuanfang? Wie überwindet man die Angst vor einem Neuanfang? S: Einfach drauflosgehen. Nicht darüber nachdenken, sondern machen! I: Aber schon einen Plan haben! Mit einer Idee blind draufloszustürzen, ist meist keine erfolgsversprechende Herangehensweise. Man sollte sich schon hinsetzen und analysieren, ob man die Idee wirklich umsetzen will und wie das Marktumfeld aussieht. Kommt man dann zu dem Schluss, dass beides positiv beantwortet werden kann – dann einfach starten.

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S: Wenn es allerdings losgegangen ist, sollte man nicht noch einmal anfangen, nachzudenken. Sondern weitergehen und immer weitergehen. Wie hat Euer Umfeld auf das Vorhaben einer Verlagsgründung reagiert? S: Positiv, aber die meisten haben abgewartet und ein wenig skeptisch geschaut: „Lass sie mal machen!“ Die Resonanz danach war jedoch ganz super. I: Jeder hat erwartet, dass wir es hobbymäßig nebenbei betreiben. Keiner hat erwartet, dass wir unsere Idee so professionell umsetzen. Jetzt sind zum Glück alle mächtig stolz. Vor allem meine 12-jährige Tochter ist begeistert und meinte: „Mama, ich find das toll. Ich bin so stolz auf euch!“ Wie sieht es mit der Finanzierung aus? Habt ihr ein Lean Startup gegründet und zunächst ohne Ressourcen und Geld gearbeitet? I: Nein, wir haben gleich richtig angefangen mit einem Büro und mit voller Kraft. Es gibt einige Gründer, vielleicht zwei bis vier, die sich an türkische Literatur herangewagt haben. Sie fingen alle recht klein an, deshalb hörte man sie jedoch auch nicht im großen Literaturbetrieb. Wir sind relativ zu Beginn zu dem Schluss gekommen: gleich richtig starten.

S: Wir mussten dann auch gleich investieren. Wenn ich mir die Websites anderer Verlage anschaue, dann sind sie häufig unübersichtlich, lieblos und unorganisiert und einfach nicht schön. I: Das gilt für Website, Buchcover und Pressearbeit. S: Das ist ein guter Punkt: es hat vor uns wohl keiner Pressearbeit betrieben. Viele der kleinen Verlage haben selbst übersetzt, was ich mir selbst nie zutrauen würde! I: Die Druck- und Übersetzerkosten sind die höchsten Posten – v.a. weil wir gute Übersetzer beschäftigen. Welche Erfahrungen haben eure Eltern Euch in Hinsicht auf Neuanfänge mitgegeben? I: Mich haben die Erfahrungen unserer Eltern sehr motiviert. Unser Vater ist 1963 nach Deutschland gekommen, Mama 1965 und 1967 bin ich, Inci, geboren wurden. Sie waren einige der ersten Gastarbeiter. Damals konnte man noch nicht soviel reisen bzw. es sich leisten zu reisen. Unsere Eltern sind also tausende Kilometer gefahren in ein Land, welches sie nicht kannten, dessen Sprache sie nicht sprachen und in dem es noch kaum andere türkischsprachige Menschen gab. Hierher zu kommen und mutig neu anzufangen, hat mir immer viel Kraft und Mut ge-

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geben. Alles andere ist im Gegensatz dazu schließlich ein Kinderspiel! Seid ihr also risikofreudig? I: Ja, sind wir! Risikofreudig sind, wie ich glaube, alle, die jemals einen Schritt aus ihrem kleinen Umfeld gemacht und über den Tellerrand hinausgeschaut haben. Inwiefern läuft in der Türkei das Leben anders ab? S: Sie haben weniger und sind zufriedener, glücklicher und entspannter. I: Das ist jedenfalls der Blick, den wir von außen auf das Leben in der Türkei haben. Ich würde sagen, sie sind auf jeden Fall gelassener, risikofreudiger und mutiger. Sie denken: „Was mich nicht umbringt, macht mich stark“ und nach diesem Motto verfahren sie. Das ist schön, denn man bewirkt eine ganze Menge. Man testet viel häufiger neue Dinge aus. Euer liebster Ort in Berlin und der Türkei? I: Ich liebe den Gendarmenmarkt in Berlin. In der Türkei mag ich Istanbul sehr gern und dort vor allem alles, was im Zusammenhang mit dem Wasser steht – d.h. darauf schauen, auf dem oder nah dem Wasser sein! Aber auch der Agäis-Bereich ist toll. S: Den Schlossgarten vom Schloss Charlottenburg! Ich hab zweimal das Gefühl

von Heimat, wenn ich am Flughafen ankomme. Das ist einmal in Berlin. Zum anderen wenn ich in Izmir lande und aus dem Flieger steige. Das Meer hat eine andere Farbe und auch die Luft fühlt sich unterschiedlich an! Wir kommen jedoch auch aus dieser Ecke der Türkei und verbrachten als Kinder viel Zeit in dieser Gegend – so lässt sich das Heimatgefühl erklären. Istanbul ist auch ein Favorit meinerseits. Die Stadt begeistert, fasziniert und lässt einen nicht mehr aus ihrem Bann. Wie hat die Zusammenarbeit im Verlag Euer Verhältnis als Schwestern verändert? I: Wir sind schon immer sehr eng gewesen und hatten eine besondere Beziehung. Wir sind eigentlich zu dritt, unsere dritte Schwester liegt vom Alter zwischen uns. Schließlich sind wir 13 Jahre auseinander. Unsere Beziehung hat sich durch die Zusammenarbeit noch einmal intensiviert. S: Das liegt aber vor allem daran, dass wir die beiden Lebensbereiche gut trennen können! Wenn wir das Büro verlassen, sind wir nur Geschwister. Hier im Büro sind wir zwar noch Geschwister, aber eben auch Geschäftspartner!

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Startup Spotlight: Heimplanet uu Erklärt in euren eigenen Worten die Idee Eures Unternehmens bzw. des Produkts „The Cave“! The CAVE von Heimplanet l ist ein aufblasbares Dreimannzelt, das so konstruiert ist, dass es durch den Einsatz einer Luftpumpe nach maximal 60 Sekunden fix und fertig aufgebaut ist. Perfekt also für Festivals, Surfurlaube oder Städte-Trips. uu Was hat euch zu „The Cave“ inspiriert? Die erste Idee, ein neuartiges Zelt zu entwickeln, entstand im Sommer 2003 in Portugal während eines Surfurlaubs von uns beiden (die Freunde Stefan Clauss und Stefan Schulze Dieckhoff). Damals planten wir ein neues ZeltDesign zu konstruieren, das sich einfach und schnell aufbauen lässt, auch bei schlechtem Wetter oder bei Dunkelheit. uu Was habt ihr vorher gemacht? Wir haben in der Werbung und im Vertrieb gearbeitet. si st er M AG

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uu Wie verdient ihr Geld? Wie finanziert ihr euch? Wir sind ein Start-up und bekommen Gründungszuschuss von der Stadt Hamburg. uu Wie lang hat die Entwicklung des Zelts gedauert? 7 Jahre uu Wen seht ihr als eure Zielgruppe? Wie hoch seht ihr euer Marktpotenzial? Die Zielgruppe von The Cave sind Surfer, Festival-Besucher, Städte-Reisende und alle, die ein komfortables Zelt benötigen. uu Ist „The Cave“ auch etwas für Frauen? Unbedingt, kein anderes Zelt lässt sich so einfach aufbauen. Einige Müt-

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ter haben es sich gekauft für ihre Kinder und haben es im Sommer im Garten stehen.

uu Häufigst genutzte Software? Excel

uu Wo seht ihr euch in 5 Jahren?

uu Was ist auf eurem Logo eigentlich zu sehen?

Immer noch als Gründer und GF von Heimplanet. Uns macht die Selbständigkeit total Spaß.

Das Logo ist der „Planet“ mit 5 Strichen, die Sinngemäß für die 5 Luftkammern stehen, die The Cave hat.

uu Wer sind eure Konkurrenten?

GRÜNDER

Bislang gibt es noch keine direkte Konkurrenz. Das, was wir entwickelt haben, ist einzigartig. Noch!

Stefan Clauss und Stefan Schulze-Dieckhoff

uu In welcher Abteilung habt ihr euren ersten Mitarbeiter eingestellt? Bisher haben wir nur Praktikanten. uu In welcher Stadt sitzt ihr? Hamburg

Unter dem Namen BORNINTENTS dokumentieren die Heimplanet-Gründer seit August 2009 ihren Weg in die Welt der Produktentwicklung: interessant zu lesen und tolle Fotos!

http://heimplanet.com/ bornintents l

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Brauchen wir noch Fitnessstudios? Sich mental darauf vorbereiten. Tasche packen. Hinfahren. Sich mit anderen in die Umkleidekabine drängen. Umziehen. Und los geht’s mit dem Sport. Eigentlich ja ne tolle Sache, so ein Fitnessstudio. Was wir dort so alles machen können: Wellness, Yoga, Schwimmen, Kraft- und Ausdauertraining, Personal Training, saunieren, gesund essen und trinken lernen – alles geht irgendwie. Wenn da nicht immer diese Hürde der Anreise wäre … »Der Weg ins Fitnessstudio ist das Schlimmste, aber wenn ich dann erst mal da bin, ist alles gut.« – Ein Satz, den man als Trainer immer wieder hört und durchaus zu bestätigen weiß. Und genau hier scheint ein ganz neuer Trend anzusetzen: Online-Fitnessstudios erobern zur Zeit die mobilen Geräte: Wir checken ein und nehmen an einem Yogakurs teil, obwohl wir gerade zu Hause im Wohnzimmer oder an einem anderen Ort sitzen, an dem wir uns viel lieber aufhalten als im Fitnessstudio. Wir können mit anderen trainieren – ganz ohne sie zu treffen. Ist das der Neuanfang einer ganz besonderen Fitnessbewegung? Sieht so der Weg zu mehr Spaß an Sport, Fitness und Gesundheit aus? Wir sollten uns die digitalen Möglichkeiten etwas genauer ansehen! IDEAL FÜR

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Online-Fitness – der Neuanfang in der Sportszene? Nein, nicht ganz. Natürlich bieten diese Portale eine gute Ausweichmöglichkeit zum Studiotraining. Sofern es dabei aber tatsächlich immer nur um eine »Fernanleitung« von Übungen geht, besteht die Gefahr, dass wir während der Ausführung Fehler machen, die uns selbst gar nicht auffallen. Schön ist das Konzept des Twitter-Lauftreffs: recht professionelle Läufer treffen sich so auch heute schon zum Laufen. Gegenseitiges Korrigieren und der Austausch von Tipps und Tricks sind hier Vorteile. Sich dann auch im realen Leben zu treffen, bietet selbstverständlich einen ganz anderen Trainingsreiz. Auch keine schlechte Idee: Zwischendurch immer mal wieder einen Trainer zu Rate ziehen und sich die Online-Übungen von ihm/ihr zeigen lassen. Ein/e Trainer/in kommt – wenn Ihr das mögt – auch direkt zu Euch nach Hause. So habt Ihr die Gewissheit, dass Ihr das Training korrekt ausführt.

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Die Fitness-Glosse Im Fitnessstudio. Ich schwitze. Und das nicht zu knapp. Laut meines liebsten Laufkumpans, schwitze ich herzförmig. Auf dem Rücken. Leider konnte ich es noch nie überprüfen. Der Schweiß läuft mir grade aber auch auf der Stirn einmal senkrecht das Gesicht hinunter. Normal beim Intervalltraining auf dem Laufband. Aber kennt Ihr das, wenn Ihr Kontaktlinsen tragt und ein Tropfen Schweiß im Auge landet? Nicht schön. Ich ignoriere das Brennen und gebe alles. Sport macht härter. Echt jetzt. Doch mein unermüdliches Kämpfen auf dem Laufband wird soeben jäh unterbrochen: Ein dumpfer Schlag holt mich zurück in die Fitnessstudiowelt. Jemand liegt rechts hinter mir! Es ist eben jener Mann, der zuvor noch neben mir lief. Ich zucke kurz, weil ich denke, ich müsste ihm helfen. Als ich ihn aber so auf dem Boden liegen sehe, ist ganz klar: Es wäre eine doppelte Schmach für ihn. Da er sich eben wieder aufrappelt, reagiere ich nicht weiter und laufe weiter. Ich hoffe, es ist in seinem Sinne. Er schnappt seine sieben Läufersachen auf dem Band und ist weg. si st er M AG

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Ich werde ihn nie wieder sehen, weiß aber: Vom Laufband zu fallen oder immerhin nur knapp davor zu sein, gehört irgendwie dazu. Ich beende mein Training. Völlig k.o. laufe ich an Frau K. vorbei, die – wie immer – auf ihrem Liegefahrrad sitzt, vor sich eine Buch aufgeschlagen, daneben eine Thermoskanne Kaffee. Ich grusle mich jedes Mal ein klein bisschen vor ihr. Ja, ich weiß, es ist gemein. Aber ohne ihre zahlreichen Schönheits-OPs würde ich sie sicher sympathischer finden. Frau K. wird jetzt – und nein, ich lüge nicht – zwei Stunden mit einer viel zu niedrigen Herzfrequenz radeln, lesen, Kaffee trinken. Danach absteigen und sich freuen, dass sie mal wieder so unglaublich fleißig heute war. Dass sie auch zu Hause auf dem Sofa hätte bleiben können, weiß sie nicht. Auch nicht, dass man nach ca. 8 Wochen immer mal wieder seinen Trainingsplan erneuern sollte, weil der Körper sich angepasst hat und eine neue Herausforderung braucht. Und kaum da ich an Herausforderung denke, kommt ein Kollege auf mich zu: »Hey Diana, Lust auf ’ne Runde Burpees?« Oh mein Gott!, den-

Fitnessraum

von DIANA DUA l ke ich. Lass mir aber nichts anmerken. Dabei sind Burpees das anstrengendste, was man sich vorstellen kann. »Ja, gut. Ich mach mit« Wir jagen unseren Puls von 100 auf 180, am Ende bleib ich fertig auf der Matte liegen. Neben mir streiten sich zwei Freundinnen: »Nein, wenn ich’s dir sage: Anti-Gravity-Yoga ist viel besser für die Fettverbrennung!« – »Ich turn doch nicht in so ollen Tüchern rum! Lass uns entweder zu Zumba, Power Yoga oder Body Pump gehen!« Gehen ist jetzt ein ganz gutes Stichwort, denke ich, als sich rechts neben mich auch noch eine Horde kichernder Teenies zusammenfindet. Alles Mädchen, die den langhaarigen Beau an der Brustpresse anschmachten. Der hat aber irgendwie nur Augen für sich. Und checkt sich die ganze Zeit selbst im Spiegel. Toll sieht er aus. Ich will aufstehen, doch meine Beine versagen ihren Dienst. Heieiei. Wie eine 80-Jährige verlasse ich die Trainingsfläche. Auf dem Weg in die Umkleidekabine renne ich ein kleines Kind über den Haufen. Es schreit. Ich entschuldige mich. Die Mutter guckt mich grimmig an. Und dann das: Die Tennisfrauen sind in meiner Umkleidekabine und blockieren mit ihren exorbitant großen

Tennistaschen sämtliche Abstellflächen. »Hallo, könnten sie vielleicht mal …?« Irgendwas hab ich falsch gemacht, keine Ahnung was. »Sie könnten schon ein kleines bisschen Platz machen!« Fassungslos schiebe ich meinen winzigen Turnbeutel zur Seite. Auf dem Weg zur Dusche stoße ich beinahe mit den Brüsten einer ziemlich großen Frau zusammen, krieg aber gerade so noch mal die Kurve. Puh. Glück gehabt, denk ich und komme mir wie eine Aussätzige vor, weil ich die einzige bin, die sich ein Handtuch fünfmal um den Leib geschlungen hat. Die anderen sind splitternackt. Ich fürchte mich vor ihnen. Augen zu und ab unter die Dusche. Fertig. Schön war’s. Morgen wieder! Kommt jemand mit? Ich freu mich auf Euch! Diana

Seid Ihr eigentlich fit fürs Studio – oder gehört Ihr zu den Hometraining-Typen? Macht den Test auf Dianas Blog! l

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kolov | Creologica, from The Noun Project

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Dumbbell Icon – designed by Roman J. So-

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Photos & Text: Janan Shakur Kilcher l

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style interview mit Merin Guthrie Wer bist du und was machst du? Ich heiße Merin Guthrie (birdsofapleather.com l), ursprünglich aus Kalifornien hat es mich in den District of Columbia (Washington, DC) verschlagen. Ich bin Stylistin und habe als Redakteurin für ein Modemagazin gearbeitet. Derzeit gründe ich mit meiner Geschäftspartnerin Emma Fisher die Kreativ-Consulting-Firma Pleatherette (www.pleatherette.com l), in der wir Stil, Mode und Lifestyle in reichweitenstärkere Plattformen mit größeren Marketingkampagnen integrieren. Was liebst du an Mode? Mode ermöglicht es einem, sich wie ein Chamäleon nicht auf einen Stil festlegen zu müssen; ich mag es, dass sich die Mode mit dir verändern kann. Beschreibe deinen Stil. Ich komme immer wieder auf klassische Schnitte und Kleider im besonderen zurück. Ich mag es, mich weiterzuentwickeln und neue Dinge auszuprobieren. Ich liebe Vintage! Der Grund, warum ich die Kleidungsstücke, die ich von meiner Urgroßmutter, Großmutter und Mutter geerbt habe, so mag, ist dass die handwerkliche Qualität und die Qualität der Materialien so viel besser ist. Ich fühle mich zu schönen Stoffen, Texturen, Futter und guten Schnitten hingezogen. Schnitt und Faltenwurf sind für mich alles. Vieles von dem, was heute angeboten wird, ist sehr unvorteilhaft und langweilig. Wenn ich mir einige Stücke anschaue, die ich aus den 1950ern und 1960ern besitze, sind diese viel mehr strukturiert und halten die Form, sogar wenn sie auf dem Bügel hängen. Was bedeutet Schwesternschaft (“SISTERhood”) für dich? Ich habe keine echten Schwestern, nur zwei Brüder. Ich denke, das hat meine Wahrnehmung von Schwestern und Schwesternschaft geprägt. Meine ‘Schwestern’ sind eine ziemlich kleine Gruppe von Frauen, die ich über die Jahre kennengelernt und mit denen ich eine Gemeinschaft geformt habe. Sie sind alle kreativ, ehrgeizig und haben eine Typ-A Persönlichkeit. Wir sind Sparringspartner und beteiligen uns gegenseitig an unseren Projekten. Wir schätzen den persönlichen und geschäftlichen Rat der anderen sehr. Es sind talentierte, fantastische und intelligente Frauen und damit als unternehmerische Komplizen die perfekten Schwestern.

En Vogue Dans La Cuisine

en Vogue dans la cuisine

Fotos: JESSICA PREUHS l Make-up & Haare: SARAH KOPIETZ l Styling: EVA-MARIA NEUBAUER l Model: VIRGINIA HORSTMANN l

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Kleid und Schürze – keine Kombination birgt mehr Reminiszenz an die 50er-Jahre und den heißgeliebten „Mad-Men“-Stil als diese unschuldigen Kleidungsstücke. Dass damit keinesfalls nur „Heimchen am Herd“ gemeint sind, beweist die erfolgreiche Food-Bloggerin Jeanny vom Blog „Zucker, Zimt & Liebe“ l. Sie lud sisterMAG in ihre Küche ein und zeigt moderne und tragbare Kleider – kombiniert mit der passenden Schürze. Den Grundschnitt findet ihr in der Werkstatt dieser Ausgabe.

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// Schürze in PatchworkOptik mit Paspelverzierung – Grundschnitt im Heft

// Kleid ärmelloses, gerades Minikleid – Mango l

// Sandalen – Guess // Lederhaarband – H&M 02 /1 2 7 0 2

// Wickelschürze in Grün & Blau – selbstgemacht // Weiße Bluse & Jeans – privat // Schuhe in Himmelblau – nelly.de // Haarband mit Stoffrosen – Claire‘s

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// Weiße taillierte Schürze mit eingesticktem Monogramm – Grundschnitt im Heft // Gelbes Kleid mit Blumenapplikation (siehe Seite 286 .) // Weiße Plateauschuhe – Latitude Femme 02 /1 2 1 1 2

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// Kleid mit Plastikblüten – Anleitung im Heft // Haarreif mit Strasssteinen – Claire‘s // Weiße Plateauschuhe –

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// Bestickte Schürze – Vintage // Ärmelloses Cocktailkleid – MANGO l // Jadefarbene Pumps mit Metallspitze – nelly.de l // Libro Clutch mit Pailletten – Scout & Catalogue l // Haarreif in Lederoptik – H&M

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// SchürzE, Plisseerock & Hemd – selbstgenäht

// Sandalen – Guess // Haarreif in Gold – H&M

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Startup Spotlight Upcload

uu Erklärt in euren eigenen Worten die Idee Eures Unternehmens!

lem per Skype und Webcam unterhielten, kam uns die Idee zu UPcload.

UPcload l hat einen persönlichen Online-Shopping-Assistenten entwickelt: Unsere Anwendung erfasst die Körpermaße eines Nutzers zentimetergenau per Webcam. Die Körpermaße (z.B. Brustumfang, Armlänge, Kragenweite etc.) werden dann in einem persönlichen UPcload-Profil gespeichert. Mit diesem Profil kann dann auf allen Shopping-Websites eingekauft werden, mit denen wir kooperieren. Durch den Abgleich von Kleidungs- und Körpermaßen können wir genau sagen, wie ein Kleidungsstück sitzen wird. So stellen wir sicher, dass online gekaufte Kleidung auch offline passt.

uu Wie genau muss man sich die Vermessung vorstellen? Welche Hilfsmittel brauche ich?

uu Was sind die Inspirationen für die Idee gewesen? Mein Mitgründer Asaf und ich hatten schon während des Studiums oft das Problem, dass wir viele Klamotten, die wir online gekauft haben, nicht tragen konnten, weil sie schlicht nicht richtig saßen. Als wir uns über dieses Probsi st er M AG

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Die Vermessung ist kinderleicht und dauert inklusive Vorbereitung zwischen 5 und 10 Minuten. Einzige Voraussetzung ist ein Laptop mit Webcam und ein Internetzugang. Man startet dann die Anwendung (unter http://100days. upcload.com), sucht sich eine freie Wand, stellt den Laptop davor auf einen Stuhl. Dann muss man sich nur noch ein dunkles und möglichst enges Oberteil anziehen und kann starten. uu Wie verdient ihr Geld? Wie finanziert ihr euch? Unser Service ist für Nutzer komplett gratis. Wir verdienen Geld, indem wir eine Gebühr des Online-Händlers bekommen, wenn ein Nutzer unsere Anwendung auf dessen Seite benutzt, es handelt sich also um ein pay-per-useModell.

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TIAN SCH S A B E S r e d n rü G t e rt o Es antw

uu Wen seht ihr als eure Zielgruppe? Wie hoch seht ihr euer Marktpotenzial? Unsere Zielgruppe umfasst alle Menschen, die online Kleidung kaufen. Und das sind sehr viele: Alleine in Deutschland wurden 2011 mehr als 10 Milliarden EUR online ausgegeben. Wir kooperieren auch mit The North Face in den USA, wo der Markt noch größer ist. uu Wo seht ihr euch in 5 Jahren? Hoffentlich auf möglichst vielen Shopping-Seiten integriert und mit ganz

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vielen zufriedenen Nutzern. Wir wollen den Mehrwert, der bisher nur „offline“ durch Anprobe der Produkte in Umkleiden verfügbar war, auch online anbieten. uu Wer sind eure Konkurrenten? Es gibt derzeit keine andere Firma auf der Welt, die die Körpermaße einer Person per Webcam erfassen kann. Aber es gibt natürlich andere spannende Ansätze, wie man den Kunden die Unsicherheit über die passende Kleidergröße beim Online-Shoppen nimmt. Da wir aber stets innovativ bleiben wollen, denken wir weniger in KonkurrenzKategorien als vielmehr darüber nach, mit anderen Firmen zu kooperieren, um unser Produkt noch besser zu machen – mit Mimic.Me beispielsweise wird das schon bald geschehen. uu Was habt ihr vorher gemacht? Ich habe an der Humboldt-Universität Berlin BWL studiert, mein Mitgründer Asaf VWL. Wir haben uns auch durch das Studium kennen gelernt.

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uu In welcher Abteilung habt ihr euren ersten Mitarbeiter eingestellt? Da wir beide keinen IT-Hintergrund haben, haben wir als Erstes einen Informatiker eingestellt, der sich um die Serverinfrastruktur kümmert und die IT-Architektur aufgesetzt hat. uu In welcher Stadt sitzt ihr? In Berlin. Ab Juli werden wir im Rahmen des Programms „German Silicon Valley Accelerator“ auch im Silicon Valley in Kalifornien ein Büro eröffnen. Darauf sind wir schon gespannt. uu Ihr habt mit der Kooperation mit Youtailor 2011 gestartet, welche Online-Versandhändler sind mittlerweile mit dabei? Im Rahmen unseres Launchprojektes http://100days.upcload.com sind u.a. nelou, Styleserver, 7Trends, Cleptomanicx, Just Street Wear und Fair Queen dabei. Außerdem werden wir im Sommer bei einem der größten OnlineHändler live gehen – wer das ist, darf ich leider noch nicht verraten.

Wir wollen unser Produkt ständig verbessern und werden daher kontinuierlich weitere Features implementieren: Bald schon werden soziale Funktionen hinzukommen – etwa die Möglichkeit, sein UPcload-Profil auf Wunsch mit Freunden oder Verwandten zu teilen. Dann können dir auch andere Leute perfekt sitzende Kleidung kaufen und schenken. Außerdem werden wir eine Lösung entwickeln, mit der wir Fußund Schuhgrößen vermessen können. Und wir wollen eine App für Smartphones launchen, in der dein UPcloadProfil gespeichert ist. Wenn du dann in einem Geschäft ein Kleid findest, das dir gefällt, brauchst du nur noch den Barcode scannen, um zu wissen, welche Größe dir wie passt. So kann man sich das Anstehen vor den Umkleidekabinen sparen.

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uu Sind neue Features in Planung? Wenn ja, welcher Art?

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GRÜNDER Sebastian Schulze & Asaf Moses

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l l e t s Pa n o e N e u e n s ist da

Einmal wieder haben sich die Farbtrends gewandelt. Fiel die Wahl der trendbewussten Dame im vergangenen Sommer noch auf Outfits in knalligen Neonfarben, entscheidet sie sich heute für süße, zurückhaltende Pastellfarben.

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Pastell ist das neue Neon

Pink-, Gelb-, Lavendel-, Mintund Mandarinentöne sind jedoch nicht nur auf den Kleiderstangen der Modegeschäfte zu finden – auch Nagellack, Lippenstifte und Schuhe erscheinen plötzlich in zarten Pastelltönen. Sie können sogar mit den aktuellen Floralund Scarf-Looks kombiniert werden. Auf den nächsten Seiten findet ihr einige Inspirationen zur Umsetzung des Pastelltrends in eurer täglichen Garderobe.

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Fell-Stola – H&M //Pinke ärmellose Bluse – H&M // Weiße Jeans – H&M // Schwarze Wedges – Vera Wang // Clutch – Nancy Gonzalez

Light+ Simple

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+ e Der Look eines sommerlichen Outfits kann ruhig unaufgeregt sein. So treten Accessoires wie die pinkfarbene Clutch und der passende Lippenstft wieder in den Vordergrund. Eine lohnenswerte Investition: gut sitzende, schmale 7/8-Hosen. In einer hellen Farbe sind sie zudem viel schmeichelhafter als ein Blumenoder Animalprint.

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Patterns +

// Seidenbluse mit Blumenmuster – H&M // Spitzenrock in Pink – H&M // Hautfarbene Wedges – Cole Haan // Handtasche – Cole Haan

Die geschickte Kombination von Farben, Mustern und Texturen wirkt frisch und modern. Zu viele softe Stücke erscheinen schnell geziert. Nude-Töne können hier helfen und das Outfit ausbalancieren. Ich entschied mich daher für hautfarbene Wedges, dazu ein paar tolle Ketten und Armreifen. Ein niedliches, aber nicht zu niedliches, Outfit!

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+ Boldness

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Safe + easy

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// Mintfarbenes Maxikleid – Vintage // Lederweste – Topshop // Booties – Old Navy // Clutch – Red Velvet

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Mintgrün ist DIE Frühlings-/Sommerfarbe! Und gibt es einen besseren Weg, die Farbe in meinen Kleiderschrank zu bringen, als mit diesem wunderbaren Vintage-Maxi-Kleid? Wenn ihr den Pastell-Trend nur ein wenig ausprobieren möchtet, ist Mint eure Farbe. Zu meinem Kleid trage ich eine weiße Lederweste und metallfarbenen Schmuck. Auch hier sorgen die Stiefel in Nude für einen klaren Look. Die Clutch in Zickzackoptik fügt schließlich noch ein tolles Muster hinzu.

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d e c n a v d A Style Welcher Modefan träumt nicht davon? Einmal auf der Straße angehalten und von einem Modeblogger fotografiert zu werden. Streetstyle, das ist längst zum modischen Aushängeschild geworden. Ein Ort, der sich besonders gut dafür eignet, ist New York. Nirgendwo sonst treffen so viele Modestile aufeinander. Hier ist auch der Künstler Ari Seth Cohen unterwegs, der auf der Suche nach Menschen für seinen Fotoblog „Advanced Style“ ist. Seine Models? Alte Menschen! Victoria Kau hat mit dem Künstler aus New York gesprochen.

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Alle Fotos © Ari Seth Cohen for advancedstyle.blogspot.com

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© Ari Seth Cohen

GRAFEN TO O EF D O M EM D IT M EW VI R TE IN l UND BLOGGER ARI SETH COHEN

„Side Swept Style“ l

Victoria: Was ist das Besondere an alten Menschen vor der Kamera? Cohen: Man bringt älteren Menschen, die modisch gekleidet sind, einfach mehr Respekt entgegen. Weil sie erfahrener sind. Sie kennen ihren Stil und machen damit eine sehr persönliche Aussage. Es ist ja nicht so, dass sie in ein Kaufhaus gehen und sich dort einkleiden lassen. Und vor allem sind sie nicht von irgendwelchen Trends abhängig, sondern kreieren ihren eigenen Modestil.“

© Ari Seth Cohen

© Ari Seth Cohen

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Joyce Carpati l

Victoria: Unsere Gesellschaft wird immer älter. Da wurde es doch höchste Zeit, auch Senioren als modische Menschen zu entdecken. Warum kam vor dir noch keiner auf die Idee? Cohen: Ich denke, diese Idee ist so neu, da wir generell nicht sehr positiv an ältere Leute denken. Wenn man bei der Google Fotosucher „Alte Menschen“ sucht, kommen nur negative Beispiele wie Krankheiten oder blöde Witze. Und ich wollte etwas Positives über das Älterwerden machen und auch die Vorzüge hervorheben. Zum Beispiel, dass

Peggy – „Elegance by The National Arts Club" l

man sich selbst und seinen Körper besser kennt als Jüngere. Älterwerden bedeutet nicht zwingend Trostlosigkeit. Die Menschen auf meinem Blog haben viel Spaß, machen sich gerne chic und sind kreativ. Victoria: Die Ladies auf deinem Blog „Advanced Style“ sehen außergewöhnlich aus. Ob große Hüte, pompöser Schmuck, knallige Farben oder aufwendige Schnitte: Der Stil der Damen ist wirklich individuell und mutig! Was zeichnet deine Models noch aus?

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© Ari Seth Cohen

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Mary – „Color Coordination“ l

Rita Ellis Hammer – „Springtime in New York“ l

Cohen: Diese Frauen tun nur das, was ihnen gefällt. Sie waren vielleicht lange in Jobs mit Dresscodes, oder sie haben sich für bestimmte Männer angezogen. Und jetzt endlich sind sie an einem Punkt angekommen, wo es nur noch um sie geht. Und diese Freiheit möchte ich einfangen. Sie sind einfach so alt, dass sie auf niemanden mehr hören müssen!

Cohen: Die Publicity, die ich für meinen Blog bekomme, ist auch deshalb wichtig, weil es Meinungen in den Köpfen der Leute verändern kann. Mir emailen junge Mädchen und schreiben, dass sie es nicht erwarten können, alt zu werden. Und alte Damen schreiben mir, dass sie sich nun attraktiver fühlen.

Victoria: Du bekommst viel Lob und Publicity für deinen Blog. Was freut dich daran am meisten? si st er M AG

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Cohens Blog ist unter Fotografen und Modefans rasch zum Must-read avanciert. Im Mai kommt sein erstes Buch auf den Markt, für den Sommer ist ein Film in Planung.

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von JULIA KEITH l

Die IT-Girls der Renaissance

In meiner Wohnung hängt ein Plakat mit dem Porträt einer jungen Frau, das ich aus der Berliner Gemäldegalerie mitgebracht habe. Es fordert meine Besucher immer wieder zu Kommentaren heraus, denn das Schönheitsideal der italienischen Renaissance scheint im 21. Jahrhundert nicht mehr angesagt zu sein. Als Beautybloggerin interessiere ich mich sehr für aktuelle Makeup-Trends und lasse mich von den Fotos der Modeschauen in Paris oder New York inspirieren. Aber auch in Museen finde ich Anregungen, denn alte Gemälde kann man als die Laufstegbilder der damaligen Zeit betrachten. Mir wird dabei oft bewusst, wie wandelbar die Moden sind. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich nicht nur die Kleidung, sondern auch das Makeup und die Frisuren regelmäßig verändert. Das Porträt der jungen Frau im Profil (Tempera auf Pappelholz, Maße: 52,5 x 36,5 cm) stammt aus der Mitte des 15.

Jahrhunderts und wurde von Piero del Pollaiuolo (1443-1496) gemalt. Er war zusammen mit seinem Bruder Antonio ein bekannter Künstler der italienischen Renaissance und arbeitete überwiegend in Florenz und Rom. Florenz war zu dieser Zeit ein wichtiges Handels- und Finanzzentrum, in dem reiche Bankiers und Tuchhändler die Politik dominierten. Porträts dienten der Selbstdarstellung von wohlhabenden Familien, viele der Frauenporträts wurden anlässlich der Verlobung und Hochzeit gefertigt. Auffällig an der jungen Frau auf dem Bild ist die hohe Stirn, die die meisten meiner Besucher irritierend finden. In der Renaissance galt sie allerdings als besonders attraktiv: Modische Frauen rasierten und zupften sich die Haare am Haaransatz, um die Stirn optisch zu verlängern. Auf diese Idee würden heutige Frauen wahrscheinlich nicht mehr kommen, aber störende Körperund Gesichtsbehaarung ist auch im 21. Jahrhundert ein Thema.

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Ihr wollt das ganze Bild sehen? Hier klicken und das Gemälde anschauen. Euer

KLICK SPART UNS 140€! Warum? Lest dazu hier demnächst einen Beitrag auf unserem Blog!

Antonio del Pollaiuolo - Portrait einer jungen Lady (1465) – Öl auf Holz

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Die begehrteste Haarfarbe in der Renaissance war ein helles Goldblond. Dunkle Haare wurden mit Tinkturen gebleicht, die nicht gesundheitsförderlich waren. Die Haare der jungen Frau sind in einer Haube oder einem Tuch verschlungen, womit ein höherer Hinterkopf modelliert wurde. Die makellose Haut sollte im Idealfall möglichst hell und klar sein, auf den Wangenknochen ist lediglich ein zart aufgetragenes Rouge zu erkennen. Die Augen und Wimpern blieben unbetont, die schmalen und ebenfalls blondierten Augenbrauen wirken zurückgenommen. Der Mund mit der vorstehenden Oberlippe wurde mit zartem Beigerosa nur wenig akzentuiert. Beeindruckend ist das Kleid aus prachtvollem Brokatsamt mit Granatapfelmotiv. Der kostbare Stoff war nur den reichsten Familien vorbehalten und weist auf den hohen Status der Trägerin hin. Die Darstellung der jungen Frau ist sicherlich idealisiert, ihr Aussehen entspricht den klassischen Schönheitsvorstellungen der italienischen Renaissance. Zu diesen gehört auch, dass Ohren, Nase und Mund relativ klein wiedergegeben wurden, um das

tugendhafte Aussehen zu unterstreichen. Die Porträtkunst der Renaissance ist von natürlichen und idealisierenden Elementen geprägt. Interessanterweise kann man das auch von den heutigen, stark nachbearbeiteten Fotos in Zeitschriften sagen. Die neue Werbekampagne von Helena Rubinstein zeigt z.B. eine Demi Moore, die kaum noch als sie selbst zu erkennen ist. Auf mich wirkt die junge Frau auf dem Porträt wie ein It-Girl aus der damaligen High Society. Wahrscheinlich war es ihr nicht gestattet, sich in der Öffentlichkeit so zu verhalten wie eine Paris Hilton. Allerdings dürften auch heute einige der „höheren“ Töchter als Aushängeschild ihrer Familie gelten, mit deren Schönheit man versucht, den Status der Familie zu verbessern. Selbst wenn sich die Looks über die Jahrhunderte verändert haben, scheinen die grundsätzlichen Prinzipien doch ähnlich geblieben zu sein.

Öffnungszeiten der Berliner Gemäldegalerie l: Di-So 10-18, Do bis 22 Uhr. Matthäikirchplatz, 10785 Berlin.

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x Vintage in Istanbul

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DANKERT A L IL M S – s to o F & t x e T

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Wer in die türkische Metropole am Bosporus reist, erlebt eine Stadt unendlich reich an Eindrücken, Möglichkeiten und Widersprüchen; eine Stadt zwischen Tradition und Moderne, zwischen Orient und Okzident, in der das Leben von Millionen Menschen pulsiert, als wolle es nie zur Ruhe kommen. Istanbul nimmt man mit allen Sinnen wahr, es scheint als ob die Stadt an jeder Ecke ein neues Kleid trägt. Mal ist es schrill, mal elegant, mal bodenlang und an der nächsten Ecke ist es schon wieder ganz anders oder alles auf einmal. Man kann sich Istanbul beruhigt anvertrauen. Es empfängt seine Besucher mit offenen Armen und türkischem Tee – ein perfekter Gastgeber, der zu vermitteln versteht: „Du bist zwar in der Fremde, aber fühl dich wie zuhause.“ Tatsächlich wie Zuhause muten die Stadtteile zwischen dem nördlich gelegenen Taksim Platz und dem süd-

licheren Galata-Viertel an. Im endlosen Zick-Zack-Kurs durchquert man, am besten zu Fuß und ohne Eile, die Stadtteile Cihangir und Çucurcuma, erkundet Galatasaray und Beyoğlu um schließlich am Ende der weltbekannten Istiklal-Caddesi wahlweise die Tünel-Bahn zum Fähranleger zu betreten, oder weiter ins Galata-Viertel einzutauchen. Ein paar Tage sollte man sich schon Zeit nehmen, denn es gibt viel zu entdecken, zu sehen, zu hören, zu riechen und zu schmecken. Es gibt unzählige kleine und große Läden, Shops und Boutiquen, die von ihren Besitzern liebevoll und mit persönlicher Note geführt werden. Begebt euch mit uns auf einen Spaziergang durch die bunte Vielfalt der Vintage-, Retro- und Designershops rund um Beyoğlu, nehmt mit uns die Fähre hinüber ins wuselige Basarviertel und ruht euch bei einer kleinen Bootstour über den Bosporus mit uns aus. Natürlich bei einem Glas Tee.

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Findet alle vorgestellten Shops, aber auch Tipps für weitere Geschäfte, Cafés und Restaurants, sowie Bahnstationen und alle Rundgänge auf Smillas digitaler Landkarte !

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a m u c r u Çuc chen is w z s a d l, te r ie V s e ist ein klein d, ein n e g e li ir g n a ih C d n Beyoğlu u inV n o v r e b a h b ie L r fü wahres Mekka jeder n te ä it u q ti n A d n u tagekleidung oshop tr e R r e d o k ti n A in E Art darstellt. st alle fa d n u , n re e d n a n e d n reiht sich a llo v d in s ie s : m a s in e m haben eines ge selbst d n u h c a D s r te n u gestopft bis en auf d a L e lb a h r e d r e m m wenn im So scheint, in e s u z t e it re b e g s u a der Straße … s o a h C r e m im h c o n n herrscht drinne

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moie d t is i s s e d d a C l la k Die Isti meile in derne Haupteinkaufs vom frün e h e s e g b A l. u t man b g n ie ta b Is d n e m m o k tz la Taksim P m o V r ie h s e t is n e zu Yam u hen Sonntagmorg in e d a C i s a ib ç a in die Turn s k n li s g a T . ll vo zu L E M Y immer brechend E S p o h -S e g ta Genç’ Vin in m e s fs u a k in E ie d nd u n e h lc e über drängen sich g n E ie w l e vi n, was so e g n la e g ie d d in s s d lgt mit ihfo bummler und aben in m e s Ya t. te u e d e b eufelchen T . s g e rw te n u r e Vintagen Nachtschwärm te h c u s e g s u a n a t o m Angeb re s a m n e h c s n e M ie r jeweilie d Mitten durch d s d n re T n e ll e tu k a cken den tü S e h c s ri to is h ie d h ss auch a d f, sen schiebt sic u ra a d rt e W t g le d n Saison un e g h c li h c ä ts p u a h ie n sich le u h c Tünel Bahn, d S n e d n e g e li m u r chüler de S ie d r u z tz la P im s k nd gut u ll e Touristen vom Ta H . n e n n ö k n te is Sachen le re ih a tr S r e d e d n E Tünel-Station am sortiert ist ihr Laden. ße bringt.

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über n a m t ig te s n in g e B u z Gleich Ö LY E T A s in b ra e h n fe tu steile S n Mix aus e in e s a d , A R O B Ö D and-Klei-H d n o c e S d n u e g ta Vin en Jahrn e d ie h c rs ve s u a g n du ill kann w r e W . lt ä h it re e b n te n zeh talgisch s o n m e in e r vo h c u a sich Haare ie d l e g ie p S n e rt e dekori schneiden lassen.

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istanbul ist schon in e ll a ie s – e k c ü r -B ta ssige Gala o h c s e ig e w z ie d r e b ü ß Zu Fu hinüber n a m t g n la e g re h ä F r oder mit de – s o m s o k ro ik M r e in ein kle oschee M n e u e N r e d n e b e n nü. Direkt ö in m E h c a n r fe U re e ans and ee heh c s o M ie d m u n a m t h markt. Ge rz ü w e G m u z g n a g in E liegt der etern M n e ig n e w h c a n n a m auf gelangt in h e ß a tr S ie d ts h c re rum und ndet, ü m r a s a B n e ß ro G im chließlich s s e h lc e w l, e rt ie V ra in das Bas anpreist. ls u b n ta Is n o ti k ra tt ta p eine Hau ls a r re h fü e is e R r e d je den tweder n e h ic s n a m n n a k Nun hinr a s a B n e ß ro G n e d durch oder ), n e s s a (l n e b ie h c s durch Beyg n tu h ic R in m ru e h außen uert man azit gehen. Dort überq bei einem d n u i s e d d a C u rd O ie d kleinen ie d h rc u d g n a rg ie z a Sp uh- und h c S s e d n e ß a tr s n e it Se an ein m t rn le ls e rt e vi n e h c Tas Hanr le u b n ta Is k c tü S s re weite

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50 cent.

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Es gibt vier bewohnte Prinzeninseln. Die größte ist Büyükada und die Fahrt dorthin dauert ca 1,5 Stunden. Auf der Insel fahren keine Autos. Man bewegt sich zu Fuß oder mit der Pferdekutsche „Fayton” fort. Diese Kutschen werden in naher Zukunft nach und nach durch ElektroFaytons ersetzt. Wer also noch die Chance zu einer nostalgischen Pferdekutschfahrt über die Insel nutzen möchte, sollte nicht allzulange zögern.

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Stricken und Kunst Victoria Kau ist die sisterMAG-Strickexpertin und erforscht auch in dieser Ausgabe die Phänomene rund um den Handarbeitstrend. Heute geht es um die Verflechtung von Stricken und Kunst.

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Zuerst kommen die Künstler, dann die Hipster. Das mag etwas verallgemeinert klingen, trifft aber immer wieder auf Cafés, Läden oder ganze Stadtteile zu. Manchmal kommen Künstler und Hipster auch zusammen und zuweilen sind die einen auch gleichzeitig die anderen. Fakt ist: künstlerisches Schaffen trägt einen wesentlichen Teil zum Trendsetting bei. Bis dann auf einmal alle auftauchen oder das ach-so-individuelle Stück bei H&M in der Grabbelkiste liegt. Ganz ähnlich ist das beim Stricken: erst haben’s die Künstler gemacht, dann wurde es zum Hipster-Hobby. Streng genommen ist Stricken als Kunst gar nicht neu. Nachdem im 16. Jahrhundert die Strickmaschine den Handstrickern die Arbeit abnahm, mussten diese sich andere Jobs suchen. Anfang des 17. Jahrhunderts wurde so das Kunsthandwerk des Teppich-, Tischdecken- und Bettdeckenstrickens populär. Jedoch hielten sich diese Luxusgüter nicht lang und es wurde rasch still um die Strickkunst. In den 1950er Jahren jedoch – einer Zeit, in der man mit harmlosen Materialien ziemlich revolutionär sein konnte – begannen Künstler mit Textilien zu experimentieren und damit gegen festgelegte Materialvorstellungen zu rebellieren. Bis in die 70er waren es vor allem Frauen, die ihrer Kunst den progressiven Feminismus-Stempel aufdrückten und ihr Publikum herausforderten über den Tellerrand des Strickklischees

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von VICTORIA KAU l

zu schauen. Rosemarie Trockel l ist wohl die bekannteste deutsche Strickkünstlerin. Seit Mitte der 80er Jahre stellt sie Bilder und Skulpturen aus Wolle her und hinterfragt mit diesem ‚minderwertigen’ und dem ‚Weiblichen’ zugeordneten Material klassische Geschlechtsbilder. Gegenübergestellt werden in ihren Werken so eingängige Symbole wie plus und minus oder das Wollsiegel und der Playboyhase. Noch doppeldeutiger wird ihr Werk durch die maschinelle Strickherstellung, mit welcher die Künstlerin arbeitet. Die Strickbilder aus dem Computer bzw. der Maschine passen so gar nicht zum Fleiß und Gehorsam der biedermeierlichen Strickerin, und Maschinen werden meistens auch nur von Männern bedient. En vogue war Strickkunst jedoch in den 70ern noch nicht. Zwischenzeitlich wurde das Stricken wieder pragmatisch gesehen: Studenten fingen im Vorlesungssaal an, und die Grünen strickten im Bundestag. Erst in den 90ern kam eine neue Welle mit Strickkünstlern auf, die bis heute nicht abgenommen hat. Die Stricktechnik stellte einen krassen Gegensatz zu den technischen Fortschritten dar, die das Ende

des 20. Jahrhunderts prägten und auch viele Künstler inspirierten. In den 90ern fühlten sich viele Künstler, Designer und Architekten von der Welt der Computer und Software inspiriert und schufen Werke, die in ihrer Ästhetik an die Perfektion der Technik heranreichten. Jonathan Ive zum Beispiel. Der entwickelte 1997 für Apple das iMacDesign aus buntem Kunststoff. Oder der Videokünstler Bill Viola, der eine Generation von Künstlern prägte, die Elektro-, Sound- und Bildtechnik zum Ausdrucksmittel ihrer Kunst machten. Nicht zuletzt Ryan MgGinness’ hypersymmetrische, auf dem Computer entstehende Vektorkunst. Diese digitalen Technologien, die anfangs noch undurchsichtig und aufregend erschienen, wurden jedoch rasch zum Alltagsgegenstand. Bald besaß jeder einen eigenen Computer und konnte sich dank simpler Baukastenprinzipien eigene digitale Welten erschaffen. Der Mensch bewegte sich längt in einem globalen Dorf, dessen Bewohner auf dem besten Wege zur kulturellen Homogenität waren. Doch die Kunst – sie blieb kritisch. Und brachte wieder ihre eigenen Widersacher hervor. Zur Jahrtausendwende wehrten sich im-

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mer mehr Künstler gegen die Allgegenwart von Massenproduktionen und digitalen Technologien. Sie entdeckten die Kunst des Manuellen – die Handarbeit – wieder. Dave Cole l ist einer von ihnen. Ob ein über vier Meter hoher Teddybär aus Glasfaser, ein kleineres Modell aus Kabelschnur oder ein kugelfester Pullover – alle Werke sind in mühevoller Arbeit handgestrickt. Das Stricken lernt Cole während eines Seminars für angehende Lehrer. Eine Lehrerin, die hyperaktiven Kindern das Stricken beibringt, zeigte es Cole. Dieser war stets neugierig aufs Stricken gewesen, hatte jedoch aufgrund seiner Hyperaktivität nie die Geduld, es zu lernen. Als Kunststudent entdeckt er das Stricken als künstlerisches Ausdrucksmittel. Nach Strickware sehen Coles Werke nicht mehr aus. Teils sind seine Skulpturen riesig groß, teils erinnern die Materialien so gar nicht an Wolle oder Textiles. Von der Assoziation des Weiblichen jedoch kann auch er sich nicht ganz frei machen. Cole behauptet, er hinterfrage durch die Kombination von männlichem Material mit weiblicher Machart den weiblichen Prozess des Strickens und füge zudem ein Stück Männlich-

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keit zu dem Diskurs der häuslichen Atmosphäre hinzu. Gender lässt grüßen! Weniger subtil kommt da die kanadische Künstlerin Barb Hunt l daher. Sie strickt Silhouetten von Landminen in rosa und pinkfarbener Wolle nach und nutzt die dem Stricken zugehörige heimische und friedvolle Assoziation für eine Auseinandersetzung mit Krieg und Zerstörung. Als sie in den 1970er Jahren die Kunsthochschule besucht, muss sie als passionierte Näherin und Strickerin feststellen, dass textile Handarbeit noch nicht als Kunst angesehen wird. Sie lässt sich davon jedoch nicht entmutigen und integriert das Textile einfach weiter in ihre Kunst. Als sie schließlich mit anderen Künstlern zusammen arbeitet, die sich textile artists nennen, hat sie das Gefühl, angekommen zu sein. Ihre gestrickten Landminen sollen den Kontrast zwischen Frieden und Krieg, zwischen Schutz und Vernichtung darstellen. Trockel, Cole und Hunt. Nur drei Künstler, die stellvertretend für die Strickkunst stehen. Nadel und Wolle werden nie Pinsel und Farbe sein, und das Gestrickte wird niemals den Status Leinwand erhalten. Dem Stricken in der Kunst haftet immer der Tenor des

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Aufsässigen, des Rebellischen an. Ob sich Künstlerinnen in den 1970er Jahren dem textilen Medium als Ausdruck für feministische Tendenzen bedienen, Künstler mit dem Einsatz des weiblich behafteten Stilmittels männliche Attribute oder Rollen hinterfragen oder handgemachte Kunstwerke als Gegenbewegung zu einer technisierten Welt und Ästhetik entstehen – der Gebrauch von Nadel und Faden ist thematisch stets belastet. Interessant bleibt die Frage nach dem ästhetischen Wert eines Kunstwerks aus Gestricktem. Die Regelmäßigkeit

der Maschen, die Farbigkeit der Wolle und die Plastizität vieler Werke wirken einladend auf den Betrachter. Nicht allein deshalb, da die Mühe, die in einem handgestricktem Kunstwerk steckt, sofort offensichtlich ist. Andererseits scheinen sich die oft sehr gegenständlichen Stücke – etwa die Werke der amerikanischen Künstlerin Theresa Honeywell l, die ein Motorrad komplett überstrickt – den Versuchen einer tiefer reichenden Interpretation zu entziehen, da der Rezipient häufig bereits von Originalität und Aufwand überwältigt und befriedigt ist.

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uu Erklär in eigenen Worten die Idee von mystolt.de l! In den Nähkits von stolt ist alles enthalten, um sofort mit dem Nähen loszulegen. Die Idee ist es das Nähen so einfach wie möglich, mit dem größten Spaß wie möglich und dem coolsten Ergebnis wie möglich, zu gestalten. uu Was ist die Inspiration für deine Idee gewesen?? Aus der „Not“ heraus ist die Idee zu stolt entstanden. Mich haben als begeisterte Näherin die Vorarbeiten immer wahnsinnig gestört. Bis die wirkliche Arbeit beginnen konnte, waren immer eine Menge Besorgungen und Vorarbeiten nötig, z.B. das Kopieren der Schnitte. Ich dachte mir, dass das auch einfacher gehen müsste. uu Wie verdienst du Geld? Wie finanzierst du die Materialien vorab?

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Da ich noch studiere, ist das Budget knapp. Das über den stolt-Shop eingenommene Geld wird sofort wieder in neue Produkte investiert.

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uu Wen siehst du als Zielgruppe? Meine Zielgruppe sind Mädchen und Frauen, die Spaß haben am Selbermachen. Alter oder ähnliches spielt dabei keine Rolle. Ich habe Kundinnen über 50 Jahre, aber auch Mädels, die ihren ersten Rock nähen wollen. uu Wo siehst du dich in 5 Jahren? Hoffentlich umgeben von kreativen Menschen in einem zauberhaften stoltBüro – voller Stoffe, Knöpfe, Wolle und Blumen. Und meine Zeit verbringe ich damit, eine stolt-Kollektion nach der anderen zu entwerfen. uu Wer sind Konkurrenten? Als ich angefangen habe, war ich der erste Anbieter von Nähkits – jetzt sehe

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ich auf Dawanda oder Etsy häufiger DIY-Boxen.

uu Warum gibt es deiner Meinung nach einen DIY-Trend?

uu Was hast du vorher gemacht?

Etwas selbst mit den Händen herzustellen ist ein schöner Ausgleich zum Alltag vor dem PC, der für viele Menschen (auch für mich) Realität ist. Man fühlt, wie etwas entsteht. Man findet wieder ein Stück zurück zu sich. Es entstehen Einzelstücke, die kein anderer Mensch trägt. Dabei spielt auch Nachhaltigkeit eine große Rolle. Man weiß wieder, woher das Kleidungsstück kommt. Für mich ist es mehr eine Lebenseinstellung als ein Trend.

Ich studiere immer noch Kommunikationsdesign an der Hochschule für Gestaltung Offenbach. uu Wie bist du auf eure Unternehmensfarben gekommen? Die Farben, das Layout und das CI kommen von Herzen und sind intuitiv gewählt. Ich wollte, dass es ganz „ich“ ist. uu Wer hat das Unternehmenslogo gestaltet? Wie lang hat es gedauert? Da ich Design studiere, entwerfe ich alles selber. Angefangen vom Logo bis zur Homepage und den Anleitungen. Das ist natürlich praktisch. Andererseits ist es schwer, dem eigenen Anspruch auf Perfektion stets gerecht zu werden. uu Häufigst genutzte Software? Photoshop. uu Hauptnahrungsmittel in der Startup-Phase? Alles ohne Vitamine

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uu Was ist dein Lieblingsteil aus der Kollektion? Zur Zeit trage ich ständig das Tuch „Caro“ – es lässt sich wunderbar kombinieren. Außerdem sieht man mich derzeit ständig mit Häkelmützen, denn das sind Prototypen für die Herbstkollektion. Die müssen natürlich getestet werden! uu Was ist das Schwierigste an einem Neuanfang? Das Schwierigste ist das Durchhalten nach der ersten Euphorie. Das Weitermachen, wenn Leute mit dem Kopf schütteln und jeden Satz mit „aber“ beginnen. Ich habe aus unerklärlichen Gründen das Grundvertrauen, dass alles gut wird. Und man muss immer wieder vor Augen führen, warum die eigene Idee gut ist.

GRÜNDERIN Meike Bambuch

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von EVA NEUBAUER l

Das DIY-Experten-Vorwort Als die Gründerinnen von sisterMAG kleine Mädchen waren und in der Küche helfen wollten, wurden die vom Backen und Teigkosten verschmierten Hände und Gesichter immer an der Schürze von Mama abgewischt. Diese war immer verfügbar. Ich habe einen großen Schatz an Schürzen von meiner Oma geerbt und habe diese immer mit großer Freude getragen. Meine Oma war eine begnadete Handwerkerin: viele der Fertigkeiten, die ich heute besitze, verdanke ich ihr. Die Schürzen waren meist bestickt und einige haben die 30-jährige Dauerbelastung durch mich überstanden. Was lag daher näher als neue Schürzen zu nähen, um zu zeigen, wie toll diese aussehen können. Immer noch liebe ich es in den Garten zu gehen

mit einer Wickelschuerze über Jeans und weißer Bluse (Outfit hier .). Aus dem Grundschnitt kann man die ganz persönliche Lieblingschürze nähen – ob einfach oder mit vielen Abnähern, ob bestickt oder bemalt, ob lang oder kurz – alles ist möglich. Passend zum Thema der Ausgabe 2 – „Blühende Neuanfänge“ – haben wir einige Projekte zum Selbermachen vorbereitet. Auf den nächsten Seiten findet ihr daher nicht nur die Anleitung zur Schürze und ein ausführliches Tutorial für unsere Papierrosen vom Coverkleid. Wir haben auch eine Schablone für das Aufhübschen jedes Kleids mit Plastik-Blumen im Louis-Vuitton-Stil vorbereitet und zu guter Letzt gibts eine luxuriöse Blouson-Jacke bestickt mit Blüten und Perlen. Viel Spaß!

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Die Sch端rze si st er M AG

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T u t o r ia l Grundschnitt d für Schürzenmodelle der Strecke "En Vogue Dans La Cuisine" .

Schürze zuschneiden. Aus dem Reststoff oder andersfarbigem Stoff Schrägstreifen schneiden.

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zwei Bindebänder zuschneiden:

∞∞Taillenbänder: 2x 50 cm lang, ca. 6-7 cm breit ∞∞Latzbänder: 2x 60 cm lang, ca. 5-6 cm breit Bindebänder entweder mit dem Zickzackstich der Nähmaschine eng abzackeln oder schmal umsäumen.

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VIER Abnäher nähen, hintere Kanten umsäumen,

hintere Bindebänder dabei mitfassen

Runde Kanten mit Schrägstreifen versäubern, nach innen bügeln und fest steppen.

FÜNF

Für Jeanny stickten wir ein kleines, gelbes "J" in die schneeweiße Schürze. Dazu nutzen wir eine alte Metallschablone meiner Oma (findet man manchmal auf Flohmärkten und Antiquariaten). Ihr findet in der Antique Pattern Library l noch viel mehr Monogramme und Buchstaben aus alten Handarbeitsbüchern!

SECHS Latzbänder annähen SIEBEN Taschen zuschneiden, je nach gewünsch-

ter Größe. Kanten versäubern und umbügeln, auf der Schürze platzieren und feststeppen.

ACHT Zum Schluss Saum arbeiten. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Man kann die Schürze mit mehr Abnähern verändern, mit verschiedenen Stoffen absetzen oder aber man näht Paspelbänder ein. Nur Mut – es ist nicht so schwer!

J mit Blumenverzierung aus "Cartier-Bresson. Monogrammes." l (Download PDF via antiquepatternlibrary.org d)

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die Papierrose

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T u t o r ia l

eins zwei drei vier fünf Für die Rosen eignet sich recht kräftiges Tonpapier – am besten mit strukturierter Oberfläche Zwei Für den Blütenbecher einen runden Kreis mit ca. 5-7 cm Ø ausschneiden (als Schablone dient hier Weinglas) Drei Kreis um einen Bleistift runden und vier mit Heißkleber Röhre festkleben

Eins

sechs Blütenschablone (Download d) vorbereiten und pro Rose 6-8 Blütenblätter ausschneiden. sechs Ränder der Blätter über Längsseite einer Schere hinweg runden.

Fünf

acht sieben zehn neun zwölf elf sieben Erstes Blütenblatt um den Blü-

tenbecher legen und festkleben acht Blütenblatt an der unteren Mitte etwas knicken und neun gegenüber 1. Blatt befestigen zehn Blätter versetzt um die Rose herum kleben

Etwas üben – die fünfte Rose wird richtig gut ;)! elf Die letzten 2 Blütenblätter nicht mittig falten, sondern gerade an Außenseite der Blüte kleben. zwölf Fertig!

sisterMAG

VIDEO

Einfach auf Videosymbol klicken und Anleitung in voller Länge anschauen und mitbasteln.

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Collier

Das wunderschÜne Strasscollier vom Cover – gefunden bei nurstrass l auf eBay

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Perlen

Lederpaspeln si st er M AG

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Stoffblümchen

Satin-Rosen von stoff-borte l auf Dawanda

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Druckknöpfe

von KnopfTruhe l

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Zunächst den Schnitt herunterladen d

∞ ∞Schmusikatzilein-Shop l

schmack besticken und verzieren. Hier einige Links für Blumen und Bänder:

fünf

Dawanda eins Jacke zuschneiden. Die Vorderteile ∞ ∞Applikation in Rosenform auf kann man aus einem anderen Stoff arstoffe.de l beiten (z.B. aus einem verzierten Stoff vier Paspelband entlang der Schultermit Ornamenten). kanten, Vorderkanten und der mittleren zwei Paspeltaschen in die Vorderteile Ärmelnaht annähen. Am besten gelingt nähen – Anleitung hier l das mit einem Nähmaschinenfuß für drei Die Vorderteile nach eigenem Ge- Nahtreißverschlüsse.

∞ ∞Stoff-Borte-Shop l Dawanda ∞ ∞Borten auf Dawanda l

Falten am oberen Halsausschnitt des Rückenteils ca. 3 cm abnähen

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Schulternähte, Seitennähte schließen, Ärmelnähte schließen und diese in die Jacke einsetzen. Bitte die Zusammensetzpunkte beachten, da das Rückenteil etwas größer als normal ist und somit die Ärmelnaht nicht genau auf die Seitennaht trifft, sondern circa 2 cm nach hinten rutscht. Die Jacke bekommt dadurch einen Blouson-Look. Wem das Paspeleinnähen gut gelingt, kann damit auch die Ärmeleinsatzkante betonen.

sechs

Den Kragen arbeiten und an die Ausschnittkante nähen.

sieben

Nach dem gleichen Schnitt die Futterjacke zuschneiden. Im Rückenteil den Schnitt an der rückwärtigen Mitte um ca. 2 -3 cm verkleiner (ein-

acht

fach 2-3 cm vom Papierschnitt umschlagen und dann auf den Stoffbruch legen). Dann hat der Futterstoff nicht so viel Weite und es trägt sich besser. Die Futterstoffjacke nun rechts auf rechts auf die Oberstoffjacke stecken, Vorderkanten und Unterkanten bis zu den Seitennähten zusammennähen.

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zehn Untere Ärmelkanten ebenfalls

aufeinander stecken, wieder rechts auf rechts legen und zusammennähen.

elf Nun die hintere untere Kante ar-

beiten. Falten einlegen, sodass die Jacke bauchig wird. Diese Kante nun ebenfalls mit dem Futter verstürzen. Da das Futterrückenteil nicht so weit ist wie das Oberjackenrückenteil ist es meist nicht nötig im Futter ebenfalls Falten zu legen. Die Halsausschnittkante des Futters per Hand an nähen.

Druckknöpfe (hier l) annähen oder einstanzen.

zwölf

Fertig ist die einzigartige Jacke!

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Steckkorb ost-best l auf eBay 

Plastik-

blumen

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T u t o r ia l

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Diese einfachen Blüten aus Plastik verwandeln jedes Kleid – ob selbstgenäht oder gekauft – in ein Trendteil der Saison. Was ihr für den Look von Louis Vuitton Spring 2012 l braucht:

∞ ∞knielanges

Kleid oder Rock (am besten in Pastellfarbe) ∞ ∞Schnellhefter aus Plastik oder PP-Folien (z.B. von Modulor l) in passenden Farben ∞ ∞Strasssteine zum Annähen (z.B. von Gogoritas l, modastrass l oder amazon l) Schablone herunterladen d und auf Folie/Schnellhefter übertragen (mit spitzem Bleistift oder dünnem Folienstift)

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Blume ausschneiden (Innenteile mit einem Cutter oder Nagelschere)

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Mit einer Nadel die Einstichlöcher für Strasssteine vorbohren.

drei

Jeweils zwei Blüten ein wenig versetzt übereinander auf das Kleid stecken. Strasssteine und Blüten auf das Kleid nähen.

Vier

fünf Die Rückseite des Kleids/Rocks nicht mit si

Blumen verzieren (sonst kann man sich nicht mehr hinsetzen).

st er M AG

2 9 2

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sisterMAG Ausgabe 2